Die Hagelisten feiern in diesem Jahr ihr 200-jähriges Vereinsjubiläum. Die Jubiläumsveranstal-tungen beginnen am 23. August 2024 mit einem Festkommers im Festzelt an der Ems-Halle. An den darauffolgenden Tagen (Samstag, 24.08.24 bis Sonntag, 25.08.24) finden diese im und vor dem Festzelt an der Ems-Halle ihren Höhepunkt und Abschluss.
Aus Anlass ihres Jubiläums haben die Hagelisten eine umfangreiche Festschrift, die an die Chronik vom Jubelfest 1999 „Hagelisten und Teupen im Wandel der Zeit“ anschließt, herausgebracht. In loser Folge berichten die Hagelisten aus ihrer Vereinsgeschichte und dem Schützenwesen in Emsdetten. Heute setzen sie die Berichterstattung aus dieser Chronik fort:
Im zweiten Weltkrieg wurden die Junggesellen im Laufe der ersten beiden Jahre fast sämtlich zum Wehrdienst eingezogen. Die Vereinsarbeit wurde bis zum Kriegsende in erster Linie vom Vorstand der 1919 gegründeten Männerschützengesellschaft der Hagelisten übernommen. In den ersten Jahren des Krieges schickten sowohl die Junggesellen als auch die Männer zu Weihnachten ihren zum Wehrdienst eingezogenen Mitgliedern Päckchen. Als aber die Beschaffung von haltbaren Lebensmitteln und sonstigen Gegenständen für diesen Zweck immer schwieriger wurde, musste diese schöne Sitte eingestellt werden. Ferner erhielt jeder Heimaturlauber, wenn er am Sonntagmorgen auf der Kegelbahn bei Kloppenborg einen Besuch machte, unentgeltlich von der Gesellschaft zwei Glas Bier und vom Vereinswirt Kloppenborg vier Zigaretten. Die Mittel hierfür beschaffte sich die Gesellschaft durch Preiskegeln und durch Sammlungen bei den Mitgliedern. 87 Mitglieder verloren ihr Leben in diesem sinnlosen Krieg.
Die Vereinsutensilien Königskette, Hüte, Federbüsche, Fahnen usw. konnten beim Einmarsch der Alliierten im Jahre 1945 und vor den dann häufigen Plünderungen in Sicherheit gebracht werden. Eine Königskette, die sich nicht im Gewahrsam der Gesellschaft befand, sondern auf Veranlassung der Nationalsozialisten schon längere Zeit im Heimatmuseum untergebracht war, ging verloren.
Mit Hilfe des Vorstandes der Männer-Hagelisten wurde im Jahre 1945 die Gesellschaft neu organisiert und vorübergehend auf den Namen Bruderschaft umgetauft. Erstmalig wurde im Jahre 1946 wieder Schützenfest gefeiert. Gewehre waren nicht mehr vorhanden und durften auch nicht benutzt werden. Deswegen wurden Vogel und Sternscheibe mit Steinen in der Heidberge abgeworfen. Nachmittags war ein gemeinsamer Umzug aller Gesellschaften durch den Ort unter Führung des Heimatbundes, jedoch ohne Reiter, ohne Fahnen und die Könige ohne ihren Königsketten. Im Jahre 1947 wurde nach alter Tradition wieder an zwei Tagen gefeiert. Das Vogel- und Sternschießen erfolgte jedoch mit einer Armbrust; die Benutzung von Gewehren war durch die Besatzungsmacht untersagt. Weil mit der Besitzerin des Lindenhofes keine Einigung über die Benutzung des Schießstandes, obwohl der Pachtvertrag noch bis 1974 lief, erfolgen konnte, fand das Vogel- und Sternschießen auf einer notdürftig errichteten Vogelstange auf dem Hof des Bauern Nießmann (im heutigen „Dichterviertel“) statt. Schon einmal, vor ca. 125 Jahren, stand dort die Vogelstange der Hagelisten.
Das 125-jährige Jubiläum im Jahre 1949 feierten die Hagelisten an den Schützenfesttagen. Nach dem überaus gelungenem Jubiläumsfest blühte das Vereinsleben der Hagelisten erneut auf. Schützenfest, Karneval, Mai- und Herbstkirmes wurden bei Kloppenborg vorbildlich und harmonisch gefeiert. Zu Schützenfest wurde im Garten der Wirtschaft Kloppenborg für die verheirateten Schützenbrüder ein Zelt aufgestellt. Im Oktober 1949 wurde auf einer Versammlung der Männer-Hagelisten vom Schützenbruder Albert Wegmann der Vorschlag gemacht, für die gefallenen Mitglieder ein Ehrenmal zu errichten. Das Ehrenmal „St. Sebastian“ wurde im Jahre 1950 auf dem Vorplatz der Heidbergschule (später Buckhoffschule) erstellt und im Juni des Jahres durch Pfarrer Schweins eingeweiht.
Ab dem Schützenfest 1950 wurde mit einem Kleinkalibergewehr geschossen. Im Mai 1951 wurde die Vogelstange von dem Grundstück der Gastwirtschaft Hankh-Lindenhof (früher Fleermann) in dem Wäldchen des Bauern Nießmann aufgestellt. Erstmals 1952 wurde zu Schützenfest mit einem Jagdgewehr (Schrot) geschossen. Die Hagelisten-Schießmannschaft wurde 1952, 1954 und 1955 Stadtmeister und Walter Jansky errang 1954 die Wanderkette. Die Hagelisten-Junggesellen erhielten 1954 eine neue Vereinsfahne. Zum Frühschoppen an den Schützenfesttagen 1956 liegt erstmals ein Bildband („Schwalbe“) aus. 1957 verlegten die Hagelisten die Schützenstange vom Hofe Nießmann auf das Grundstück der Gaststätte Mölljans-Beike. Im Jahre 1960 kam es zur Zusammenlegung der Junggesellen- und Männer-Hagelisten.
In den siebziger Jahren errang die Schießmannschaft der Hagelisten hervorragende Erfolge. Viermal errang ein Hagelist die Wanderkette (1970: Willi Scheipermeier; 1971 und 1972: Erich Stapper; 1974: Werner Lüke), die Aufgelegtschützen wurden zweimal Stadtmeister (1970 und 1973), die Freihandschützen wurden fünfmal Stadtmeister (1971, 1972, 1974, 1975 und 1977) und zweimal Stadtpokalsieger (Interdomopokal 1973 und 1975). Auch im Jugendwettbewerb stellten die Hagelisten von 1970 bis 1972 die Sieger.
Über Pfingsten 1974 feierten Hagelisten und Teupen gemeinsam das 150-jährige Vereinsjubiläum. Während dieses Jubelfestes vereinbarten ehemalige Spielleute des Spielmannszuges bis zum Schützenfest einen Seniorenspielmannszug aufzustellen. Und tatsächlich, zu Schützenfest 1974 spielte zum ersten Mal der Seniorenspielmannszug der Hagelisten auf.

Während der Herbstversammlung 1981 wurde zum ersten Mal über das Thema Frauen als Mitglieder des Vereins in den Abteilungen der Schießmannschaft und Spielmannszug diskutiert. Die Zeit war wohl noch nicht reif hierfür, denn die Diskussion hierüber geriet ins Stocken und die Thematik wurde von der Versammlung ablehnend abgeschlossen.
Vom 30.09. bis zum 02.10.1994 feierten die Hagelisten des 75-jährige Bestehen ihres Spielmannszuges. Während des sehr gelungenen Festes durfte sich der Juniorenspielmannszug dann auch in seinen neuen Uniformen präsentieren.
Während des Karnevalfestes 1995 fand zum ersten Male ein Kinderkarnevalsfest statt.

Die Generalversammlung zum Schützenfest 1996 am 02. Juni 1996 fand unter regem öffentlichem Interesse statt. Die Hagelisten beschlossen, dass Frauen mit allen Rechten und Pflichten Aufnahme in die Gesellschaft finden. Bereits ein halbes Jahr später, auf der Generalversammlung zu Karneval 1997 am 01.12.1996 nahm diese Satzungsänderung Gestalt an. Kira Kattenbeck wurde als erste Frau in den Vorstand der Hagelisten gewählt. Für Emsdetten sensationell verlief dann das Schützenfest 1998 bei den Hagelisten. Kira Kattenbeck gelang es als erste Frau, den Vogel von der Stange zu schießen und erste Schützenkönigin der Hagelisten zu werden. Im November 1998 stimmten die Vereinigten Schützengesellschaften dann zum Leidwesen der Hagelisten auf Antrag einer Schützengesellschaft künftig ausschließlich männliche Aspiranten zum Kaiserschießen zuzulassen. Die Zeit war wohl noch nicht reif für eine gleichberechtigte Teilhabe der Frauen am Emsdettener Schützenwesen. Im Jubiläumsjahr 1999 schwang mit Prinz Josef VII. (Stolze) wieder ein Hagelist das Zepter über Emsdettens Narren. Im Laufe des Schützenfestes ehrten die Hagelisten ihr Vereinslokal Kloppenborg, das seit 1874 ununterbrochen ihr Vereinslokal ist und deren Vogelbauer Karl und Thomas Reckenfelderbäumer für 125 Jahre Vogel- und Sternbau der Familie Reckenfelderbäumer für die Hagelisten.
Im August 1999 feierten Hagelisten und Teupen gemeinsam das 175jährige Vereinsjubiläum in der festlich geschmückten Ems-Halle und auf Hof Deitmar. Im Januar 2001 feierten die Karnevalswagenbauer der Hagelisten ihr 25jährige Bestehen. Zu Karneval 2002 schwang wieder mit Prinz Ändy I. (Rengers) ein Hagelist das Zepter über Emsdettens Narren. Beim Bundesfest der Vereinigten Schützengesellschaften Emsdetten im Jahre 2004 errang mit Hermann Kattenbeck der erste Hagelist die Kaiserwürde. Zu Schützenfest 2005 gewann nach vielen Jahren endlich mal wieder mit Dominik Schwarte ein Hagelist die Wanderkette der Stadt Emsdetten. Zum Königstreffen der Hagelisten im Jahre 2010 wurde die Geige des Vereinsnamensgebers Hagel von der Familie Untiedt als Dauerleihgabe übergeben. Diese Geige ist im Vereinslokal Kloppenborg ausgestellt. Wanderkettensieger 2015 der Stadt Emsdetten wurde mit Boris Schulze wieder ein Hagelist. Der Juniorenspielmannszug feierte im Mai 2019 das 100-jährige Bestehen in der Ems-Halle und in den Parkanlagen des Hofes Deitmar.

Nach Karneval 2020 ruhte das Gesellschaftsleben aufgrund einer Coronapandemie bis zum Frühjahr 2022. Im Juni 2022 erringen nach vielen Jahren die Altersschützen der Hagelisten wieder die Stadtmeisterschaft.
Ausführliche Informationen über die Entstehung der Emsdettener Schützengesellschaften, insbesondere über die Hagelisten Schützengesellschaft e.V. Emsdetten können der Festschrift zum Jubelfest „Hagelisten und Teupen im Wandel der Zeit“ und der Festschrift zum 200-jährigen Jubiläum der Hagelisten entnommen werden. Die Festschrift zum 200-jährigen Jubiläum ist seit Mai dieses Jahres bei allen Festausschussmitgliedern und im Atelier Buch & Kunst, Am Brink 4, erhältlich.




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