Gutachterausschuss zieht Bilanz für 2020: Radikaler Einbruch der Immobilienwerte bleibt aus

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„Einen der Corona-Pandemie bedingten radikalen Einbruch der Immobilienmärkte für das Jahr 2020 erkennen wir anhand der uns vorliegenden Kaufverträge nicht. Die Zahl der abgeschlossenen Kaufverträge bleibt weiterhin auf dem hohen Niveau der letzten Jahre“, berichtete Christian Dierkes Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte beim Kreis Steinfurt in der jährlichen Hauptsitzung. Der Gutachterausschuss hat für das vergangene Jahr 4005 Kaufverträge mit einem Geldwert von 936,6 Millionen Euro registriert. Diese Zahlen haben sich im Vergleich zu 2019 um rund minus 1,5 Prozent bzw. rund minus 3,4 Prozent verändert. Kaufverträge in der Stadt Rheine sind nicht enthalten, da für die Stadt ein eigener Gutachterausschuss tätig ist.

Die Entwicklungen auf dem Grundstücksmarkt für das Jahr 2020 stellen sich wie folgt dar: Bei Flächen für Wohnbauland zeigten die Verkäufe im Jahr 2020 eine sehr unterschiedliche Preisentwicklung in den einzelnen Kommunen. Die prozentualen Veränderungen zum Vorjahr lagen dabei zwischen 0 Prozent in Hopsten, Mettingen und Saerbeck und 28,1 Prozent in Greven und Nordwalde. Die ermittelten Bodenrichtwerte für den Stichtag 1. Januar 2021 für Wohnbauland bewegen sich dabei in einer Spanne von 45 €/m² (Hopsten) bis 390 €/m² (Emsdetten).

Bei den landwirtschaftlichen Flächen gab es nach einer leichten Beruhigung im vorletzten Jahr teilweise wieder starke Preisanstiege. Dabei sind die gezahlten Preise regional sehr unterschiedlich. Die prozentualen Veränderungen zum Vorjahr lagen dabei zum Beispiel für Ackerland zwischen 0 Prozent in Greven und Hopsten, Horstmar, Ladbergen und Recke und 30,4 Prozent in Altenberge. Die Spanne der zugehörigen Bodenrichtwerte 2021 bewegt sich zwischen 6,50 €/m² (Westerkappeln) und 12,00 €/m² (Altenberge, Laer). Der Durchschnittswert für Ackerland liegt bei 9,20 €/m² und der Durchschnittswert für Grünland bei 4,19 €/m². Insgesamt stieg der Flächenumsatz um rund 25 Prozent auf 1.248,6 Hektar.

Gesetzliche Aufgabe des Gutachterausschusses ist es, durch die Erhebung, Bewertung und Veröffentlichung marktrelevanter Daten, Transparenz über das Marktgeschehen des lokalen Immobilienmarktes zu schaffen. Dieses wird durch die Auswertung aller in einem Jahr getätigten Immobilienverkäufe erreicht. In den jährlichen Hauptsitzungen beraten die Mitglieder des Gutachterausschusses die Ergebnisse dieser Auswertungen und ermitteln hieraus die Bodenrichtwerte und weitere Kennwerte des Immobilienmarktes. Der Grundstücksmarktbericht steht ab sofort kostenfrei im Grundstücksmarkt-Informationssystem des Landes (BORIS.NRW) zur Verfügung.

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