‚Grüner‘ Wasserstoff mobilisiert den Kreis Steinfurt

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Endspurt: Der Kreis Steinfurt wird der Jury im NRW-Wirtschaftsministerium Ende August sein Konzept im Wettbewerb "Modellregion Wasserstoffmobilität" vorlegen. (Foto: Kreis Steinfurt)

Wind und Sonne bieten unerschöpfliche Mengen an Energie – viel mehr als nötig, um Energie-Selbstversorger zu werden. Seit langem erschließt der Kreis Steinfurt dieses Potential systematisch und treibt mit dem energieland2050 Verein den Klimaschutz intensiv voran. Dieses Engagement umfasst auch das aktuelle Top-Thema „grüner Wasserstoff“. Erste Projekte dazu liefen bereits vor Jahren, richtig Fahrt aufnehmen konnte der Kreis Ende 2019 mit 350.000 Euro Fördermitteln aus dem NRW – Wettbewerbsgewinn „Modellregion Wasserstoffmobilität“.

Das Geld wird aktuell dafür eingesetzt, ein zukunftsweisendes Konzept zu entwickeln, das den Weg des Kreises Steinfurt zur Wasserstoff-Modellregion berechnet. Silke Wesselmann, Amtsleiterin und Geschäftsführerin des energieland2050-Vereins, skizziert das Wunsch-Szenario der kommenden Jahre: „Mit Strom aus nicht mehr geförderten Windenergieanlagen oder größeren Photovoltaikanlagen werden wir in zwei Elektrolyseuren „grünen“ Wasserstoff erzeugen. LKWs verteilen diesen und beliefern Tankstellen, an denen Bussen, Bahnen, Entsorgungs- und Logistikunternehmen, Firmenwagen, landwirtschaftliche Unternehmen, PKW oder auch Carsharing-Anbieter tanken können. Was wir dort nicht benötigen, speisen wir ins Gasnetz ein oder beliefern die bereits existierende Wasserstofftankstelle in Münster-Amelsbüren“. Damit es so weit kommt, sind viele Fragen zu klären: an welchen Standorten wird genügend Strom erzeugt? Wo sollten die Elektrolyseure stehen? Wie baut man ein kostengünstiges Transport- und Tankstellensystem auf? Wie kann der Markthochlauf für Wasserstofffahrzeuge gefördert werden? Welche Bus- und Bahnstrecken sind als Pilotstrecken geeignet?

Ende August wird der Kreis sein Konzept der Jury im NRW-Wirtschaftsministerium vorlegen und sich damit für weitere Fördermittel empfehlen. Großer Pluspunkt wird sein: das Know-how vieler regionaler Akteure ist eingeflossen, so dass nicht nur Zahlen, sondern konkrete Geschäftsmodelle, Maßnahmen und Meilensteine der künftigen Jahre ausgearbeitet wurden. Froh ist Wesselmann über die gute Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen, den Kommunen und der Fachhochschule in Steinfurt. „Wir haben unglaublich viele Kompetenzen in der Region, ein Top-Netzwerk mit Unternehmen und Institutionen, die konkret umsetzen wollen“.

Seit 20 Jahren engagiert sich der Kreis Steinfurt mit seinem Verein energieland2050 für den Klimaschutz und die Gestaltung der regionalen Energiewende. Eine regionale Energieerzeugung und -verteilung sind wesentliche Faktoren und unverzichtbare Beiträge für die Abkehr von Atomstrom, Kohle und Öl hin zu einem dezentralen Energiesystem auf Basis erneuerbarer Energien. Denn Energie dort zu erzeugen, wo sie gebraucht wird und effizient zu nutzen, leistet einen wichtigen Beitrag für die Lebenswelt zukünftiger Generationen.

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