Fragen an die Bürgermeisterkandidaten (5)

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(Fotos: Manfred Schwegmann)

AllesDetten hat seine Leser aufgerufen, Fragen an die Bewerber/in um das freiwerdende Amt des Bürgermeisters zu stellen. Viele waren diesem Aufruf gefolgt. Einige Fragen tauchten gleich mehrfach auf, andere waren da doch schon sehr speziell. Wir haben einen ausgewählten Fragenkatalog an die Kandidaten mit der Bitte um Beantwortung weitergeleitet. Die Antworten werden wir hier in den kommenden zwei Wochen veröffentlichen. Somit bleibt auch für Briefwähler noch ausreichend Zeit, sich möglicherweise hier eine Entscheidungshilfe zu holen. Die Reihenfolge der Antwortgebenden wird dabei täglich rotieren.

Frage 5
Wie sehen Sie die Zukunft des FMO?

Stefan Ahmann (CDU)
Der FMO ist für die Wirtschaft in der Region ein wichtiger Standortfaktor. Viele Firmen haben sich aufgrund der Nähe zum FMO hier angesiedelt. Die Corona Pandemie hat die wirtschaftliche Situation des FMO verschlechtert und er wird wohl noch einige Jahre durch Steuergelder unterstützt werden müssen. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich die Wirtschaftlichkeit in den nächsten Jahren enorm verbessern wird.

Dr. Thomas Kock (SPD)
Der FMO ist für die Wirtschaft der Region sehr wichtig. Wir werden sehen wie sich der Reiseverkehr entwickelt. Ich glaube aber, dass der Flughafen  trotz der jetzigen Probleme eine Zukunft haben wird.

Oliver Kellner (Bündnis 90/Die Grünen)

Es gibt kein landes- oder besser bundesweites Konzept zu Regionalflughäfen. Angesichts sinkender Fluggastzahlen – sowohl touristisch wie auch bei Geschäftsflügen – halte ich es für vernünftig und volkswirtschaftlich geboten, dass eine ergebnisoffene Prüfung aller Standorte durchgeführt wird. (Alleine Westfalen hat drei Regionalflughäfen: Paderborn-Lippstadt, Dortmund und den FMO.)
Der FMO muss ein langfristiges Konzept entwickeln, um aus den roten Zahlen und der andauernden Subventionierung herauszufinden und selbstständig wirtschaften zu können. Man muss wissen: Der FMO erhält vom Kreis Steinfurt 4 Millionen Euro im Jahr, um überleben zu können. Für den öffentlichen Nahverkehr gibt der Kreis Steinfurt 1 Million Euro aus. Dieses Verhältnis passt nicht.

Ulrich Ortmeier (parteilos, von der UWE unterstützt)
Die Frage zum FMO ist etwas komplexer. Der Kreis Steinfurt ist mit über 30 Prozent nach Münster mit über 35 Prozent der größte Anteilseigner. Wie alle wissen, muss der FMO durch Zuschüsse gestützt werden. Die Corona-Krise hat nun dazu geführt, dass der FMO unverschuldet weiter in Schieflage geraten ist. Dennoch bin ich der Auffassung, dass der FMO ein wichtiger Teil der Infrastruktur in unserer Region ist. Betriebswirtschaftlich gesehen ist der FMO derzeit kein Vorzeigeobjekt, volkswirtschaftlich betrachtet und als Arbeitgeber aber wichtig. Solange die volkswirtschaftliche Komponente eine Rolle spielt, sollte der FMO gestützt werden. Wenn sich herauskristallisiert, dass der FMO als reiner Flughafen für Ferienflieger bezuschusst werden muss, sehe ich eine weitere Fortführung des Engagements kritisch. Dafür gibt es alternative Flughäfen.

Kathrin Vogler (Die Linke)
Der FMO hat gerade wieder einen Verlust von 30 Millionen Euro erwirtschaftet, an dem alle Kommunen im Kreis Steinfurt mit etwa 9 Millionen und die Stadt Greven noch einmal mit über 1,5 Millionen Euro beteiligt sind. Und dieses Minus ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Im Inlandsverkehr werden immer mehr Flüge durch schnelle Bahnverbindungen und den Ausbau digitaler Kommunikation überflüssig und als Ferienflughafen kann der FMO nicht mit den nahe gelegenen Großflughäfen in Düsseldorf, Hannover oder Amsterdam konkurrieren. Deswegen setze ich mich für einen Ausstieg des Kreises Steinfurt aus dem Flughafen ein. Die so eingesparten Gelder könnten unter anderem für den Ausbau von zuverlässigen und schnellen Zugverbindungen zu den Nachbarflughäfen genutzt werden, denn gerade in den Nachtstunden fehlen diese. 

Thema am Freitag ist ein Stadtbuskonzept, ÖPNV, Verkehrswende.

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