Fragen an die Bürgermeisterkandidaten (2)

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(Fotos: Manfred Schwegmann)

AllesDetten hat seine Leser aufgerufen, Fragen an die Bewerber/in um das freiwerdende Amt des Bürgermeisters zu stellen. Viele waren diesem Aufruf gefolgt. Einige Fragen tauchten gleich mehrfach auf, andere waren da doch schon sehr speziell. Wir haben einen ausgewählten Fragenkatalog an die Kandidaten mit der Bitte um Beantwortung weitergeleitet. Die Antworten werden wir hier in den kommenden zwei Wochen veröffentlichen. Somit bleibt auch für Briefwähler noch ausreichend Zeit, sich möglicherweise hier eine Entscheidungshilfe zu holen. Die Reihenfolge der Antwortgebenden wird dabei täglich rotieren.

Frage 2:
Was werden Sie tun, um die Innenstadt zu aktivieren?

Dr. Thomas Kock (SPD)
Die Zukunft der Innenstädte liegt in Orten der Begegnung. Kulturveranstaltungen und Events werden eine immer größere Rolle spielen. Das von mir vorgeschlagene neue Begegnungszentrum an der Wilhelmstraße, also in der ehemaligen Paul-Gerhardt-Schule und im abgängigen Parkhaus, geht genau in diese Richtung: Angebote für alle Generationen, ein Haus für Vereine mit vielen Veranstaltungen, die Menschen in die Stadt bringen. Dazu kommen dort attraktive Wohnungen.
Die Innenstädte werden sich in den nächsten Jahren stark verändern. Die Rolle der Einzelhandelsgeschäfte wird weiter zurückgehen. Wichtig ist aber auch, dass wir einige attraktive Einkaufsmöglichkeiten behalten, etwa durch den neuen Edeka. Hierdurch wird die Emsstraße, die fast tot war, zu neuem Leben erweckt.
Die Rolle des Wohnens in der Innenstadt wird erheblich zunehmen. Wir müssen hier neue Wohnungen schaffen. Ein wichtiger Punkt wird hier die Bebauung des Gebietes um die Volksbank, also der Bereich Am Buckhoff sein.

Ulrich Ortmeier (parteilos, von der UWE unterstützt)
Ich werde mich dafür einsetzten, dass die vom neuen Lebensmittelmarkt erhoffte Frequenzerhöhung zur Belebung der Emsstraße und der Innenstadt insgesamt tatsächlich eintritt und auch weitere Geschäfte/Firmen/Start-Ups angesiedelt werden können. Zudem werde ich mich dafür einsetzen, die Stadt für Wohnzwecke zu attraktiveren, was ebenfalls die Belebung fördert. Aus meiner Sicht ist die Stadt auch gut beraten, lokalen Erzeugern von Produkten durch ein  Angebot von Vermarktungsmöglichkeiten in der Stadt aktiv Unterstützung anzubieten. Ziel ist es, neben der Aktivierung, die Regionalität und somit die Förderung des ökologischen Denkens und Handelns im Sinne der heimischen Wirtschaft als Impulsprojekt zu initiieren. Zudem wird sich mittel- bis langfristig der Paul-Gerhardt-Campus positiv auf die Innenstadt auswirken. Die Planung sieht zudem vor, die Stadt fußgänger- und fahrradfreundlicher zu machen. Touristische Angebote und Events sollen ausgebaut werden. Diese Maßnahmen werden in Summe dazu beitragen, die Gastronomie und Hotellerie zu stärken. Zudem ist es mir ein Anliegen, die EMS-Halle als Sport- und Kulturstandort in der Innenstadt-Lage zu erhalten. Diese trägt wesentlich zur Belebung bei.

Kathrin Vogler (Die Linke)
Gerade jetzt brauchen wir neue Ideen, die die Innenstadt als attraktiven Einkaufs- und Erlebnisraum stärken. Die Innenstadt der Zukunft braucht vor allem Aufenthaltsqualität, um sich gegenüber dem Internethandel zu behaupten. Wir haben in Emsdetten einen attraktiven Wochenmarkt, ein breites Angebot an Einzelhandelsgeschäften und eine lebendige Gastronomie, diese Stärken sollten wir pflegen und wo möglich weiter ausbauen.
Ich würde gerne die Möglichkeit schaffen, dass Start-Ups für ein paar Monate in leerstehenden Ladenlokalen bei geringen Mieten ausprobieren können, ob ihr Geschäftsmodell trägt, ohne dass sich die Jungunternehmen an langfristige Mietverträge binden müssen. Auch ein gemeinsamer Lieferservice der Kaufleute und die Kombination aus Ladengeschäft und Versandhandel können das Einkaufen in Emsdetten weiter attraktiv machen.  

Stefan Ahmann (CDU)
Wir müssen mehr Leben in die Innenstadt bekommen, hierfür benötigen wir ein entsprechendes Gesamtkonzept. Um dieses zu erstellen müssen alle Betroffenen, das sind die Eigentümer der leerstehenden Geschäfte, die Gewerbetreibenden, die Anwohner und die Stadt Emsdetten als Wegbereiter zusammenarbeiten. In das Konzept müssen auch das PGS-Gebäude und das Parkhaus an der Wilhelmstraße mit einbezogen werden.

Oliver Kellner (Die Grünen)
Mit dem ServiceCenter Innenstadt ist endlich ein erster Schritt in die richtige Richtung gegangen worden. Das dort installierte City-Management, von uns Grünen schon vor mehr als 10 Jahren beantragt, muss ausreichend Geld in die Hand und ein Bündnis starker MitstreiterInnen an die Seite gestellt bekommen, damit die Innenstadt als Erlebnisraum aller Bürgerinnen und Bürger aufgewertet wird. Der EDEKA wird die Innenstadt nicht retten!
Alle Akteure müssen endlich an einen Tisch. Speziell Immobilieneigentümer sollten wissen: Eigentum verpflichtet – auch zum eigenen Handeln im Sinne des Gemeinwohls! Ich möchte Gründerinnen und Gründern Räume bieten können für die Verwirklichung vieler Ideen, die es in Emsdetten so noch nicht gibt.

Morgen geht es dann um die Jugendlichen in Emsdetten.

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