Ein Tag im Leben des Stadtelferrates

0
899

Punkt 17 Uhr Treff an der Marienkirche – in Gala, – d. h. die Elferratsdamen in ihren eleganten Abendkleidern (ein zweites oder gar drittes hängt zu Hause, werden alle im Wechsel mal zum Einsatz kommen) dazu das Damen-Schiffchen als Kopfbedeckung, es sollte etwas schief sitzen aber halt nicht zu schief. Die Herren im schwarzen Anzug, grüner Weste und Fliege, dazu die passenden grünen Socken, das grüne Einstecktuch, die große Narrenkappe „Stadtelferrat 2020“. Zum kompletten outfit gehören natürlich noch die weißen Handschuhe!!! Das Prinzenpaar Martin und Heike wohnen gleich um die Ecke, kommen zu Fuß. So nach und nach treffen die Karnevalsminister ein „Sch… ich hab meine Handschuhe vergessen!“ „Kein Problem, bei mir im Kofferraum liegt noch ein Paket.“ Dieses Ritual wiederholt sich drei bis vier Mal, das Paket im Heck des Autos wird zusehends kleiner. 150 Termine in der Session, davon heute alleine vier und alles zeitlich ziemlich eng getaktet. Die Truppe ist trotz aller Feierei sehr diszipliniert, hat ihr Vorhaben, zu jedem Auftritt pünktlich zu sein bislang noch immer halten können. Dann geht es endlich ab ins Warme, beim Seniorentag von St. Marien in der Arche ist bereits beste Stimmung, die zwei Herren und ca. 40 Damen singen und schunkeln. Frau Scheipermeier hat zusammen mit einem Helferteam einen bunten Nachmittag zusammengestellt. Einzug Stadtelferrat, „Detten auf der Ki“, die Senioren von St. Marien klatschen im Takt in die Hände. Die junggebliebenen Damen „um 80“ bestaunen die Kleider der Elferratsdamen: „Großartig!“ erinnern sie sich, wie sie selbst einst in solcher Robe auf Hochzeiten getanzt haben.  Viele waren am Sonntag bei der Jubilarsitzung in der EMS-Halle dabei, haben gesehen, wie die Bielsteiner Tanzmäuse dem Prinzenpaar zu einem „Freiflug“ verholfen haben, wollen wissen, ob das tatsächlich nicht abgesprochen, vorher geübt war. Die Antwort von Prinz Martin II. Mersmann lässt die Bewunderung für das sympathische Regentenpaar größer werden: „Das war spontan und absolut nicht geplant!“ Heike wundert sich im nachhinein selber über ihren Mut am Sonntag. Das gesamte Repertoire der Elferratstänze wird zelebriert, nette Worte, Orden und Küsschen ausgetauscht, dann heißt es Auszug, „Detten auf der Ki“-die Zweite. Im Vorraum kommt ihnen schon der Kaffeeduft entgegen, Kuchen und Schnittchen stehen bereit. Das ein oder andere Erinnerungsfoto wird geschossen und plötzlich heißt es: „Wir müssen los!“ – in nicht einmal einer Stunde erwarten die Wagenbauer der Westumer Schützen in ihrem Vereinsheim an der Schüttenrode das Stadtprinzenpaar, den Stadtelferrat und die Abordnung der KGE. Also alle nochmal fix nach Hause, den feinen Zwirn gegen Jeans und grünem Elferrats-T-Shirt getauscht und wieder los.

Vom Besuch der Westumer Wagenbauer, der Konstrukteure in Sinningen und Isendorf-Veltrup, berichten wir separat.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein