Die Gala-Show des TVE im Sauerland

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Der TV Emsdetten zeigt, was er kann und gewinnt hoch bei den SGSH Dragons: 37:24 aus Sicht der Dettener bedeutet: ein ungefährdeter Auswärtssieg zum Ende der Hinrunde.

Vor Spielbeginn wurden die Augen der mitgereisten TVE Anhänger groß, und wohl auch die der Gastgeber: Jakob Schwabe machte sich warm – und dieses mal sollte es soweit sein: Er gab sein Comeback in der Abwehrzentrale der Emsdettener – und verhalf seiner Mannschaft merklich zu mehr Stabilität im Abwehrzentrum.

Vom Start weg war es ein gelungener Auswärtsauftritt der Truppe von Trainer Sascha Bertow. Tobias Reichmann eröffnete zum 1:0 für den TVE. Und diese Führung gaben die Emsdettener im gesamten Spielverlauf nie wieder her. Nach acht Minuten konnte sich bereits über eine drei Tore Führung gefreut werden. Die Emsdettener Abwehr stand sicher und zwang die Hausherren wiederholt ins drohende Zeitspiel. Einfach klasse, wie immer wieder aus der Abwehr heraus gerückt und die gegnerischen Spieler fest gemacht wurden. Toll, wie sich gegenseitig geholfen wurde und jedes Loch in der Abwehr schon im Ansatz geschlossen werden konnte. Man merkte: Die Akteure im Grünen Dress hatten sichtlich Spaß im Sauerland.

Frühe rote Karte für die Dragons

Zehn Minuten waren gespielt, als es beim Stand von 2:5 aus Sicht der Hausherren eine schwer zu verdauende Schiedsrichterentscheidung gab: Tobias Schetters musste mit der roten Karte die Partie beenden und stand den Dragons nicht mehr zur Verfügung. Robin Jansen war zum Torabschluss hoch gesprungen und ging nach Schetters Abwehraktion zu Boden. Eine harte Entscheidung zu diesem frühen Zeitpunkt.

Dass die Partie in den folgenden Minuten nicht schon früh entschieden wurde lag daran, dass Dirk Holzner einfach einen dieser Tage hatte, an denen man gar nicht erst hätte aufstehen sollen. Er vergab den ersten Siebenmeter, auch der zweite fand nicht den Weg ins Netz der Sauerländer. Die nächste Torchance, dieses Mal aus dem Spiel heraus, wollte auch nicht in einem Erfolg münden. Nach einer Auszeit in der 23. Minute hatte Sascha Bertow dann erkannt, dass Holzner in diesem Spiel keine große Hilfe mehr werden würde. Er brachte Paul Kolk ins Spiel. Eine Entscheidung, die im weiteren Spielverlauf Goldrichtig sein sollte. Da auch Yannick Terhaer seinen ersten Siebenmeter nicht verwandelte, übernahm der erfahrene Tobias Reichmann die Verantwortung vom Punkt. Fünf Mal sollte er im Spielverlauf noch vom Punkt werfen – fünf Mal konnte er sicher verwandeln, maximale Ausbeute für Reichmann.

Mit 14:9 durften die Emsdettener sich über eine gute erste Halbzeit freuen.

Reichmann setzt die „Kurzen“ sicher ins Netz

Als Reichmann seinen dritten Siebenmeter zum 17:10 verwandelte, war bei einigen Handballfans schon die Vorentscheidung im Kopf. Auch AllesDetten wollte im Thielke-Ticker schon von einer Vorentscheidung berichten. Die Sauerländer bewiesen aber viel Moral, kämpften sich in kurzer Zeit auf vier Treffer Differenz heran. Emsdettens Trainerteam erkannte die Situation und nahm folgerichtig eine Auszeit um die Partie wieder zu beruhigen.

Ab der 43. Minute mussten dann auch die Dettener auf einen Spieler verzichten. Rechtsaußen Terhaer musste mit einer roten Karte ebenfalls das Feld verlassen. Eine richtige Entscheidung. Insbesondere, wenn man die Aktion von Dragons Spieler Schetters als Vergleich heran zieht. Auch ohne Terhaer ließ sich die Mannschaft nicht vom Kurs abbringen. Julian Thomas ersetzte ihn auf Rechtsaußen und konnte drei Treffer zum Auswärtssieg beisteuern.

Die große „Paul-Kolk-Show“

Mit der abgewehrten Aufholjagd schwanden bei den Gastgebern dann der Glaube und auch die Kraft: Die große Paul Kolk-Show begann. Ganze neun Tore sollten ihm am Samstagabend gelingen. Wahnwitzige acht davon im zweiten Durchgang. Sein erstes erzielte der 23 Jahre alte Steinfurter kurz nach seiner Einwechslung in Halbzeit eins.

Auch seine Teamkameraden hatten richtig Lust aufs Tore werfen und lieferten eine Viertelstunde vor dem Ende eine richtige Galavorstellung ab. Tor um Tor wurde der Vorsprung in die Höhe geschraubt. Das Sahnestück des TV Emsdetten sollte 40 Sekunden vor dem Ende erfolgen: Die erneut sicher stehende Abwehr zwang die Gastgeber in einen Pass, der im Seitenaus landete. Maximilian Nowatzki reagierte blitschnell und brachte den Ball mit einem langen Pass aus der eigenen Hälfte auf den bereits gestarteten Paul Kolk wieder ins Spiel. Der nahm den Ball im Sprung an und brachte ihn mit einem Dreher im Tor unter. Ein Kempatrick, abgeschlossen per Dreher mit einem Pass aus der eigenen Hälfte: Mehr geht nicht. Die Aktion stand sinnbildlich für einen super Auftritt des TV Emsdetten, der hochverdient die zwei Punkte ins Münsterland zurück bringt und die mitgereisten Anhänger jubeln ließ.

Mit 23:3 Punkten ist die Hinrunde perfekt beendet worden. Mit der Punkteausbeute dürfen Sascha Bertow und sein Team sehr zufrieden sein. Schon am kommenden Samstag geht es weiter. Beim ASV Hamm II ist der TVE zum kleinen Derby zu Gast. Wir hoffen wie im Hinspiel auf eine packende Partie und werden im Laufe der kommenden Woche mit einem Vorbericht auf das Spiel einstimmen.

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