Der TVE verliert einen Punkt

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Mannschaftskapitän Frederic Stüber war mit seinem TVE lange auf der Siegerstraße, - musste aber dann zum Schluss ein bitteres Unentschieden hinnehmen. (Fotos: Silas Sickbert)

Ein bitterer Punktverlust der so richtig weh tut. Hatte man das Spiel doch praktisch über die vollen 60 Minuten im Griff, lag häufig mit drei Toren vorne. In der 59. Minute gab es durch einen 7-Meter, verwandelt für die Ferndorfer von Josip Eres mit seinem vierten Treffer in dieser Partie, den Ausgleich für die ganz in weiß spielenden Gäste. Johannes Wasielewski gelingt dann auf Emsdettener Seite 50 Sekunden vor Schluß erneut die Führung zum 31:30, Lucas Schneider locht zum Ausgleich ein, 31:31 – wieder einer der vielen Treffer, die Ferndorf durch Tempogegestoß oder im direkten Gegenzug erzielen konnte.
Die Schlusssirene war bereits ertönt, dem TVE stand aber noch ein Strafwurf von halbrechts zu. Ferndorf war zu diesem Zeitpunkt ein Mann weniger, Lucas Schneider, Sekunden vorher Schütze des Ausgleichstreffers, erhielt eine 2-Minuten-Zeitstrafe. Sven Weßeling greift sich die Kugel, die aber vom Ferndorfer Bollwerk geblockt wird. Freude auf Ferndorfer Seite.

Dabei wären die Ferndorfer, denen man zeitweise schon anmerken konnte, dass dieses jetzt dritte Spiel innerhalb von acht Tagen, nach vier Wochen Quarantäne bedingter Auszeit, nicht mehr alles zuließ, was unter „normalen Umständen“ machbar gewesen wäre, durchaus zu schlagen gewesen.

Sehenswert der Treffer drei Sekunden vor Schluss der ersten Halbzeit: Nachdem Konstantin Madert mit einer seiner insgesamt elf Paraden den Anschlußtreffer für die Gäste verhinderte, passte er punktgenau quer über das ganze Spielfeld auf Dirk Holzner, der dem Ball entgegensprang und noch im Sprung direkt ins gegnerische Tor weiterleitete.
Halbzeitstand 19:17 für Emsdetten.
Manch einer dürfte sich bei dieser Aktion an Rudi Rauer erinnert fühlen. Die Handballlegende (WM 1978), seinerzeit zwischen den Pfosten des TVE, war für derartige präzise Anspiele bekannt, – wenn er damit nicht gleich selber den gegnerischen Torwart überlistete.

Der TVE hat damit zunächst die Abstiegsplätze verlassen, die Tabelle ist allerdings wenig aussagekräftig. Während der Dessau-Roßlauer HV bereits neun Spiele absolviert hat, ist die SG BBM Bietigheim erst drei Mal angetreten. Die Bietigheimer sind übrigens der nächste Heimspielgegner für den TVE und am 05. Dezember in der EMS-Halle zu Gast. Die nächste Aufgabe für die Grün-Weißen muss am 29. November beim HC Elbflorenz 2006 bewältigt werden.

Für den TVE im Einsatz:

Maurice Paske nur für 2 „Kurze“ im Tor, war beim ersten zwar dran, musste sich aber beide Male geschlagen geben
Konstantin Madert konnte 11 x parieren
Sören Kress 1 Tor, 1 Zeitstrafe
Yannik Terhaer
Marcel Schliedermann 2 Tore
Johannes Wasielewski 8 Tore, 1 Gelb, 1 Zeitstrafe
Tomas Urban 5 Tore, 1 Zeitstrafe
Julian Damm
Dirk Holzner 7 Tore (5 7-Meter verwandelt, einmal gescheitert), 1 Gelb
Sven Weßeling 5 Tore, 2 Zeitstrafen
Frederic Stüber 3 Tore
Jan Mojzis 1 Gelb

Stimmen zum Spiel (eingesammelt von Max Sander)

Aaron Ziercke (Trainer TV Emsdetten): „Wir haben kämpferisch alles reingehauen. Da kann ich meiner Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. Wir haben lange gut gespielt, die Offensivleistung war stark verbessert. Vor allem Johannes Wasielewski hat vorne ein gutes Spiel gemacht. Ich habe aber in der der zweiten Halbzeit beim 27:23 bei meinen Jungs den Killer-Instinkt vermisst. Statt in der 50. Spielminute auf fünf Toren davonzuziehen und den Deckel draufzumachen, lassen wir Ferndorf zurück ins Spiel kommen. Das ärgert mich, so dass ich jetzt so kurz nach dem Schlusspfiff von einem gefühlten Punktverlust spreche. Aber ich muss mir das Spiel morgen noch einmal in Ruhe auf Video anschauen, um ein abschließendes Urteil fällen zu können.“

Andre Kropp (sportlicher Leiter TV Emsdetten): „Heute war eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Eisenach-Spiel festzustellen. Leider haben wir die Partie in der Schlussphase aus der Hand gegeben und uns nicht mit einem Sieg belohnen können. Aber in unserer momentanen sportlichen Situation steht für mich am Ende ein Punktgewinn. An die heute gezeigte Leistung müssen wir in den nächsten Spielen anknüpfen.“

Konstantin Madert (Torwart TV Emsdetten): „Unsere Mannschaft hat heute weiteren Progress gezeigt und Schritte nach vorne gemacht. In den 60 Minuten hätten wir bei diesem knappen Spielverlauf unsere Fans im Rücken gut gebrauchen können. Leider aktuell nicht möglich! In unserer Situation steht am Ende ein Punktgewinn. Das Gefühl und das Wissen, heute ein gutes Spiel gemacht und erstmals über 30 Tore geworfen zu haben, sollte uns optimistisch auf die kommenden Spiele blicken lassen.“

 

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