Das Impfzentrum am FMO steht bereit

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(Foto: Eike Brünen)

„Die Zeit ist geprägt von Unsicherheit und Hoffnung!“ So Landrat Dr. Martin Sommer am Dienstag bei der Eröffnung des Impfzentrums für den Kreis Steinfurt im Terminal 1 des Grevener Flughafens FMO. „Das Impfen muss die Trendwende bedeuten, die Ausbreitung des Virus muss unbedingt verlangsamt werden.“ Und dass das gelingen kann, dafür soll die hier neu geschaffene Einrichtung sorgen, in nur sieben Tagen funktionstüchtig aus dem „Boden gestampft“, heute fertiggestellt.

(Foto: Eike Brünen)

„Eine tolle Leistung in dieser kurzen Zeit, – herzlichen Dank dafür.“ wie Sommer hervorhob, der kurz zuvor zusammen mit Dr. Matthias Döring, dem Leiter der kassenärztlichen Vereinigung das obligatorische Band durchschnitten hatte. Der Landrat lobte in seinem Eingangsstatement ausdrücklich die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Personen und Institutionen. Der Standort FMO sei für die hier künftig durchgeführten Aufgaben geeignet wie kein anderer in NRW. Der Flugbetrieb ist zum Großteil eingestellt, die wenigen Starts und Landungen werden über Terminal 2 abgewickelt. Der FMO liegt zentral im Kreis, ist von der Verkehrsanbindung her sehr gut erreichbar, Parkmöglichkeiten direkt vor dem Impfzentrum (der Weg dorthin schon rechtzeitig ausgeschildert) stehen gebührenfrei ausreichend zur Verfügung. Im Gebäude ist gewährleistet, dass viele Menschen mit ausreichendem Abstand sich der Impfung unterziehen können. Sanitäre Anlagen sind ausreichend vorhanden, alles auch nutzbar für Menschen mit Handicap.

(Foto: Eike Brünen)

Kreisbrandmeister Ralph Raphael Meier führte dann durch das Impfzentrum. Die Anlage stehe auf standby, – man sei sofort einsatzbereit. Dr. Karl-Heinz Fuchs, medizinischer Leiter des Krisenstabes in Steinfurt, wies darauf hin, dass man derzeit davon ausgehe, dass Anfang Januar 2021 mit den Impfungen begonnen werden kann. Noch während dieses Pressetermins erhielt Fuchs eine Nachricht, dass möglicherweise schon zum 23.12.2020 die Impfstoffe zur Verfügung stehen und man dann unmittelbar starten könnte. In den maximal neun Impfstraßen, die an sieben Tagen für jeweils zwölf Stunden in Betrieb sind, sollen dann täglich 1.500 bis 2.000 Menschen geimpft werden. Darüber hinaus gibt es den mobilen Dienst, der in die Alten- und Pflegeheime fährt. Im Kreis Steinfurt gibt es weiter noch etwa 16.000 Menschen, die zuhause gepflegt werden. Aufgrund der Beschaffenheit des Impfstoffes ist ein aufwendiger Transport von Haus zu Haus nicht möglich. Er darf z. B. keinen Erschütterungen ausgesetzt sein. Das heißt, die in häuslicher Pflege befindlichen Patienten müssen zum Impfzentrum gefahren werden, ggfs. wird hier eine Art Shuttle-Service organisiert.

(Foto: Eike Brünen)

Mit einem Vorlauf von drei Tagen muss jeweils die benötigte Tagesration bestellt werden. Hat der Impfstoff die Lagertemperatur von -70° C einmal verlassen, muss die Impfung in der genannten Frist (dann bei einer Temperatur von 2 – 8° C) erfolgen. Eine Rückführung in den Lagerzustand ist nicht möglich.

 

(Foto: Eike Brünen)

Logistisch wird das eine Herausforderung. Über die Medien werden die jeweils berechtigten Personengruppen informiert, können sich dann einen Termin holen. Hier wird zunächst die Temperatur gemessen und überprüft, ob man zum berechtigten Personenkreis gehört, bevor überhaubt Zutritt in den abgesperrten Bereich möglich ist. Fragebögen sind auszufüllen, es erfolgt ein Beratungsgespräch mit einem Arzt. Stimmt der Patient dann einer Impfung zu, erfolgt diese in einer separaten Kabine. Zusammen mit der Nachbeobachtung in einer Ruhezone dürfte so ein kompletter Durchlauf planmäßig ca. eine Stunde dauern. Der Termin für die notwendige zweite Impfung (21 Tage nach der ersten Maßnahme) wird direkt vereinbart.

Dr. Martin Sommer geht davon aus, dass diese Impfungen sich über das komplette Jahr 2021 hinziehen werden und frühestens 2022 wieder mit einem Leben, wie wir es vor Corona kannten, zu rechnen sei.

 

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