Camping Kunst – Eröffnung der Ausstellung „Oase Emsdetten“ in der Galerie Münsterland

0
4
(Foto: Schülpke)

Man darf nicht alles glauben, was man hört. „Zeitverlust mehr als 20 Minuten.“ Nein, ein Verlust an Zeit war die Eröffnung einer Ausstellung in der Galerie Münsterland am Sonntagmittag nicht. Auch wenn man es immer wieder hörte „Zeitverlust mehrere Stunden.“ Zu vernehmen waren diese Sprüche nach den Erläuterungen zur Ausstellung von Kuratorin Niina Valavuo und den Begrüßungs-Worten des Bürgermeisters Oliver Kellner. Und eigentlich hört man diese Sprüche ja auch auf der Autobahn, aus dem Radio, beim Verkehrsfunk. Vielleicht auf dem Weg zu einer Oase.

Oase, das könnte der Name eines Campingplatzes sein, und damit nicht so prosaisch wie „Wohnmobilstellplatz Verkehrsverein Emsdetten“. Und doch ist der Weg vom Stellplatz zur Oase nicht weit. Die Wohnmobile neben der Galerie Münsterland waren die Ideengeber für die künstlerisch Auseinandersetzung mit dem heutigen Nomadentum.

Katharina Maderthaner und Oliver Gather, zwei benachbarte Künstler aus Düsseldorf, haben sich auf das Thema Camping mit ergänzenden und doch unterschiedlichen Ergebnissen eingelassen. Die Exponate verblüffen; die nervigen Verkehrsnachrichten werden zum meditativen Ritual, die Wohnmobile zum Zement Objekt, Häkeldeckchen finden sich als Struktur im Autoreifenprofil und Camper Accessoires wie Getränkedose, Brühwurstglas oder Kaffeemaschine wandeln sich zum Kirchenfenster oder erinnern an Tiffanydekor.

„Kommen Sie ins Gespräch“, ist der Wunsch von Oliver Gather, den er äußerte, als er einige Worte zu seinen Arbeiten sagte. Es klappte. Die Emsdettener sprachen miteinander und auch Besucher des Stellplatzes nebenan wollten vorbei kommen. Häkeln für Reifenprofildeckchen, Zierumrandungen an Reifennachbildungen, alte Hobbyfähigkeiten finden sich hier in der Ausstellung Katharina Maderthaner, aber ebenso in vielen Campern. Wie ähnlich manche Strukturen im unterschiedlichsten Gebrauch sind erkennt man auf verblüffende Weise. Auch bei den nachempfunden abstrakten Designpartikeln auf dem meist weißen Lack von Wohnmobilen kommt man ins Staunen, wenn sie isoliert im Bild erscheinen, auf weißem Papieruntergrund mit nur zart angedeutetem Umriss der Autos erscheinen.

Aber es sind nicht nur die Änderung von Materialien oder die Verwendung „falscher“ Bestandteile, auch die Medien tragen zur Wandlung von Betrachtungsweisen bei. Und so sind neben Skulptur und Bild, auch Video und Ton wichtig. Die Veränderung der Caravan Namen, ihr Wechsel durch Projektionen auf den aus Beton gegossenen Mini Mobilen zeigt auch eine vielleicht beliebige, aber trotzdem interessante neue Sichtweise und  nicht die technischen Daten der Automobilisten, sondern lockende Namen und Designpartikel deuten auf Wert und Vielfalt des Campingbus. Die Ausstellung ist bis zum 28. Juni 2026 zu besichtigen. geöffnet und auf begleitende Termine finden Sie hier bei Alles Detten und auf der Webseite der Galerie.

Kommentieren Sie den Artikel

Die Kommentare werden erst nach Prüfung freigeschaltet. Kommentare ohne Hinweis auf den Verfasser (vollständiger Klarname) oder gar mit vorsätzlich falscher E-Mail-Adresse werden nicht veröffentlicht! Wir bitten Sie, bei Ihren Kommentaren sachlich zu bleiben und sich einer angemessenen Formulierung zu bedienen.

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Danke für Ihre Nachricht. Wir werden diese schnellst möglich bearbeiten.