Bitteres Ende für den TVE – „Diese Niederlage tut weh“

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Yannick Terhaer
Yannick Terhaer war im Hinspiel gegen den EHV Aue mit 8 Treffern der erfolgreichste Schütze im TVE-Dress - danach kam lange Zeit nichts (Foto: Thorsten Fisseler)

…ist aber nicht unverdient, denn  auch wenn viele Zuschauer den Schiedsrichtern die Schuld in die Schuhe schieben wollten (die zugegeben nicht immer ein glückliches Händchen bewiesen haben), daran hat es nicht gelegen. Unschön der Moment, als zwei Zuschauer meinten, ihre Becher auf’s Spielfeld werfen zu müssen. Emotionen in jegliche Richtung beim Sport sind OK aber eine solche Geste gehört hier einfach nicht hin.

Unser neuer TVE-Beobachter Manuel Niehoff fasst das Spiel für Sie zusammen:

Das letzte Heimspiel der Hinrunde geht verloren. Die Handballer des TV Emsdetten mussten sich am Donnerstagabend mit 24:26  (12:13) Toren in der heimischen EMS-Halle dem EHV Aue geschlagen geben.

Trainer Sascha Bertow hatte vor dem Spiel gewarnt, dass der EHV Aue ein starker Gegner ist der zu Unrecht auf einem Abstiegsplatz steht. Den Beweis lieferte der EHV selbst im Spiel.

Es ging schon nicht gut los für die Jungs aus Emsdetten. Mit einem Spielstand von 1:4 lief man bereits nach wenigen Minuten – genau wie zuvor in Hamm, einem 3-Tore-Rückstand hinterher. Es dauerte einige Zeit, bis der TVE etwas besser ins Spiel fand. Erst nach 12 Minuten konnte mit einem Treffer von Maximilian Nowatzki zum 5:5 ausgeglichen werden. Es sollte das letzte Mal an diesem Abend gewesen sein. Die Emsdettener hatten Probleme im Spielaufbau, und die Gäste aus dem Erzgebirge wussten, wie sie dem Grün Weißen Team die Aufgabe gehörig schwer machen konnten. Dirk Holzner kam nie so richtig in diesem Match an. Nur einen Siebenmeter konnte er verwandeln, ein zweiter Versuch scheiterte und vom Feld gelang dem führernden der TVE-Torschützenliste  kein Treffer. Die Gäste waren in der Deckung stets eng am Mann und machten es den Hausherren extrem schwer sich in gute Wurfpositionen zu bringen. Immer wieder wurden die Ballführenden Emsdettener Spieler erfolgreich vom Gegner fest gemacht.

Trotzdem war zu merken, dass das Team bemüht war sich gegen den Rückstand zu stemmen. Vor der Halbzeitsirene kam man noch einmal auf ein Tor heran. Zur Pause war in der EMS-Halle noch nichts entschieden.

Die 1.360 Fans (die maximal zulässige Zuschauerzahl unter derzeitigen Corona-Bedingungen, also „ausaverkauft“) durften zum Wiederanpfiff berechtigte Hoffnungen auf einen besseren zweiten Durchgang haben. Ihr Team hatte sich zwar unter Wert verkauft, war aber bei nur einem Tor Rückstand weiter im Rennen um den Sieg. Sascha Bertow versuchte nach der Pause mit Oliver Krechel im Tor und Paul Kolk auf Linksaußen neuen Schwung in die Partie zu bringen.

Schon wenige Minuten später bekamen alle Hoffnungen aber einen herben Dämpfer. Wieder kam der TVE schlecht aus der Kabine, und die Gäste konnten nach nur fünf Minuten in Durchgang zwei bereits wieder mit 3 Toren wegziehen. Weitere vier Minuten später stand es bereits 13:19 aus Sicht der Heimmannschaft. Man nahm sich zu viele Würfe aus schlechten Positionen heraus, ohne dass Druck durch Zeitspiel gedroht hätte.

Man sah der Spielweise der Mannschaft nun an, dass auch sie wussten, dass es eng werden würde. Das Trainerteam stellte in der Folge nun auf eine offensivere Deckung um. Mit einem, wahlweise auch zwei Spielern versuchten die Herzblut Handballer nun den EHV im Spielaufbau unter Druck zu setzen und Ballgewinne zu provozieren. Es gelang dennoch einfach zu selten, die eigenen Mitspieler in aussichtsreiche Abschlusspositionen zu bringen. Ballverluste im Spielaufbau häuften sich und führten beim Gegner zu einfachen Toren.

In der Endphase des Spiels kam der TV zwar noch einmal auf bis zu drei Tore heran, die Erzgebirgler hatten an diesem Abend aber Nerven wie Drahtseile. Auch wenn der Druck durch anzeigen des Zeitspiels groß wurde und nur noch wenige Pässe gespielt werden durften, verwandelten sie ihre Chancen eiskalt. Mit immer weniger Zeit auf der Uhr versuchte Emsdetten noch mit schnellem Spiel das Ruder herum zu reißen. Der Druck, schnelle Treffer erzielen zu müssen, sorgte dafür, dass die Fehlerquote in den Anspielen wuchs, und so ist der Sieg der Gäste am Ende ungefährdet und verdient.

Nach den beiden Niederlagen gegen Hamm und den EHV Aue steht der TV Emsdetten im letzten Duell vor der Spielpause wieder ein wenig mehr unter Druck. Die Tabelle der 2. Handballbundesliga ist sehr eng, und Spiele wie dieses beweisen immer wieder, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. Der TV Emsdetten wird am Sonntag (2. Weihnachtstag) um 16 Uhr bei den Eulen Ludwigshafen wieder versuchen, das bessere Ende für sich zu behalten. Dieses Spiel wird vermutlich schon ohne Zuschauer stattfinden.

Maurice Paske   brachte es auf nur 5 Paraden
Oliver Krechel   (nur 8 Min im Spiel) 1 Parade
Yannick Terhaer   8 Tore (davon 4 vom Punkt)
Darko Dimitrievski   1 Tor
Jakob Schwabe   1 Tor, 1 x Gelb, 1 x Zeitstrafe
Paul Kolk   3 Tore
Marcel Schliedermann   1 Tor
Dirk Holzner   1 Tor (durch Siebenmeter)
Robin Jansen
Freddy Stüber   3 Tore, 1 x Gelb
Rene Mihaljevic   1 Tor
Anton Runarsson   1 Tor
Maximilian Nowatzki   2 Tore

 

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