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Mittwoch, Juli 15, 2026
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Beirat Ü60 unterstützt Forderungen der Landesseniorenvertretung NRW

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Der Beirat Ü60 der Stadt Emsdetten unterstützt die Kritik der Landesseniorenvertretung (LSV) Nordrhein-Westfalen an den geplanten Reformen der Pflegeversicherung. Beide Gremien sehen die derzeitigen Entwicklungen mit großer Sorge und fordern eine grundlegende Neuausrichtung der Finanzierung der Pflege.

„Wir brauchen eine andere Finanzierungsgrundlage als die derzeitige Teilkasko-Pflegeversicherung“, betont der Vorsitzende der Landesseniorenvertretung NRW, Karl-Josef Büscher. Pflege sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und dürfe nicht zu einer immer größeren finanziellen Belastung für Pflegebedürftige und deren Angehörige werden. Vielmehr müsse die gesamte Gesellschaft Verantwortung übernehmen.

Kritisch bewerten die Seniorenvertretungen insbesondere die vorgesehenen steigenden Eigenanteile, die zunehmende Belastung pflegender Angehöriger sowie die fehlenden Perspektiven für das aktuelle und zukünftige Pflegepersonal.

Mit der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 sei das Ziel verfolgt worden, Armut infolge von Pflegebedürftigkeit zu verhindern. Nach Auffassung der LSV droht dieses Ziel zunehmend verfehlt zu werden. Bereits heute führen hohe Eigenanteile dazu, dass immer mehr ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und auch pflegebedürftige Kinder auf Sozialhilfe angewiesen sind.

„Für Menschen am Ende eines zumeist arbeitsreichen Lebens ist dies eine beschämende Aussicht“, so die Kritik der Seniorenvertretungen. Zudem würden die ohnehin finanziell stark belasteten Kommunen vor zusätzliche Herausforderungen gestellt, wodurch finanzielle Spielräume für andere wichtige Aufgaben vor Ort weiter eingeschränkt würden.

Die LSV fordert daher eine Stärkung der Einnahmeseite der Pflegeversicherung. Dazu gehöre auch eine bessere Anerkennung der Leistungen pflegender Angehöriger, beispielsweise durch zusätzliche Rentenpunkte anstelle weiterer Belastungen.

„Wir sind empört über Vorschläge, die völlig an der Lebensrealität der Menschen vorbeigehen“, erklärt Karl-Josef Büscher. Gleichzeitig müsse dringend die Frage beantwortet werden, wie der Pflegeberuf angesichts der hohen Belastungen für junge Menschen attraktiv bleiben oder wieder attraktiver werden könne.

Der Beirat Ü60 der Stadt Emsdetten schließt sich dieser Einschätzung an und fordert, den bestehenden Pflegenotstand sowie die strukturellen Probleme im Gesundheits- und Pflegesystem erneut stärker in den politischen Fokus zu rücken.

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