Bald Busverkehr mit neuen Antrieben?

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André Pieperjohanns (RVM-Geschäftsführer; v.l.), Landrat Dr. Martin Sommer, Dezernent Carsten Rehers sowie Manfred Gerster vom Bushersteller van Hool nv vor dem ersten Testfahrzeug. (Foto: Kreis Steinfurt)

Wie sieht der Antrieb der Zukunft im Busverkehr aus? Wenn auch der Fuhrpark der RVM Regionalverkehr Münsterland GmbH dank der hohen Umweltstandards EURO V und EURO VI bereits schadstoffarm ist, gilt es, den Ersatz fossiler Brennstoffe voran zu treiben. Neben rein elektrischen Antrieben ist der Einsatz von Wasserstoff eine Alternative. Eine Arbeitsgruppe der RVM steht daher mit den Anbietern von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben im engen Austausch, um für die Anforderungen des Verkehrsnetzes im Kreis Steinfurt eine passende Lösung zu finden.

Eine der Anforderungen sind die langen Distanzen, die die Busse der RVM jeden Tag zurücklegen. Bis zu 500 Kilometer sind da keine Seltenheit. „Innovative Antriebe müssen einige Herausforderungen meistern“, so RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns. „Wir sind daher mit vielen Herstellern im Gespräch.“

In dieser Woche wird ein Wasserstoffbus auf Herz und Nieren getestet. Die Busse können mit 35,8 kg Wasserstoff betankt werden und verfügen damit über eine Reichweite von rund 350 Kilometer. Theoretisch sind laut Hersteller sogar über 400 Kilometer möglich. Dabei dienen die Brennstoffzellen gemeinsam mit den Lithiumbatterien und den Elektromotoren als Basis des Antriebs. Der Bus wird vollelektrisch betrieben. Einerseits wird Wasserstoff in der Brennstoffzelle in Elektrizität umgewandelt, wobei nur Wasserdampf emittiert wird, andererseits wird der Antrieb bei Bedarf über die Lithiumbatterien unterstützt. Dank dieses Hybridantriebs und der Rückgewinnung der Bremsenergie kann der Wasserstoffverbrauch auf rund 8 kg/100 km begrenzt werden. Eine Betankung dauert maximal 15 Minuten, sodass lange Standzeiten vermieden werden. Die so genannten Traktionsbatterien mit einer Leistung von bis zu 36 kWh können bei Bedarf auch extern geladen werden.

Für Landrat Dr. Martin Sommer passt das Testfahrzeug in die Strategie des Kreises: „Der Einsatz von Wasserstoffbussen ist ein Leuchtturmprojekt, das im Konzept „HYMAT-Energie“ des Kreises Steinfurt als Teil unseres Wasserstoff-Masterplans durchgerechnet worden ist. Viele regionale Unternehmen sind in unserem Wasserstoff- Netzwerk organisiert und verfolgen mit großem Interesse die nächsten Umsetzungsschritte. Zudem sind Wasserstoffbusse im Kreis Steinfurt vor dem Hintergrund der vielen Windkraftanlagen sinnvoll.“ So könne „grüner“ Wasserstoff, also Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde, eingesetzt werden. Für eine Umstellung des Fuhrparks sind alle Vor- und Nachteile auch unter Berücksichtigung der Kosten abzuwägen. Die Flotte der RVM umfasst 157 Busse, davon allein 61 an den Betriebshöfen Ibbenbüren und Lengerich.

Verkehrsdezernent Carsten Rehers beschreibt die Mission der RVM: „Wenn unsere Busse mit grünem Wasserstoff fahren, der aus erneuerbaren Energien vor Ort hergestellt wird, können wir Klimaschutz und regionale Wertschöpfung bestens verbinden. Wir wollen mit unserem kommunalen Verkehrsunternehmen vorangehen und betrachten dies als wichtigen Baustein eines regionalen Wasserstoff-Markthochlaufs“. Rehers unterstreicht, dass im gesamten Münsterland aktuell großes Interesse an Wasserstoffbussen besteht und hier in einem integrierten Umstellungsprozess große Synergien gehoben werden können.

Für weitere Informationen zum Busangebot steht die Schlaue Nummer unter der Telefonnummer 0180 6 / 50 40 30 (20 ct/Verbindung aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 60 ct/Verbindung.) zur Verfügung. Fahrplaninformationen gibt es auch bei der kostenlosen elektronischen Fahrplanauskunft unter 0 800 3 / 50 40 30 oder im Internet unter www.rvm-online.de sowie in der BuBiM-App. Die BuBiM-App steht zum kostenlosen Download im App Store und im Google Play Store bereit.

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