Auf internationale Katastrophenlagen vorbereitet

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(Foto: privat)

Vom Jugendgruppenleiter zur internationalen Führungskraft: Der Emsdettener Malteser Roman Pause nahm gerade in Berlin an einem Training für internationale Katastrophenlagen teil und engagiert sich ehrenamtlich als Führungskraft bei großen Auslandseinsätzen von Malteser International.

Führungskräfte von UN-Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), aus Ministerien und von sogenannten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie den Maltesern kamen für eine Woche in Berlin zusammen um sich auf internationale Katastrophenlagen vorzubereiten. Unter den 23 Teilnehmenden war auch der junge Emsdettener Roman Pause, der bei Auslandskatastrophen ehrenamtlich als Führungskraft für Malteser International – dem internationalen Hilfswerk des Malteserordens – in den Einsatz geht.

„Emergency Medical Teams Coordination Cell Training (EMTCC)“ – so war das internationale Übungstreffen, das komplett auf Englisch stattfand, überschrieben. Die EMTCC ist die Koordinierungseinheit für mehrere Arten von Teams bei Katastrophenfällen und Krisen: Einfache Feldkliniken (Typ 1), größere Feldhospitäler mit mehr Möglichkeiten wie z.B. chirurgischen Eingriffen (Typ 2) und den vollumfänglichen Kliniken mit Spezialmöglichkeiten (Typ 3).

Theoretische Planung & praktische Simulation

(Foto: privat)

In den ersten Tagen des Trainings stand die theoretische Planung von internationalen Einsätzen auf der Tagesordnung: Welche Sofortmaßnahmen sind zu organisieren und koordinieren, wenn ich als erste Person im betroffenen Land angekommen bin? Wie funktioniert die Koordination und das Management von nationalen und internationalen medizinischen Nothilfeteams? Auch das Entscheiden in absoluten Katastrophen- und Krisensituationen unter Stress und die Zusammenarbeit und Verhandlungen mit nationalen und internationalen Akteuren wie Botschaften, Ministerien, der UN, der Europäischen Union und der NATO standen auf dem Trainingsplan. Dazu die Koordination der zivil-militärischen Zusammenarbeit, also etwa die Kooperation von Bundeswehr und Hilfsorganisationen und die Unterstützung des jeweiligen nationalen Gesundheitsministeriums und der lokalen Kliniken. Der theoretischen Planung schloss sich am Ende eine 36-Stunden-Simulation an, in der die Teilnehmenden die zuvor erlernten Fähigkeiten unter Beweis stellen mussten. Das Szenario der Übung: Ein Taifun im Westpazifik. Roman Pause: „Zum Glück in diesem Fall nur eine fiktive Katastrophe. Sie kann aber eintreten und da ist es dann gut zu wissen, was im Ernstfall zu leisten ist und wie die Zusammenhänge in der internationalen Notfallhilfe sind.“

► Organisiert wurde das Training von den Vereinten Nationen (UN), die Trainer kamen aus dem WHO-Generalsekretariat. Trainingsort und Unterkunft hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) auf Anfrage der Vereinten Nationen bereitgestellt.

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