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1989, 2006 und jetzt 2020, – das waren/sind Momente, wo ich stolz darauf bin, hier aufgewachsen zu sein, hier leben zu dürfen. Die Wiedervereinigung, das Sommermärchen und jetzt die globale Corona-Pandemie – Ereignisse, die über alle Generationen hinweg, unabhängig von gesellschaftlicher Stellung, Beruf oder was auch immer ein unglaubliches Wir-Gefühl erzeugt haben. Ereignisse, die zeigen, wenn man will, wenn alle an einem Strang ziehen, dann kann man auch etwas erreichen.

1989 war es für unsere ostdeutschen Landsleute die Errungenschaft, endlich in Freiheit leben zu dürfen. 2006, Sommermärchen, unsere Nation war im kollektiven Freudentaumel, die Deutschlandfahne, stolz im Vorgarten aufgestellt, war nicht mehr verpönt sondern unbedingtes Muss. Dass es mit dem Weltmeistertitel dann am Ende nicht geklappt hat, war nicht mehr so wichtig.

Heute ist die Situation eine gänzlich andere, für Freudentaumel kein Platz, das seinerzeitige in-den-Armen-liegen mit wildfremden Menschen bei Strafe verboten. Ein Wir-Gefühl mit Sicherheitsabstand. Die meisten haben das tatsächlich verstanden, haben erkannt, worum es geht.

Nur wenige fühlen sich dadurch ihrer Rechte beraubt, sehen eine Verschwörung, die darauf abzielt, die Bevölkerung zu zermürben, sie gar wirtschaftlich vernichten zu wollen. Dass diese wenigen durch gezielte Missachtung der Vorschriften der Corona-Schutzverordnung bewusst provozieren wollen, ist eine Sache, nicht akzeptabel jedoch ist es, dass sie dadurch zu potentiellen Gefährdern, zu einem Risiko werden.

Die weltweiten Ereignisse sind nicht zu leugnen, in den einzelnen Ländern wird unterschiedlich mit der Situation umgegangen. Entsprechend unterschiedlich sind auch die sich daraus ergebenden Resultate. Möglicherweise sind einige Maßnahmen überzogen, übervorsichtig, aber lieber so, als am Ende feststellen zu müssen „es wäre so einfach gewesen“. Hier gilt es einen Kampf gegen eine große Unbekannte zu bestehen. Erst war es eine Ski-Hütte, dann eine Karnevalsfeier, ein Seniorenheim, ein Fleischzerlegebetrieb, – keiner weiß, wo der nächste Hotspot auftritt und solange wir das nicht einschränken oder gar verhindern können, ist eine potentielle Gefahr gegeben.

Die Pandemie ist noch nicht beendet, wann es tatsächlich soweit ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand verlässlich sagen. Der Weg, der jetzt noch vor uns liegt, ist vielleicht steiniger denn je, wird möglicherweise weitere Opfer fordern. Ich möchte aber am Ende, wie 1989, wie 2006 wieder im Freudentaumel mit fremden Menschen stolz behaupten können „Wir haben es wiedereinmal geschafft!“

 

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