Die EMS-Halle ist in die Jahre gekommen, bräuchte mal wieder eine Auffrischung, – keine Frage, jeder private Haushalt hat in dieser Zeit vermutlich bereits mehrfach die Tapeten gewechselt oder den ein oder anderen Um- oder Anbau gemacht. Für die unmittelbaren Nachbarn der EMS-Halle ist nicht so sehr der Verkehr, der durch das Publikum entsteht das Problem sondern die nächtlichen Auf- und Abbauarbeiten. Dafür gibt es bauliche Änderungsmöglichkeiten. Brandschutz, Barrierefreiheit, Lüftung, Elektrik da muss einiges gemacht werden, die Pläne liegen fertig in der Schublade.
Die CDU fordert den Neubau einer Halle im Außenbereich an der Gustav-Wayss-Straße mit höheren Zuschauerkapazitäten. Mit im Boot hat sie die TVE-Marketing-GmbH, die sich eine Halle an dieser Stelle künftig sehr gut vorstellen kann. Als unterstützendes Argument hat sich die zweitstärkste Fraktion im Rat der Stadt Emsdetten die Expertise eines Fachmannes herangeholt. Wirft den anderen Fraktionen vor, sich derartige Experten-Meinungen nicht einzuholen sondern auf das „eigene Bauchgefühl“ zu vertrauen. Nun darf man der CDU vorwerfen, dass dieser Unternehmer, der zweifelsohne Fachwissen auf seinem Gebiet hat und von dem Emsdetten auch schon das ein oder andere Mal profitiert hat, möglicherweise ein eigenes wirtschaftliches Interesse hat, wenn eine Halle in der Größenordnung in unmittelbarer Nähe seines Firmensitzes errichtet wird. Bei Führungen durch sein Unternehmen ist die neue Halle gefühlt schon gebaut und kann von ihm für verschiedene Projekte genutzt werden.
Dass diese Expertise eines ausgewiesenen Fachmannes sehr einseitig ist, brachte dann eine Expertise einer ausgewiesenen Fachfrau zutage, die berühmte „zweite Meinung“ die man sich immer mal einholen sollte. Ulrike Wachsmund, langjährige Geschäftsführerin des Komplexes Stroetmanns Fabrik, EMS-Halle, Verkehrsverein, hatte bei ihrer Verabschiedung leidenschaftlich darum gebeten, dieses komplexe Gelände zusammen mit dem Kulturhof Deitmar, nicht auseinander zu reißen. Die Lage in der Innenstadt ist ideal, bildet Synergieeffekte, holt das Publikum in die City und nicht auf „die grüne Wiese“, die ja dann ein Industriegebiet wäre. In dieser Komplexität können Ressourcen ausgetauscht werden. Equipment, Technik, Personal. Bei zeitgleichen Veranstaltungen sind die Pausen beispielsweise so getaktet, dass die Servicekräfte von A nach B wechseln können. Wir alle wissen, wie schwer es aktuell ist, an diese Leute heranzukommen.
Auffallend, dass bei den angeführten Argumenten auch Mitglieder der CDU-Fraktion applaudierten.
Dass für die TVE-Marketing GmbH eine Halle erstrebenswert ist, welche Erstliga-Reife vorweisen kann, ist legitim, sportlicher Ehrgeiz. Allerdings muss sie sich auch gefallen lassen, dass der Spielbetrieb aktuell in der dritten Liga stattfindet. Liga Eins mag sicher das große Ziel sein, allerdings in weiter weiter Ferne. Wer sich die Hallen der dritten oder auch der zweiten Liga anschaut, der weiß, dass Emsdetten eigentlich ganz gut ausgestattet ist. – Wenn die kleine Tochter reiten möchte, dann wird auch nicht gleich das beste Rennpferd gekauft…
Der Standort EMS-Halle darf unter anderem aus oben genannten Gründen nicht aufgegeben werden. Sicherlich muss in der Halle etwas getan werden, um sie wieder aufzuwerten, aber das muss es so oder so, auch wenn im Außenbereich eine weitere Halle gebaut werden sollte, sonst verfällt die EMS-Halle, die ja weiterhin belebt und bespielt werden soll.
Bei Großveranstaltungen, bei denen auch viele auswärtige Gäste nach Emsdetten kommen, muss für Parkplätze gesorgt werden. Mühlenstraße und Parkdeck kaufland reichen da nicht aus. Das Parkhaus Wilhelmstraße wird bald abgerissen. Warum nicht ein Parkhaus an der Mühlenstraße? Die Flächen sind da und architektonisch ließe sich das ins Stadtbild einpassen. So hätte man für die Hallenbesucher aber auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Innenstadt eine Lösung mit kurzen Wegen gefunden.
Ist doch schön, wenn die Gäste neben den vielfältigen kulturellen und sportlichen Veranstaltungen sagen können, dass es sich lohnt, mal durch die Einkaufstraßen oder Kneipen der Emsdettener Innenstadt zu schlendern. Wäre für uns bestimmt ein besseres Aushängeschild als „Emsdetten hat ein echt tolles Industriegebiet.“
Schade, dass die Politik hier statt gemeinsam an einer vernünftigen Lösung zu arbeiten, bislang eher eigensinnig handelt. Blockade und fragwürdige Expertisen bringen uns nicht weiter.




Ich kann die Gedankengänge nur unterstützen.
Die Ems-Halle muss übearbeitet werden.
Aber bitte die Kirche im Dorf lassen. Alles Wünschenswerte bitte zurück stellen und nur das Notwendige erstellen.
Wir leben hier in Emsdetten nicht auf einer Insel der Glückseligkeit.
Emsdetten ist mit seiner Ems-Halle im Großen und Ganzen gut aufgestellt.
Schießfreunde, sanitäre Anlagen, Zuwegungen innerhalb der Halle sowie Lüftungsanlagen sind als Notwendigkeiten anzusehen.
Der Handballsport ist bestens mit der Halle ausgestattet, was sich unschwer an den Hallen der Gegner erkennen läßt.
Wer mehr will, muss auch das entsprechende Geld mitbringen.
Mir war gar nicht bekannt, dass das wohl renommierteste Stadtplanungsbüro Deutschlands auch „eigenes Bauchgefühl“ heißt. Aber man lernt ja immer noch dazu, dank der CDU.
Danke für Ihre Nachricht. Wir werden diese schnellst möglich bearbeiten.