Ja, die Frage stellt man sich, wenn man einen zweiten Blick riskiert. Beim ersten Blick schaut man „nur“ genauer hin, ist verwirrt, erstaunt, lächelt. Aber dann, beim zweiten Blick, fragt man sich ‚brauchen die Hilfe?‘
Stadtraumeroberung aus der Galerie Münsterland
Einige Emsdettener, die am Samstag, während der Marktzeit durch die Stadt liefen, oder am frühen Nachmittag, wenn fast nur noch die ersten Besucher von Detten Rockt die Stadt bevölkern, waren wirklich irritiert.
Die Galerie Münsterland hatte wieder einmal mit einer „Stadtraumeroberung“ erfreut. Die Stadtraumeroberungen bekommen fast schon Traditionscharakter. Ob nun Balkone erobert wurden oder Skulpturen durch Verbergen wieder sichtbar werden, es sind Kunstaktionen mitten in der Stadt die Irritation, Erstaunen oder Lächeln hervorrufen.
„Dressing The City und mein Kopf ist ein Hemd“ war eine feine, subtile Form dieser Eroberung. Angie Hiesel und Roland Kaiser sind die Creatoren der Aktion und Ursula Taich und Ziv Frenkel haben performt.
Man muss schon genau hinschauen, will man die Performance erkennen, die sich eigentlich nur bildlich beschreiben lässt. Hat man aber die beiden Darsteller entdeckt, folgt ihnen auf ihrem einstündigen Gang durch die Emsdettener Innenstadt, ist man verblüfft über die Vielfalt, die sich mit kleinen subtilen Gesten erreichen läßt. Kaum merklich in der Automatiktür eingeklemmt sein, den Verkehrsschildpfosten in der Jacke oder dem Mantel einschließen, unbeweglich für mehrere Minuten (ja, auch das ist schon ungewohnt) in der Fußgängerzone verharren. Da ist der zweite Blick mitunter die erste Reaktion.
Nein, die beiden brauchen keine Hilfe. Eher die Fußgänger in der Stadt, vielleicht um die Künstler zu sehen, meist um sie zu verstehen. Und dann geht man wieder wacher durch die Stadt.













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