Zum 30. Juni 2027 wird die Heilig-Geist-Kirche in Hollingen profaniert. Profanierung oder auch Profanation ist die Entwidmung eines sakralen Gegenstandes, in diesem Fall eines Gebäudes, – die Beendigung der Nutzung als geheiligter Ort.
Weihnachten 2019 wurde die Emsdettener Bevölkerung bereits informiert, dass eine Profanierung unter anderem für das Kirchengebäude in Hollingen bevorsteht (wir kommentierten seinerzeit H I E R). Im Juni 2024 dann die offizielle Meldung: zum 30.06.2027 ist Schluß (H I E R).
Dieser Termin rückt nun immer näher, die Katholische Kirchengemeinde St. Pankratius als Eigentümer versucht händeringend einen Investor zu finden, der das Gebäude erwerben und weiter nutzen möchte, was sich wohl als ein schwieriges Unterfangen erweist.
Jens Schwarte, 1. Vorsitzender der Hollinger Schützengesellschaft und Karl-Ludwig Borgmann, Vorsitzender des Ortsausschusses Heilig-Geist haben sich jetzt zusammengesetzt und gemeinsam überlegt, wie eine künftige Nutzung aussehen könnte.
In einem exklusiven Gespräch mit AllesDetten haben sie über die ersten Annäherungen berichtet. Die Leitung der Katholischen Kirchengemeinde St. Pankratius war hierzu ebenfalls eingeladen, lies diese Einladung aber unbeantwortet.
Jens Schwarte bedauerte den Schritt sehr, wenngleich der wirtschaftliche Aspekt den Verantwortlichen kaum Spielraum lässt. Für viele Einwohner Hollingens und darüber hinaus habe die Heilig-Geist-Kirche eine besondere Bedeutung, sei mit prägenden Eindrücken verbunden. Schwarte sieht in der Schließung aber auch eine Chance für eine Neugestaltung des gemeinschaftlichen Lebens in Hollingen.
Die zentrale Lage in Hollingen, das hervorragende Raumangebot, die vorhandenen Parkplätze, all das darf nicht ungenutzt bleiben. Borgmann und Schwarte schwebt möglicherweise ein Trägerverein vor, der dann an Vereine, Gruppierungen oder auch Firmen die Räumlichkeiten temporär vermietet. Tagungen, Seminare, Übungsräume für Musiker, Chöre, verschiedene Gruppen. Auch wird ein Andachtsraum nicht ausgeschlossen.
„Die Hollinger Schützengesellschaft wird aber nicht der gesuchte Investor sein.“, schließt deren 1. Vorsitzender den Kauf der Immobilie aus, erklärt sich aber bereit, für die Nutzung sich anteilig an den Betriebskosten zu beteiligen.
Die Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Emsdetten hat im März diesen Jahres (H I E R) Fragen gestellt, die in der Sitzung des Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Wohnen (ASWW) am kommenden Dienstag (02.09.2025 18 Uhr Ratssaal) beantwortet werden sollen. Soweit das überhaupt möglich ist, denn die Stadt ist ja nicht Eigentümer, kann höchstens mit der Kirchengemeinde Kontakt aufnehmen und vermitteln. Erst wenn hier eine konkrete Umnutzung vorgenommen wird, muss die Stadt diese im Sinne des Baurechts prüfen und genehmigen.
„Wir wollen einfach nur rechtzeitig darauf aufmerksam machen und möglicherweise weitere Vereine und sonstige Interessenten dazu animieren, sich über eine eventuelle gemeinsame Nutzung in Zukunft Gedanken zu machen.“, zeigen sich Borgmann und Schwarte willig, auch zusammen mit der Kirchengemeinde eine Lösung herbeizuführen.
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