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Dienstag, Juli 14, 2026
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Diskussion um die EMS-Halle

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(Foto: Schwegmann)

Fortsetzung von Ausschuss für Infrastruktur beschließt in Marathonsitzung

Eine Sanierung der EMS-Halle könne bis zu 18 Monate dauern. Das würde bedeuten, dass das Gebäude für diesen Zeitraum gänzlich nicht genutzt werden kann. Nicht für Schulsport, nicht für Vereinssport und auch nicht für den Profi-Sport. Die Politik, oder Teile der Politik, war bislang davon ausgegangen, dass der Ausfall maximal einige Wochen dauern würde, dafür die spielfreie Zeit genutzt werden könne, maximal wenige Heimspiele verlegt werden müssten. Diese Annahme beruht wohl auf einer mißverständlichen Aussage der Stadtverwaltung.

Thomas Uphoff, 1. Vorsitzender des Stadtsportverbandes, eröffnet mit einer Stellungnahme die Diskussion: „Emsdetten hat 27 Sportvereine, 12.500 Mitglieder, die EMS-Halle ist wesentlicher Bestandteil der sportlichen Infrastruktur, hauptsächlich wird die Halle für den Handballsport genutzt aber auch für den Schulsport der Geschwister-Scholl-Schule. Hier finden an jedem Wochenende 12 Spiele statt zuzüglich die Begegnungen der Profi-Liga oder auch die Turniere wie kürzlich erst wieder die „Emsdettener Wanne“, gleich mehrere Mannschaften trainieren hier, auch die Fußballer nutzen die Halle, vornehmlich in den Wintermonaten, richten hier Turniere aus. Folge einer Hallenschließung für 1,5 Jahre wird sein, dass Trainingseinheiten hier oder in anderen Hallen wegfallen, das wiederum hat zur Folge, dass die Nachwuchssportler sich möglicherweise andere Vereine im näheren Umfeld von Emsdetten suchen oder eben mit dem Sport aufhören. Beides kann nicht wünschenswert sein. Die ehrenamtlichen Trainer und Mannschaftsbetreuer fallen weg und, das hat die Pandemie gezeigt, es wird schwierig sein, diese zurück zu gewinnen, wenn der Umstand aufgehoben ist. Es muss zwingend erst eine Dreifach-Halle gebaut werden, bevor eine solche Situation wegen Schließung der EMS-Halle entsteht.“ Uphoff ist nur beratendes, nicht stimmberechtigtes Mitglied im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit und bat die Politiker, seine Ausführungen in ihrer Entscheidung zu berücksichtigen.

Daniel Hellwig, Fraktionsvorsitzender der CDU, verkündete, dem 1. Bauabschnitt (Schießanlage) zuzustimmen, nicht aber dem 2. Abschnitt: „2018 wurde uns eine tolle Halle vorgestellt… mit erträglichen Kosten, daraus wurden dann immense Kosten, so dass das Projekt nicht mehr vertretbar wurde. Wir solltenn hier heute die Notbremse ziehen und das Projekt rechtzeitig stoppen, gefährden sonst den Profi-Handball in Emsdetten.“ Hellwig äußerte auch Kritik am derzeitigen Bürgermeister, scheint aber vergessen zu haben, dass die zuvor von ihm genannten immensen Kosten bereits zur Zeit seines CDU-Bürgermeisters intern bekannt waren, jedoch verschleiert wurden.

„Wir fahren gerade alle auf die selbe Wand zu!“, versuchte Dr. Thomas Kock (SPD) die Situation zusammenzufassen: „Was Thomas Uphoff gesagt hat, hat mich beeindruckt. Wir (die SPD-Fraktion) werden die Schießfreunde unterstützen und werden jetzt auch dem 2. Bauabschnitt zustimmen obwohl wir damit nicht glücklich sind. Wir haben wenig Zeit und in dieser Zeit muss geklärt werden, was wann weiterhin möglich ist. Welche Kosten auf uns zukommen. Gibt es hierzu in den nächsten vier Monaten keine Klärung, werden wir den 2. Bauabschnitt ablehnen. Wir haben dem Martinum die Sporthalle versprochen, die Halle wird auch gebaut werden, ob als Dreifach-Sporthalle, ob mit oder ohne Tribünen für Zuschauer, das kann dann noch geklärt werden, für uns hat zunächst der Schulsport Priorität vor dem Profi-Handball. TVE ist nice to have – Schulsport ist must to have. Jetzt müssen zwingend Hausaufgaben gemacht werden, dass wir zum Jahresende eine Entscheidung finden können.

Stefan Schwamborn (Die Grünen) „Wir brauchen auf jeden Fall eine neue Großsporthalle, allerdings nicht die Luftschlösser, die hier in einigen Köpfen umherirren!“ (Anm. d. Red.: Halle mit 3.000 oder mehr Zuschauern, Campus…), dann auf das Zitat von Daniel Hellwig „Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben.“ – „Diesen Euro muss man aber erstmal haben.“

Die CDU hatte seinerzeit gefordert in die Machbarkeitsstudie weitere alternative Standorte einzubeziehen. Tatsächlich sind in dieser Studie nur der Standort Stauffenbergstraße (Hallenbad/Spiel- und Sporthalle) und Grevener Damm (Salvus-Stadion/TennisGemeinschaft) einbezogen worden. Im Fall Grevener Damm hat man sehr schnell festgestellt, dass ein dortiger Hallenbau andere Sportarten nicht unerheblich einschränken würde. „Die 50.000 € für die Studie hätten wir uns sparen können.“, so Hellwig.

„Die Machbarkeitsstudie ist auf diese beiden Standorte beschränkt worden“, so Rolf Ohde (Die Grünen), „weil hier die Grundstücke in städtischem Besitz sind.“ – über alle anderen in Betracht gezogenen Flächen kann die Stadt nicht verfügen. Ohde stellte auch die Frage, ob es für eine neue Halle möglicherweise Investoren gibt, die einen Teil oder gar die ganze Halle übernehmen.

Das Thema konnte Elmar Leuermann (1. Beigeordneter) direkt wieder beenden: „Wir werden definitiv niemanden finden, der uns eine Halle baut. Wenn ein Sponsor sich meldet und sagt, ich bin mit fünf Millionen dabei, sitzen wir morgen mit ihm an einem Tisch – aber den gibt es nicht.“

Der Beschlussvorschlag zur Umsetzung des 1. Bauabschnitts (Schießanlage) wurde einstimmig beschieden und wird als Empfehlung aus dem Fachausschuss am kommenden Montag im Haupt-, Finanz- und Steuerungsausschuss (HFS) vermutlich ähnlichen Weg nehmen.

Beim 2. Bauabschnitt gab es inhaltlich Ergänzungen zur ursprünglichen Beschlussvorlage. Hier gestaltete sich die Abstimmung in den beiden Ausschüssen unterschiedlich jedoch jeweils knapp mit einer Stimme. Auch hier wird noch im HFS beraten und der Rat wird dann in seiner Sitzung am 29.09. die abschließende Entscheidung treffen.

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