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Donnerstag, August 13, 2026
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Stadtverwaltung bezieht im Gespräch mit AllesDetten Stellung zum Leserbrief

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Die Markierungen entsprechen den geplanten Bushaltestellen (Foto: Google StreetView)

„Die Interessen der Bürger sind nachvollziehbar – die verstehen wir auch.“ Am Montag veröffentlichten wir einen Leserbrief von Anwohnern des Brennesselweges (H I E R nochmal nachzulesen), die ihr Unverständnis darüber äußerten, dass jetzt ausgerechnet vor ihrer Haustür eine Haltestelle für den Bürgerbus BB2 eingerichtet werden soll.

AllesDetten hat daraufhin bei der Stadt Emsdetten um Stellungnahme gebeten. Wir erhielten eine Einladung zu einem Gespräch mit dem Technischen Beigeordneten Martin Dörtelmann sowie dem zuständigen Fachdienstleiter Stadtentwicklung und Umwelt, Philipp Bunse. Der eigentlich für Bürgerbus und ÖPNV zuständige Mitarbeiter im Fachdienst 61, Thorsten Rösch, befindet sich derzeit im Jahresurlaub.

Tatsächlich haben Gespräche zwischen der Stadt Emsdetten und den Anwohnern mehrfach stattgefunden, auch auf umfangreichen Schriftverkehr konnte verwiesen werden. Um folgenden Sachverhalt geht es:

Im Zuge der zum Fahrplanwechsel umgesetzten Änderungen im Busverkehr innerhalb der Stadt Emsdetten wird die bisherige Linie C2 eingestellt. Um auch künftig ein ÖPNV-Angebot für die betroffenen Bereiche sicherzustellen, hat sich der Bürgerbusverein auf ausdrückliche Anfrage der Stadt bereit erklärt, seine Linie BB2 entsprechend zu erweitern und zusätzliche Bereiche in das Angebot aufzunehmen.

Dörtelmann und Bunse bedauerten die möglichen Einschränkungen für die Anwohner, beteuerten aber gleichzeitig, dass man auch andere Standorte geprüft habe, bei denen schlussendlich die gleichen Problem aufgetaucht wären, – also nur eine Verlagerung, keine Lösung, bedeutet hätten. Daher habe man diesen Standort priorisiert – letztlich gilt: Allgemeinwohl von Einzelinteressen. „Wir haben bislang von keiner Haltestelle von den betroffenen Anwohnern jemals eine Beschwerde bekommen, dass die Standorte vermüllt waren, wie hier befürchtet wird.“, entkräftet der Technische Beigeordnete gleich zu Beginn eine der im Leserbrief aufgeführten Befürchtungen.

  • Mit der neuen Linienführung werden künftig die Haltestellen Wildgrund, Josefkirche und Brennesselweg angefahren. Im Brennesselweg entstehen hierzu zwei neue Haltepunkte, die jeweils durch einen Haltestellenmast gekennzeichnet werden. Die Haltestelle vor dem Grundstück der Anwohner, die den Leserbrief verfasst haben, wird von Montag bis Freitag viermal täglich angefahren (10:15 Uhr, 12:15 Uhr, 15:15 Uhr und 17:15 Uhr), am Samstag nur zweimal (die Fahrten am Nachmittag entfallen).
  • Bei der Auswahl des Standortes hat die Verwaltung verschiedene Kriterien berücksichtigt. Ziel war es insbesondere, die Erreichbarkeit für die bisherigen Nutzerinnen und Nutzer der C2 möglichst aufrechtzuerhalten und die Entfernung zu den bisherigen Haltestellen gering zu halten. Die neue Haltestelle ist über die vorhandenen Fußwege auch aus dem Bereich Wildgrund gut erreichbar.
  • Darüber hinaus wurde darauf geachtet, dass möglichst wenige öffentliche Parkmöglichkeiten entfallen. Die gewählten Standorte befinden sich in Bereichen, in denen die Parkmöglichkeiten aufgrund von Grundstückszufahrten und Einmündungen bereits eingeschränkt sind.
  • Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Fahrzeit des Bürgerbusses. Da die Fahrten durch ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer durchgeführt werden, musste für die auf Wunsch der Stadt erweiterte Linienführung eine Streckenführung gefunden werden, die den Fahrplan zuverlässig einhalten kann und gleichzeitig ausreichende Pausenzeiten zwischen den Fahrten ermöglicht. Daher wurde unter anderem darauf verzichtet, die Neuenkirchener Straße in die neue Streckenführung einzubeziehen, da dort insbesondere zu verkehrsstarken Zeiten mit zusätzlichen Verzögerungen zu rechnen ist.
  • Die Haltestelle im Brennesselweg wird künftig sechsmal täglich angefahren. Die erste Bedienung erfolgt um 10:15 Uhr und damit nach dem morgendlichen Schulbeginn. Vor diesem Hintergrund sowie aufgrund der mit der Haltestelle verbundenen Parkverbotsregelungen sieht die Verwaltung keine Hinweise auf eine erhöhte Gefährdung von Schülerinnen und Schülern.
  • Die Einrichtung der Haltestellen erfolgt auf Grundlage einer verkehrsrechtlichen Anordnung. Für die Einrichtung von Haltestellen im öffentlichen Straßenraum ist gesetzlich keine Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner vorgesehen. Gleichwohl hat die Stadt die unmittelbar angrenzenden Eigentümerinnen und Eigentümer im Vorfeld schriftlich informiert. Zusätzlich wurden anschließend die Gründe für die Auswahl des Standortes ausführlich erläutert. Anschließend wurde auf Wunsch der Anwohnenden ein Ortstermin durchgeführt, bei dem die vorgetragenen Hinweise und Bedenken besprochen wurden. Die Verwaltung nimmt die von den Anwohnenden vorgetragenen Bedenken ernst. Dass diesen im Ergebnis nicht gefolgt werden konnte, bedeutet nicht, dass sie bei der Entscheidungsfindung unberücksichtigt geblieben sind. Vielmehr wurden sie in die Gesamtabwägung einbezogen und gemeinsam mit den verkehrlichen, betrieblichen und organisatorischen Anforderungen bewertet.
  • Nach Abwägung aller relevanten Belange hält die Verwaltung den gewählten Standort deswegen weiterhin für die insgesamt geeignetste Lösung. Dabei ist auch deutlich herauszustellen, dass die Erweiterung der Bürgerbuslinie auf ausdrückliche Anfrage der Stadt erfolgt, um nach dem Wegfall der Linie C2 weiterhin ein ÖPNV-Angebot für die betroffenen Wohngebiete sicherzustellen. Der Bürgerbusverein unterstützt damit die von der Stadt angestrebte Lösung zur Aufrechterhaltung der Mobilitätsangebote in diesem Bereich.

Sollte sich im Laufe der Zeit herausstellen, dass an dieser Stelle kein Bedarf besteht, kann die Haltestelle immer noch aus dem Fahrplan genommen werden. „Das ist zum Beispiel am Biekmeresch passiert.“, verweist Martin Dörtelmann darauf, dass man dann reagieren wird.

Die Anwohner und Verfasser des Leserbriefes werden einen anderen Ausgang des Gespräches erhofft haben.

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