Sobald die Kreissparkasse die Rohbauarbeiten abgeschlossen hat und damit der Verkehr der schweren Baustellenfahrzeuge eingedämmt ist, soll mit der Umsetzung der Neugestaltung des Sanduferplatzes begonnen werden, das wird planmäßig im März 2027 der Fall sein. – Das war eine der vielen Informationen, die Carsten Paul vom Planungsbüro nts sowie Simon Wieler, Helen Ortmeier und Lea Sundermann vom zuständigen Fachdienst in der Stadtverwaltung, gestern in der leider nur spärlich besuchten Bürgerinformation im Ratssaal verkündet haben.
Begonnen werden soll im ersten Bauabschnitt mit der Anbindung der Kirchstraße im oberen Teil an den Berkemeyer-Kreisel. Künftig wird der Kraftfahrzeugverkehr über diese Zuwegung (Einbahnstraße) den Sanduferplatz erreichen und kann dann links, wie bisher, über die Karlstraße (ebenfalls Einbahnstraße) wieder abfließen. Für Radfahrer sollen die Straßenzüge in beide Richtungen befahrbar bleiben. Etwa in Höhe des bisherigen Parkplatzes im Hinterhof der Sparkasse wird die Einfahrt angelegt, über die die neue Tiefgarage für die Bewohner des Gebäudekomplexes erreichbar ist. Durch diese Verkehrsführung soll erreicht werden, dass der Sanduferplatz bereits ab Villa Schaub weitestgehend frei von Kraftfahrzeugverkehr bleibt.
Natürlich wird gewährleistet, dass Anlieferungen, Rettungsfahrzeuge und letztlich auch der Rosenmontagszug weiterhin passieren können.
Der zweite Bauabschnitt befasst sich dann mit dem Eingangsbereich von der Nordwalder Straße aus kommend, bevor es dann in den Innenbereich, den eigentlichen Sanduferplatz geht. Hier wird eine große Spielfläche entstehen, die Platzgestaltung insgesamt wird grüner, schattenspendende Bäume werden gepflanzt, deren Wirkung sich allerdings wohl noch nicht direkt zum planmäßigen Projektabschluss im September 2028 einstellen wird, – die Bäume müssen erst wachsen. Bei den Baumscheiben wird aus Kostengründen von Granit auf Gitterroste umgestiegen. Sitzgelegenheiten werden geschaffen.
Derartige Bürgerinformationsveranstaltungen sind dafür eingerichtet, den betroffenen Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern. Diese Gelegenheit wurde dann auch genutzt.
Die künftige Stellplatzsituation, die sich insbesondere für die Anwohner nicht verbessert, wurde angesprochen.
„Ich wünsche mir, dass Sie Recht haben, allein mir fehlt der Glaube! – Das geht niemals auf.“, bemerkte ein Bürger bei der Vorstellung des Spielplatz-Konzeptes. „Solange wir hier nicht das Taubenproblem gelöst bekommen, schaffen wir uns mit zugesch… Spielgeräten nur ein weiteres.“ Er würde seine Kinder hier nicht zum Spielen schicken. Das wiederum sah der Planer anders: „Das soll auch kein Abenteuerspielplatz werden, wie der auf Deitmars Hof, auf dem man schon mal einen halben Tag oder länger verweilen kann. Hier sollen sich die Kinder austoben, während die Eltern kurz in die Kirchstraße gehen und shoppen.“, hoffen Planer und Stadtverwaltung die Attraktivität der Innenstadt damit zu erhöhen und Kundschaft vom online-shopping zurück in die Ladenlokale vor Ort zu bringen.
Die Fallschutzfläche rund um die Spielgeräte besteht aus wasserdurchlässigem Kunststoff.
Die Standorte für neu anzupflanzende Bäume wurden so gewählt, dass in diesen Bereichen keine unterirdischen Leitungen gefährdet sind und zugänglich bleiben. Sie sollen auf Dauer Schatten spenden und besonders an den immer häufiger werdenden heißen Tagen für ein kühles Umfeld sorgen. Natürlich bringen Bäume mit sich, dass hier zusätzlicher Lebensraum für Vögel geschaffen wird, die natürlich für Hinterlassenschaften sorgen. Dem kann man wohl nur entgegenwirken, indem man dem Einzugsbereich ausweicht. Die Eierlegendewollmilchsau, die es allen Recht macht, muss wohl erst noch erfunden werden.
Planungsbüro und Stadtverwaltung setzen während der Bauphase ausdrücklich auf Kommunikation mit den Anwohnern: „Nur so können wir Probleme kurzzeitig beheben, Maßnahmen so legen, dass sie für alle erträglich bleiben.“
Bezüglich der beiden aktuellen Großbaustellen gab es massive Beschwerden wegen der Lärmbelästigung die den Status „grenzwertig“ längst überschritten hat. „Warum muss Bauschutt mit dem Bagger aus fünf Meter Höhe in den Container gedonnert werden?“ Ein anwesender Vertreter der Kreissparkasse erklärte, diesen Punkt direkt mit dem ausführenden Unternehmen zu besprechen.
„Aktuell werden Stahlträger in den Boden gerammt, die für Stabilität sorgen sollen, wenn demnächst der Aushub für die Baugrube beginnt.“, war die Erklärung für den aktuellen Lärm und die Erschütterungen. „Das wird noch etwa zwei Wochen andauern.“
Die Vertreter der Stadtverwaltung haben aus dieser Veranstaltung und anschließenden Einzelgesprächen einige Anregungen und Kritikpunkte mitgenommen und werden diese Dinge jetzt je nach Abwägung in das laufende Projekt einfließen lassen.
Aktuell ist der komplette Bereich Sanduferplatz als Einbahnstraße eingerichtet. Es darf nur von der Nordwalder Straße aus eingefahren und über die Karlstraße wieder verlassen werden. Begegnungsverkehr ist an vielen Stellen auch tatsächlich gar nicht möglich. Wie uns von Anwohnern, die die Situation beobachten, mitgeteilt wurde, wird die Einbahnstraßenregelung von vielen Verkehrsteilnehmern mißachtet, was immer wieder zu Problemen führt.




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