Wenn man von einem Ort zum anderen möchte, dann sagt man häufig „von A nach B“. In diesem Fall wollte jemand von A nach A. – Hört sich nicht sonderlich weit an? Nun ja, wenn das erste A für Amsterdam steht und das zweite A für Athen, dann sind das schlappe 3.300 Kilometer quer durch Europa. Dieser jemand ist Moritz Kamp, – AllesDetten hat sich für die Serie „…zu Gast bei…“ mit ihm im Cafe M. an der Kirchstraße getroffen. Moritz Kamp, 24-jähriger Physiotherapeut, hat im Juni 2026 nach dreijähriger Planung und intensiver Vorbereitung diese Tour gemacht. Aber nicht etwa mit dem Zug, Auto oder Fahrrad, Moritz ist gejoggt, gelaufen. Anfangs durch die flachen Niederlande, Belgien, Luxemburg, Deutschland. Beim Start in Amsterdam setzte gleich die erste Hitzeperiode in diesem Sommer ein. Richtung Süden sollte es am Ende noch wärmer werden, dazu kamen dann die Berge, „plötzlich“ war er 2.000 Meter höher als beim Start. Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien Herzigowina, Monte Negro, Albanien und schließlich Griechenland.
100 Tage hatte er für die Tour vorgesehen – am Ende war er dann bereits nach 95 Tagen am Ziel. Alle zehn Tage zwei Tage Pause einlegen, damit der Körper und auch die Seele sich regenerieren können. An den anderen Tagen jeweils immer etwa eine Marathon-Distanz zurücklegen. Mal war es mehr, mal weniger. „Zu Beginn hab ich mich selber gepuscht: Weiter, weiter, – wie von einer Wespe gestochen.“, merkte Moritz Kamp dann aber doch sehr schnell, dass nicht das Ziel sondern der Weg das Ziel ist. „Ich hatte mir im Vorfeld einen Plan zurechtgelegt, welche Stationen ich bis zu gewissen Zeitpunkten erreicht haben möchte. Gestartet ist er häufig bereits morgens um fünf Uhr um somit bis zur Mittagshitze schon einen Großteil geschafft zu haben. Wenn alles nach Plan lief, hatte er bis 15-16 Uhr sein Tagesziel erreicht. Am Vorabend wurde jeweils am Zielort des nächsten Tages eine Möglichkeit zum Übernachten gebucht. Drei Kilogramm „Handgepäck“ plus 1,5 Liter Flüssigkeit waren das Gewicht, welches er ständig bei sich hatte. Er brauchte also auf der Strecke auch einige Versorgungspunkte, die er anlaufen konnte. Acht Liter hat Moritz täglich getrunken, „An einem besonders heißen Tag sogar 13 Liter!“. Elektrolyte waren wichtig, unterwegs beim Laufen viel Weingummi, Gummibärchen: „Die geben Energie!“ Abends gab es etwas „Richtiges“ zu essen.
Der Kontakt nach Hause ist nie abgebrochen. Sieben Paar Laufschuhe hat er auf der Strecke verschlissen. Neue Expemplare mussten ihm immer in den nächsten Ort geschickt werden.
Die Tour war nicht ganz ungefährlich. Tatsächlich hat Moritz Kamp auch einige Male sein körperliches Limit erreicht, war kurz davor, dass der Kreislauf kollabierte. Tatsächlich ans Aufgeben hat er aber nie gedacht. Athen sollte unbedingt erreicht werden „Und wenn ich die letzten Meter mit dem Bus fahren muss.“
„Auf der Strecke gehen einem die unmöglichsten Gedanken durch den Kopf.“ Ob Erbsen in einen Nudelsalat gehören, war beispielsweise ein scheinbar wichtiges Thema mit welchem er sich über mehrere Kilometer beschäftigte. „Während des Laufens bist Du im Tunnel.“, beschreibt er, dass man von der Außenwelt kaum etwas wahrnimmt. Die Zielorte wurden aber schon so ausgesucht, dass man da vielleicht auch mal etwas besichtigen kann.
Moritz Kamp wollte sich mit dieser Aktion aber nicht nur selber etwas beweisen, er wollte damit auch Aufmerksamkeit erregen, für ein Projekt, das er unterstützen möchte: „Sea Eye“ – Seenotrettung im Mittelmeer. Hierfür gibt es ein Spendenkonto auf das man nach wie vor einzahlen kann: Spendenaktion.
Gerade eine Woche wieder zuhause ist Moritz übrigens am vergangenen Sonntag den Köln-Marathon mitgelaufen…




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