Neuer Hubsteiger kommt gegen Eichenprozessionsspinner zum Einsatz

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Die Technischen Betriebe Greven (TBG) haben ihre Möglichkeiten im Kampf gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) deutlich verbessert: Die TBG haben einen eigenen Hubsteiger angeschafft, mit dem nun auch höhergelegene EPS-Nester in den Kronen städtischer Bäume beseitigt werden können.

André Kintrup, kommissarischer Leiter der TBG, spricht von einem „Riesenfortschritt bei der Bekämpfung der Spinnerraupen. Wir können mit dem eigenen Hubsteiger jetzt viel schneller reagieren, wenn wir in höheren Bäumen in sensiblen Bereichen rund um Schulen, Kindergärten oder Spielplätze Nester beseitigen müssen.“ In den vergangenen Jahren waren die TBG in solchen Fällen noch auf die Unterstützung von Fachfirmen angewiesen. Die sind aber erfahrungsgemäß in der Hochphase der EPS-Saison meistens auf Tage ausgebucht: „Flexibles, schnelles Reagieren war da oft gar nicht möglich“, so Kintrup. „Trotzdem werden wir uns in Spitzenzeiten auch weiterhin Mithilfe von außen holen.“ Die Stadt Greven setzt, genau wie die Nachbarstadt Emsdetten, weiter auf die rein mechanische Bekämpfung der EPS-Raupen und ihrer Gespinste mit Industriesaugern. Die abgesaugten Raupen werden als „Sondermüll“ verbrannt. Auch die Stadt Ibbenbüren geht so vor.

In Saerbeck und Rheine dagegen experimentiert man mit einem Fraßgift auf Basis des „Bazillus thurengiensis“, das die Raupen im frühen Larvenstadium abtöten soll. „Dieses Mittel tötet aber selbst im Idealfall längst nicht alle Raupen in einem Baum, es muss also trotzdem mechanisch nachgearbeitet werden. Und oft schädigen solche Gifte auch andere, harmlose Schmetterlingsraupen. Außerdem muss das Mittel unter ganz bestimmten Wetterbedingungen versprüht werden, um einigermaßen gut zu wirken, es darf nicht zu windig sein und auch nicht regnen. Das sind für uns zu viele Gründe, die gegen den Einsatz solcher Fraßgifte sprechen“, sagt Kintrup.

Die Stadt Greven orientiert sich auch 2020 am niederländischen „Leitfaden zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners“, der statt auf Gift unter anderem auf die Stärkung natürlicher Fressfeinde des EPS setzt. „Dass sich in den letzten Monaten so viele Initiativen gegründet haben, die Nistkästen bauen und aufhängen, um Vögel als natürliche Feinde des EPS anzulocken, finden wir natürlich klasse!“, so Kintrup. Die Stadt selbst hat aus Haushaltsmitteln 450 Nistkästen finanziert, die kostenlos an Bürgerinnen und Bürger abgegeben wurden.

In Anlehnung an die Niederlande wird die Stadt Greven auch 2020 bei ihren bisherigen Maßnahmen gegen den EPS bleiben: In allen besonders sensiblen öffentlichen Bereichen (u.a. im direkten Umfeld von Kindergärten, Schulen, Spielplätzen, Sportanlagen) werden Raupen und Gespinste schnellstmöglich abgesaugt. Danach konzentrieren sich die Arbeiten auf alle weiteren innerstädtischen Bereiche mit hoher Siedlungsdichte. In den Außenbereichen, in denen viel weniger Menschen wohnen und unterwegs sind, werden bei Befall Warnschilder angebracht, zum Beispiel an Wirtschaftswegen und Waldrändern. Und auch Bäume auf Privatgrund bekommen keine Behandlung durch die TBG. „Hier sind, wenn nötig, die Eigentümer der Bäume gefordert“, sagt André Kintrup.

Stadt und TBG bitten auch in diesem Jahr um Verständnis, dass in einer so flächengroßen Stadt wie Greven mit geschätzt 100.000 Eichenbäumen nur ein Bruchteil der Bäume von den Spinnerraupen befreit werden kann. „Und dabei müssen wir uns vor allem auf die Bereiche der Stadt konzentrieren, in denen ständig viele Kinder sind“, so Kintrup.

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