Wildschwein-Unfall in Emsdetten

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Sie sind keine Seltenheit mehr: Wildunfälle. Seit Jahren steigt die Anzahl der Verkehrsunfälle bei denen Wild eine Rolle spielt. Die Infrastruktur wird immer dichter, das Wild – insbesondere das Schwarzwild (Wildschwein) – vermehrt sich immer mehr. Aber die Bejagung allein wird das Problem nicht lösen können. Nun gibt es auch schon die ersten Unfälle mit Schwarzwild in Emsdetten.

Der Hegering Emsdetten bittet die Autofahrer gerade in der dunklen Jahreszeit vorsichtig zu fahren und auf möglichen Wildwechsel zu achten. Gerade auf den Hauptverkehrsstraßen und in den Bauernschaften liegen die Unfallschwerpunkte.

GRÜNDE FÜR DIE GROSSE ANZAHL AN WILDUNFÄLL

Auf Futtersuche ziehen sie nun größere Kreise und sind dann der erhöhten Gefahr ausgeliefert, unter die Räder zu kommen. Aber auch im Herbst erhöht sich wieder die Unfallquote, wenn die Felder abgeerntet sind und leicht zugängliche Futterquellen für das Schwarzwild damit sinken. Insbesondere in den Morgen- und Abendstunden sollten Autofahrer mit erhöhter Aufmerksamkeit unterwegs sein. Schilder, die vor Wildwechsel warnen sind grundsätzlich ernst zu nehmen. Es ist aber nicht allein die Bewegung von Rehwild, Füchsen oder auch Schwarzwild Grund für die Zunahme an Unfällen. Während beispielsweise die Population von Wildschweinen gewachsen ist, hat sich über Jahre das Straßennetz in Deutschland immer weiter verdichtet. Die Reviere erhalten dadurch einen Inselcharakter und es gibt für die Tiere häufig keine Alternative zur gefährlichen Straßenüberquerung.

PRÄVENTIONSMASSNAHMEN GEGEN WILDUNFÄLLE

Auf Grund der dichten Infrastruktur kann die Bejagung von Wild allein das Unfallrisiko nicht mindern. Aus diesem Grund wurde vor mehreren Jahren ein sogenanntes Wildunfallprojekt ins Leben gerufen. Jagdverbände arbeiten hier in Kooperation mit dem ADAC der Polizei und Straßen NRW daran, den Gefahren im Straßenverkehr durch Wildunfälle entgegenzuwirken. Hierbei wurden bereits verschiedene Optionen der Unfallprävention erfolgreich getestet. Hierzu zählt beispielsweise der Einsatz von Duftzäunen oder auch die Anbringung von blauen Reflektoren am Straßenrand, die eine abschreckende Wirkung auf das Wild haben. Auch Wildschutzzäune haben sich bewährt. Grundsätzlich sollte man als Autofahrer jedoch immer wachsam sein, wenn entsprechende Warnschilder aufgestellt sind und gerade wenn die Straße durch Waldgebiet führt. Nachts empfiehlt es sich, möglichst mit Fernlicht zu fahren, natürlich nur wenn es der Verkehr zulässt. Die Augen der Tiere reflektieren das Licht der Scheinwerfer und können den Fahrer so bereits auf einen möglichen Wildwechsel aufmerksam machen. Wenn ein Tier die Fahrbahn überquert, sollte man außerdem damit rechnen, dass weiteres Wild folgen könnte. Insbesondere bei Nebel und einer kurvigen Straßenlage ist es ratsam, langsamer zu fahren, um das Risiko eines Unfalls zu vermeiden, denn die Gefahren bei Wildunfällen sind nicht nur für das Wild groß – auch für die Fahrzeuginsassen besteht Verletzungs- und sogar Lebensgefahr. Beim Schwarzwild, insbesondere bei ausgewachsenen Tieren, besteht eine erhöhte Gefahr bei Unfällen. Bei Tempo 60 muss man mit einem Aufprallgewicht von 3,5 Tonnen rechnen!

Bei dem Unfall auf der Neuenkirchener Str. hatte das Wildschwein ein Gewicht von 60 kg im Vergleich zu einem Reh fast 3 mal so schwer (Durchschnitt 20-25kg). Das Unfallauto erlitt einen Totalschaden. Das weibliche Wildschwein in der Jägersprache „Bache“ genannt wurde nicht am Unfallort gefunden, Jagdpächter Stefan Laumann musste das Stück nachsuchen und fand es schließlich einige Meter vom Unfallort entfernt. Das Wildschwein war an seinen Verletzungen bereits verendet.

(Foto: Ingo Breulmann)

WIE VERHALTE ICH MICH BEI EINEM WILDUNFALL?

Wenn sich ein Unfall nicht vermeiden lässt, sollte das Fahrzeug ruhig in der Spur gehalten werden. Ausweichmanöver können gefährlich sein, insbesondere wenn weitere Verkehrsteilnehmer auf der Straße unterwegs sind oder die Straße durch bewaldetes Gebiet führt. Wenn das Wild nur angefahren wurde und flüchtet, ist es hilfreich, sich die Unfallstelle zu merken, so kann der Jäger dort den Ausgangspunkt für eine gezielte Nachsuche setzen. Grundsätzlich sollte man den Unfallort absichern und dafür entsprechende Warnsignale aufstellen, sprich Warnblinker setzen und das Warndreieck positionieren. Tote Tiere sollten möglichst von der Straße an den Rand geschafft werden, dabei ist darauf zu achten, dass man das Wild nicht mit bloßen Händen anfässt, da die Möglichkeit einer Tollwutansteckung besteht. Mitnehmen darf man das Tier auf keinen Fall, da dies als Wilderei gilt uns strafbar ist. Verletzte Tiere sollten nicht bewegt werden, da die Reaktion des Wildes nicht abschätzbar ist und man sich dadurch in Gefahr bringen könnte. Der Wildunfall ist auf jeden Fall der Polizei melden und dokumentieren. Bei Schäden am Fahrzeug ist dies auch für die Versicherung wichtig. Bei allen Präventionsmaßnahmen, die ergriffen werden, ist in erster Linie ein aufmerksames und vorsichtiges Fahrverhalten des Fahrzeugführers im Straßenverkehr wichtig, um die Gefahr solcher Wildunfälle zu verringern.

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