Leiter der Corona-Stabstelle des Kreises Steinfurt zieht Bilanz

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(Foto: Eike Brünen)

82,7 Prozent der rund 448.000 Menschen im Kreis Steinfurt sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 2. Februar 2022). Damit ist auf Kreisebene das von der Bundesregierung ausgesprochene Ziel mehr als erreicht, sollten demnach bis zum 31. Januar 80 Prozent der Deutschen doch mindestens einmal geimpft sein. Ein Jahr nach Eröffnung des Impfzentrums des Kreises Steinfurt am Flughafen Münster-Osnabrück und der Impfzentren in NRW eine erfolgreiche Bilanz.

Dr. Karlheinz Fuchs (Foto: Kreis Steinfurt)

„Im Vergleich steht der Kreis Steinfurt überdurchschnittlich gut da“, sagt Dr. Karlheinz Fuchs, der Leiter der Corona-Stabsstelle mit Blick auf die Impfquoten. In seiner Statistik vom 2. Februar erreicht Nordrhein-Westfalen eine Impfquote von 77 Prozent bei den vollständig Geimpften, bundesweit sind es 74 Prozent. Bedenkt man die teils widrigen Umstände gerade zu Beginn, erfreut die Impfquote auf Kreisebene umso mehr.

Der Blick zurück: Bereits im Januar 2021 kündigt das Land NRW an, den Start der Impfzentren um eine Woche auf den 8. Februar zu verschieben. Grund dafür sind fehlende Impfstoffe. Einen Tag vor der Eröffnung zieht Eissturm Tristan vorüber und es fällt extrem viel Schnee. Deshalb kommt die Impflieferung deutlich verspätet, aber schlussendlich doch noch rechtzeitig im Impfzentrum an. „Das war eine echte Erleichterung für alle im Team.   Ab 14 Uhr konnten alle gebuchten Impftermine durchgeführt werden“, erinnert sich Fuchs. „Und auch für die Seniorinnen und Senioren hat es mich gefreut, die sich auf den Weg nach Greven gemacht hatten.“ 255 über 80-Jährige hatten einen Impftermin an diesem Tag über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe gebucht, 233 nehmen ihren Impftermin trotz der winterlichen Straßenverhältnisse wahr. Wer keine Möglichkeit hat, privat gefahren zu werden, der kann einen vom Kreis geplanten, teils auch kurzfristig eingerichteten Abhol-Service nutzen oder den Termin auf den nächsten Tag verschieben.

Nach per Erlass vorgegebenen Priorisierungsgruppen werden die Bürgerinnen und Bürger in den folgenden Monaten geimpft. Alter, Beruf, Vorerkrankung, Impfstoff und Impfstoffverfügbarkeit – all das spielt eine Rolle. Geimpft wird nur, wer berechtigt ist und einen Termin hat. Geduld ist bei den Impfwilligen gefragt und gute Nerven beim Team des Impfzentrums.  Friedhelm Thielen, Leiter des Impfzentrums, denkt noch heute an so manche Szene zurück: „Manchmal haben sich die Impfungen aus unterschiedlichen Gründen zeitlich verzögert, dann waren die Menschen teils sehr verärgert. Es kamen auch Personen ohne Termin und auch solche, die einen Termin hatten, aber noch nicht zu einer Priorisierungsgruppe gehörten. Auch der vorrübergehende AstraZeneca-Stopp hat uns gefordert.“ Im Laufe des Frühjahrs entspannt sich die Lage nach und nach, weil immer mehr Menschen Zugang zur Impfung haben. Ab dem Sommer dürfen auch die Hausarztpraxen impfen, was unbedingt erforderlich war, erklärt Karlheinz Fuchs: „Die gewinnbringende Zusammenarbeit zwischen Kreis Steinfurt und niedergelassener Ärzteschaft hat uns in den vergangenen Monaten dahin gebracht, wo wir jetzt stehen. Wir haben auch immer wieder niederschwellig Impfstoffsonderkontingente zur Verfügung gestellt und die Kolleginnen und Kollegen haben uns nach Kräften unterstützt, die Nachfrage nach Immunisierung bedienen zu können.“

Seit der durch das Land angeordneten Schließung der Impfzenten am 30. September ergänzt der Kreis – wie vom Land NRW vorgesehen – das Impfgeschehen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, zwischenzeitlich durch mobile Impfaktionen des Kreises in allen 24 Kommunen und seit dem 13. Dezember wieder im Impfzentrum am FMO. Von den bis Anfang Februar registrierten 1.005.212 Impfungen im Kreis sind 247.045 im Impfzentrum durchgeführt worden.

Aufgrund der nachlassenden Nachfrage ist das Impfzentrum inzwischen nur noch von mittwochs bis sonntags zwischen 13 und 19 Uhr geöffnet und ab dem 14. Februar von freitags bis sonntags zwischen 13 und 18 Uhr. „Auch aus dem niedergelassenen Bereich erhalten wir die Rückmeldung, dass die Nachfrage nachlässt“, berichtet Karlheinz Fuchs. Sein Fazit: „Wir können insgesamt sehr zufrieden auf das Impfgeschehen zurückblicken. Gemeinsam haben wir die hohen Impfquoten erreicht und damit zum guten Schutz der Bevölkerung im Kreis beigetragen. In den Altersgruppen 18 bis 59 und 60+ beträgt die Impfquote jeweils sogar über 90 Prozent.“ Doch wer denkt, dass die Arbeit damit getan ist, liegt falsch. „Es ist wichtig, die Impfquote noch weiter zu steigern und den Schutz aufzufrischen, um schweren Verläufen bei Corona-Erkrankungen vorzubeugen. Daran arbeiten wir mit ganzer Kraft gemeinsam mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Das ist der Schlüssel zum Ende der Pandemie. Nach jetzigem Stand gehe ich davon aus, dass die Impfstelle des Kreises voraussichtlich bis zum Jahresende 2022 in Betrieb sein wird.“

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