Bürger sollen über künftiges Marketingkonzept entscheiden

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Die CDU hatte vor geraumer Zeit einen Antrag gestellt, die Ausstellung „Alltagsmenschen“ wieder nach Emsdetten zu holen. Die Erfahrung von vor einigen Jahren, wie auch aus anderen Städten (bspw. Telgte), in denen die Figuren für einen kurzen Zeitraum gestanden haben, zeigen, dass  damit eine große Besucherzahl in die Innenstadt gelockt werden kann. Damit kann jedoch, weil ausgebucht, vor 2024 nicht mehr gerechnet werden.

Demgegenüber steht ein Bürgerantrag, ausgelöst auf Initiative von AllesDetten, der eine dauerhafte Installation einer eigenen, noch zu entwickelnden „Emsdetten-Figur“ vorsieht. Diese Figuren sollen, auf das gesamte Stadtgebiet verteilt, jährlich Zuwachs bekommen, so das hier auch Zeitgeschichte geschrieben wird und man später anhand der Figuren, die individuell gestaltet sind, erkennen kann, was in dem jeweiligen Jahr in Emsdetten prägend war, die Bevölkerung bewegt hat. Beispielsweise würde an die Krankenhausschließung erinnert, an den Aufstieg der Handballer in die 1. Bundesliga… Auf Dauer ergibt sich somit die Chance, dass man an vielen Ecken Emsdetten immer wieder neu entdecken kann.

Aus dieser Idee heraus sind inzwischen durch Bürger*innen drei Vorschläge eingegangen. Die Eingaben haben unterschiedliche Konzepte. Die Verwaltung hat jetzt dem Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit diese Konzepte vorgelegt und folgenden Beschlussvorschlag gemacht:

  1. Die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sollen weiter städtisch verfolgt werden.
    Unter Einbeziehung der Öffentlichkeit soll entschieden werden, welches Konzept
    grundsätzlich umsetzbar wäre.
  2. Die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sollen nicht weiter städtisch verfolgt werden.

Thomas Limberg (CDU) hielt an dem ursprünglichen CDU-Antrag fest, sprach für seine Fraktion, dem Punkt 1 der Beschlussvorlage nicht zustimmen zu können. Die Alltagsmenschen seien ein temporäres Event, so von der CDU gewollt. Bei der Idee, dass die Figuren gesponsert werden sollen, befürchtete er, dass diese zu Werbeflächen werden.

Auch Marvin Müller (SPD) lehnte für seine Fraktion die Beschlussvorlage kategorisch ab.

Celine Schürmann (Die Grünen) begrüßte die Beschlussvorlage, wollte inhaltlich nicht weiter darauf eingehen: „Es geht noch nicht um das was (Anm.: welche Figur), sondern erstmal darum, ob so eine Kampagne für Emsdetten durchgeführt werden soll.“ Auch könne, wenn sich die Politik jetzt schon äußere, ein mögliches Bürgervotum beeinflusst werden.

Claudia Averbeck (Die Grünen) lobte den schon von verschiedenen Bürgern gezeigten Einsatz und befürchtete: „Wenn wir das jetzt ignorieren, dann ist jegliches Engagement und die Bereitschaft der Bürger, sich einzubringen, gestorben.“

Christiane Homann (CDU) befand ebenfalls, dass es ein falsches Signal sei, dieses Engagement abzuwürgen. „Hier haben sich Bürger Gedanken gemacht, nachdem sie dazu aufgefordert wurden.“ Wenn jetzt aus der Bevölkerung der Wunsch kommt, die Thematik weiter zu verfolgen, kann man sich professioneller Hilfe bedienen, die das Konzept dann ausarbeiten.

Ralf Stroetmann (SPD) sah das mit der gleichen Brille. Die Grundidee sei sicherlich eine gute, die man verfolgen sollte.

Nach kurzer Sitzungsunterbrechung lenkten dann CDU und SPD ein und es wurde einstimmig für die Weiterverfolgung der Thematik gestimmt. Der Haupt-, Finanz- und Steuerungsausschuss (HFS) sowie der Rat erhalten jetzt eine neue Beschlussvorlage mit der ein mögliches Bürgervotum abgefragt werden kann.

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