Wie erlebten Menschen im Kreis Steinfurt die Zeit des Nationalsozialismus? Wie wirkte sich der Zweite Weltkrieg vor Ort aus? Und wo fanden die Menschen, die nach dem Krieg als Flüchtlinge und Vertriebene in den Kreis kamen, eine neue Heimat? Diesen und vielen weiteren Fragen können Schülerinnen und Schüler künftig anhand von historischen Originalquellen aus dem Kreis Steinfurt nachgehen. Das Kreisarchiv Steinfurt hat eine digitale Sammlung mit 100 Dokumenten zu den Themen „NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg“ sowie „Nachkriegszeit“ zusammengestellt. Sie steht den Schulen im Kreis ab sofort kostenlos zur Verfügung und kann flexibel im Geschichtsunterricht eingesetzt werden.
Die Quellen stammen aus den Beständen des Kreisarchivs und geben einen unmittelbaren Einblick in die Geschichte vor Ort. Enthalten sind unter anderem Schreiben und Listen aus historischen Akten, aber auch Briefe und Fotografien. So können Schülerinnen und Schüler nicht nur nachvollziehen, welche politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sich im Kreis Steinfurt auswirkten, sondern auch entdecken, wie diese Veränderungen das Leben der Menschen vor Ort prägten.
„Wir möchten Geschichte dort sichtbar machen, wo sie tatsächlich stattgefunden hat – vor der eigenen Haustür“, erklärt Kreisarchivar Jannik Schröder, der die Sammlung erarbeitet hat. „Die Materialien lassen sich unkompliziert in den Unterricht integrieren und bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für eigene Fragen und Recherchen.“
Zu jedem Dokument erhalten Lehrkräfte eine kompakte Beschreibung, Informationen zum historischen Kontext sowie weiterführende Hinweise. Damit können die Quellen flexibel in unterschiedliche Unterrichtseinheiten eingebunden werden – etwa als Einstieg in ein Thema, zur eigenständigen Quellenarbeit oder zur Vertiefung eines bereits behandelten historischen Zusammenhangs.
„Historische Ereignisse des 20. Jahrhunderts haben sich immer auch auf lokaler Ebene ausgewirkt – und damit auf das Leben der Menschen hier im Kreis Steinfurt“, sagt Kirsten Weßling, Leiterin des Amtes für Kultur, Tourismus und Heimatpflege, zu dem das Kreisarchiv gehört. „Die Quellen können Schülerinnen und Schülern dabei helfen, abstrakte historische Zusammenhänge besser zu verstehen und einen persönlichen Bezug zur Geschichte ihrer Region zu entwickeln.“
Die Quellensammlung ist nicht abgeschlossen und wird zukünftig um weitere Themenbereiche und Quellen ergänzt. „Wir hoffen, dass wir Lehrkräften mit der Sammlung eine praktische und vielseitig einsetzbare Unterstützung an die Hand geben können – und gleichzeitig das Interesse der Schülerinnen und Schüler an der Geschichte ihrer eigenen Region wecken“, so Jannik Schröder.
Interessierte Lehrkräfte können sich direkt an das Kreisarchiv Steinfurt wenden und erhalten dort weitere Informationen und den Zugang zu der Quellensammlung. Die Kontaktaufnahme ist möglich per E-Mail an kreisarchiv@kreis-steinfurt.de oder telefonisch unter 02551-691043.




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