… Wegwerfwindeln machen bundesweit mit einem Anteil von 10 – 15 % den größten Einzelanteil des Restmülls aus. Die Fraktion der Grünen im Rat der Stadt Emsdetten ist aus der Bürgerschaft heraus auf dieses Problem angesprochen worden, mit dem Hinweis, dass es mittlerweile in Deutschland eine „Stoffwindel-Initiative“ gibt, derer sich bereits mehrere Städte angeschlossen haben. Diese Städte fördern den Einsatz von Stoffwindeln mit einem finanziellen Beitrag. Im Endeffekt sei der finanzielle Bedarf auf die Zeit, bis die kleinen aus dem Windelalter heraus sind in beiden Fällen, Stoffwindeln wie Einmalwindeln, in etwa gleich hoch, bei den Stoffwindeln schreckt halt nur die Anschaffung der Grundausstattung, die schnell mal 400 € betragen kann, ab.
Heftige Diskussion entfachte, als der Vorsitzende Josef Berkemeyer (Die Grünen) gestern im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität (AKUM) den Tagesordnungspunkt aufrief und Betina Loddenkemper die von ihr erarbeitete Beschlussvorlage mit einem darin befindlichen möglichen Konzept vorstellte. Der Vorschlag der Verwaltung sieht vor, im nächsten Jahr einen Topf von 5.000 € bereitzustellen. Pro Kind würden auf Antrag und Nachweis 200 € auf drei Jahre verteilt, gezahlt. – Ähnlich wie bei den Lastenrädern, wer zuerst kommt, mahlt zuerst, wenn der Topf ausgeschöpft ist…
Am Ende brachte es Maren Lompa (Die Grünen) auf den Punkt, die sich mit dem Antrag bei den anderen Fraktionen missverstanden fühlte: Niemand wolle die jungen Familien zwingen auf Stoffwindeln umzustellen. Häufig ist das tatsächlich schwierig, kaum machbar. Man wolle nur da, wo es machbar ist, und wo auch der Wille da ist, einen finanziellen Anreiz schaffen. Der Müllberg ist nicht auf Null abbaubar, aber man könne doch in kleinen Schritten versuchen ihn zu verringern.
Zuvor gab es zahlreiche Redebeiträge:
Beate Harmsen (FDP) begrüßte ausdrücklich das damit verbundene Ziel der Nachhaltigkeit und der Förderung des Umweltbewußtseins, bezweifelte aber, dass die Kommunen dafür zuständig seien. „Die FDP wird diesen Antrag ablehnen.“
„Manchmal können auch die kleinen Dinge helfen, das große Ganze einer nachhaltigen Lebensführung zu verfolgen.“ So Christian Sorge (Die Grünen) als Vertreter der antragstellenden Fraktion. Ausdrücklich lobte er die Vorlage der Stadtverwaltung, die den Antrag sehr gut umgesetzt habe und aufzeige, wie ein solches Prozedere praktikabel sei.
Jürgen Osterhoff (SPD) verkündete, dass er der Vorlage nicht zustimmen könne. Er begrüßt die individuelle Entscheidung, wenn jemand diesen Weg gehen möchte und damit auch spürbar Müll einspart, möchte diese Entscheidung aber nicht „erkaufen“. Für ihn stehen hier die KiTa-Mitarbeiterinnen ganz weit vorne, die mit den Stoffwindeln einen erheblichen Mehraufwand haben. Ob sich hier ein Umdenken in der Bevölkerung einstellt, das müsse der Markt entscheiden.
Manfred Dietz (CDU) bedankte sich bei den Grünen, dass dieses Thema wieder in der Öffentlichkeit steht und zum Nachdenken anregt. „Das ist aber schon das einzige Positive, was wir dem Antrag abgewinnen können.“ Dietz befürchtete einen Rattenschwanz, den dieser Antrag hinter sich ziehen könne: „Als nächstes kommen Stofftaschentücher, Becher für Kaffee to go oder Zahnbürsten mit Holzgriff.“ Das sind keine Maßnahmen, die mit städtischen Geldern gefördert werden sollten. „Die CDU wird den Antrag daher ablehnen.“
Die Ausschussmitglieder der Grünen waren es, die am Ende der Beschlussvorlage zustimmten. Bei einer Enthaltung aus der SPD wurde der Antrag jedoch abgelehnt und geht mit diesem Votum als Empfehlung des zuständigen Fachausschusses jetzt in den Hauptausschuss und anschließend in den Stadtrat.




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