Zufriedene Gesichter und Niederlagen passen normalerweise nicht gut zu einander. Spielt man allerdings gegen einen Gegner der zwei Klassen höher angesiedelt ist und kann gegen diesen auch noch mithalten, sieht die Geschichte schon wieder ganz anders aus: Die Handball-Damen des TV Emsdetten boten der ersten Mannschaft von Vorwärts Wettringen einen tollen Kampf beim Aufeinandertreffen im Kreispokal und dürfen trotz 22:29 Niederlage ob der gezeigten Leistung zufrieden sein.
Natürlich – den doppelten Klassenunterschied kann niemand abstreiten. Wo die Emsdettener aber mithalten konnten, das war Kampf, Moral und Teamgeist. Eher sind es die Kleinigkeiten an denen sichtbar wurde, dass die Wettringer Spielerinnen höherklassig spielen. Da ist der Kopf nach einer Ballannahme etwas früher wieder oben, der Pass ein wenig genauer gespielt oder einfach nur der Abschluss aus dem Rückraum platzierter im Tor untergebracht. Trotzdem reichte es gestern Abend für ein tolles Handballspiel.
Etwa zehn Minuten konnten die Emsdettener Akteurinnen mithalten. Aus einer soliden 6:0 Abwehr heraus versuchten die TVE Damen die Abwehr zusammen zu halten. Wettringen suchte nach Lücken, war nach zehn gespielten Minuten aber erst auf zwei Tore davon gezogen. 3:5 lautete zu diesem Zeitpunkt der Spielstand. Die Marschroute, das Spiel nicht schon zu Beginn aus der Hand zu geben durfte als erfüllt angesehen werden.
Mit zunehmender Spieldauer fanden die Gäste die richtige Distanz zum Tor und brachten insbesondere Würfe aus dem Rückraum sicher im Dettener Gehäuse unter. Schon klasse, mit welcher Präzision und Wurfgewalt die Gästespielerinnen ein ums andere mal zum Torerfolg kamen. Die TVE Damen hielten dagegen, mussten dennoch zur Halbzeit einen 10:15 Rückstand hinnehmen. Nicht unmöglich, aber doch schon eine Hausnummer wenn man den Favoriten schlagen möchte.
Ein Doppelschlag der Wettringerin Jule Diesen brachte die Gäste nach der Pause dann mit 10:17 in Führung. Sollte es das schon gewesen sein? Egal, was Mannschaft und Trainerteam sich in der Pause überlegt hatten dürfte mit dem Start in die zweite Halbzeit einen herben Dämpfer erhalten haben.
Die TVE Damen bewiesen ein großes Kämpferherz, gaben trotz hohem Rückstand nicht auf und suchten in der Offensive ihre Kreisläuferin Lissy Beckonert. Und das klappte super! War bisher allen voran Jette Müller auf Emsdettener Seite torgefährlich, stellten die Anspiele an den Kreis die Wettringer Defensive nun vor eine neue Herausforderung. Ganze zehn Treffer, davon 4 verwandelte Siebenmeter konnte Beckonert erzielen. Ihr Team setzte sie am Kreis immer wieder wunderbar in Szene.
Der Wettringer Vorsprung schmolz auf 21:24 Tore ein. Die anwesenden Zuschauer feierten jede gelungene Abwehraktion und Torhüterin Lotta Meiners half in der zweiten Hälfte mit, die Wettringer Mannschaft hier zumindest vor größere Probleme zu stellen.
Mit der Chance vor Augen den Favoriten zu stürzen, stellten die Emsdettener Damen nun auf eine offensive Deckung um, wollten das Spiel drehen und den Gegner unter Druck setzen. Die Gäste ließen sich aber nicht zu Fehlern provozieren, spielten ihre Angriffe routiniert herunter und nutzten die Lücken, die sich nun in der Emsdettener Abwehr boten. Die Niederlage mit sieben Treffern Differenz fällt am Ende sicherlich zu hoch aus und ist auf die Umstellung in den letzten Minuten der Partie zurückzuführen. Einen Klassenunterschied von zwei Ligen konnte man im zweiten Durchgang wirklich kaum noch erkennen.
Die Emsdettener Spielerinnen waren zufrieden mit ihrer Leistung, und die anwesenden Zuschauer quittierten den Kampf ihrer TVE Damen mit Applaus. Den hatten sie nach diesem Pokalfight auch verdient.
Wer die Damen des TV Emsdetten auch einmal live erleben möchte, hat am Sonntag, den 15.1. die nächste Chance. Dann steht das Ligaspiel gegen DJK Coesfeld zwei auf dem Programm. am 22.1. ist SPARTA Münster zu Gast. Der Anpfiff ist jeweils um 18 Uhr, der Eintritt frei.





















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