Als potentiellen „Stolperstein“ hatten wir GWD Minden II in unserem Vorbericht angekündigt (H I E R noch einmal zu lesen). Technisch sauber, taktisch gut geschult und mit ganz viel Talent ausgestattet. Den Vorbericht hatten wohl die Spieler von GWD Minden II auch gelesen und wollten die Zuschauer in der EMS-Halle nicht enttäuschen: Top motiviert, mit tollen Spielzügen und dem erkennbaren Willen den TVE so lange wie möglich zu ärgern. Die zweite Mannschaft der Mindener lieferte beim 29:25 Heimsieg des TV Emsdetten eine tolle Vorstellung ab. Beim TVE fehlte insbesonere in der Deckung Sergej Gorpischin, der angeschlagen war und nicht spielen konnte. Auch Rückraumspieler Akos Szeles konnte nicht eingreifen. Linksaußen Eric Damböck ist bei der EM in Dänemark. Dafür mussten unter anderem Marius Kluwe und Marc Esche Verantwortung übernehmen.
In Führung gehen, das schaffte der TV Emsdetten öfter. Erstmals gelang das nach Fynn Hasenkamps Treffer nach knapp sieben gespielten Minuten. 4:3 stand auf der Anzeigetafel. Das Problem für unsere Herzblut Handballer: Die Mindener Gäste ließen sich einfach nicht abschütteln. Immer wieder glichen die durch einige erfahrene Kräfte angeführten Talente aus Ostwestfalen aus. Zur Halbzeit musste der TV Emsdetten ein 16:16 Unentschieden hinnehmen. Trainer Lennart Lingener gab in der anschließenden Pressekonferenz gleich zu Beginn bekannt, dass er ja froh wäre dass seine Schützlinge immer wieder den Mut hatten es zu versuchen. Dabei blieb es auch oft. Die besten Torchancen wurden oft einfach verworfen. Mal scheiterte man am Torhüter, mal am Aluminium, und oft gingen die Bälle erst gar nicht auf den gegnerischen Kasten sondern neben oder über das Tor. Das Raunen im Publikum nach einer vergebenen Großchance zeigte: So richtig toll war das noch nicht, was die Lieblinge des Emsdettener Publikums da im ersten Durchgang zeigten. Dazu kamen 16 Gegentore die Oliver Krechel und seine neu formierte Deckung im ersten Durchgang schlucken mussten. Da war Luft nach oben!
Na endlich: Tempospiel in Halbzeit 2 beim TVE!
Das mussten sich wohl auch die Emsdettener Spieler selbst eingestehen und kamen mit mehr Dampf aus der Kabine. Oliver Krechel fungierte im Emsdettener Tor einmal mehr als Anzünder für die EMS-Halle, brachte mit einigen Paraden Stimmung in die ausverkaufte Halle. In der Deckung war jetzt wieder das Feuer zu sehen dass unser Team in Grün die gesamte Saison ausgezeichnet hat, und dann klappt es eben auch mit dem Tempospiel. Jetzt zog der TVE auch davon, konnte durch Marc Esches Treffer zum 20:16 erstmals auf einen vier Tore Vorsprung blicken. Nach 45 gespielten Minuten und einem Zwischenstand von 26:21 für Emsdetten musste Mindens Oliver Tesch frühzeitig in den Feierabend gehen. Der Routinier (41 Jahre, früher u.a. Hildesheim, Essen und Spenge) ließ das Bein stehen und Florian Träger über die Klinge springen. Dafür sah er die rote Karte. Kein böses Foul, er kam einfach den berühmten Schritt zu spät und hatte keine Chance auf den Ball.
Seine Teamkameraden bewiesen auch ohne ihn eine ganz große Moral. Zwischen Spielminute 50 und 58 ließ Minden kein Gegentor zu. Der TV Emsdetten hatte eine akute Torallergie und ließ die Gäste Tor um Tor heran kommen. Zwei Minuten vor dem Ende sorgte Eimantas Grimuta für das 27:25. Nur noch zwei Tore Vorsprung für Detten! Erst ein Siebenmeter von Yannick Terhaer unterbrach den Negativlauf des TVE und stoppte die Aufholjagd. Luca Klein sorgte dann zehn Sekunden vor dem Ende für den Endstand. 29:25, Heimsieg und zwei weitere Punkte für Emsdetten!
Warum es kein Problem ist, den Gegner mal nicht aus der Halle zu werfen
Ja, der TV Emsdetten hat am Samstag nicht unbedingt sein bestes Saisonspiel gezeigt. Die Anzahl vergebener Großchancen ließ das Publikum oft verzweifeln. „Totsichere“ frei vor dem Tor wurden liegen gelassen, manchmal wurde sich auch einfach ein unnötiger Wurf aus der zweiten Reihe genommen der dann weit über dem Tor landete. Dennoch muss man festhalten, dass es exakt diese Spiele sind die am Ende darüber entscheiden wer in der Tabelle ganz oben steht. In Spielen wie gegen den ASV Hamm oder den TuS Vinnhorst entscheidet oft die Tagesform wer als Sieger vom Platz geht. Oben steht halt die Mannschaft die es schafft, über die gesamte Saison gesehen die wenigsten Punkte liegen zu lassen. Hamm hat kurz vor Weihnachten ein Heimspiel gegen „Kellerkind“ Team HandbALL II verloren. Vinnhorst hat in Bielefeld zwei wichtige Punkte liegen gelassen. Und Emsdetten hat eben bisher voll durchgezogen, auch gegen die Teams gewonnen die nicht um die Aufstiegsrunde spielen. Das ist kein Problem, sondern Qualität und ganz viel Wille. Sich auch in Spiele rein zu beißen in denen der Gegner nichts zu verlieren hat, ist in einer solchen Regelmäßigkeit auch eine Stärke. Glänzen, das dürfen unsere Handballer dann gern wieder beim nächsten Heimspiel gegen den Wilhelmshavener HV am 31. Januar 2026.
Am kommenden Wochenende haben die Jungs um Trainer Lennart Lingener spielfrei.
Gegen Minden hatten wir knapp 4.500 Zugriffe auf unseren neuen MDG-LiveTicker.




















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