Eigentlich steht in Sinningen das Schützenfest unmittelbar bevor. Vom Vorstand erreichte uns jetzt folgender Pressebericht:
Ein Hauch von Schützenfest lag in der Luft. Gefühlt seit Jahren stand mal wieder ein Kühlwagen auf dem Platz der Emanuel von Ketteler Schule in Sinningen. Viele trauten ihren Augen nicht. Was ist denn da los? An dieser Stelle kann aber jeder beruhigt werden. Coronabedingt wurde natürlich kein Bier ausgeschenkt und auch sonst hatte alles deutlich mehr Abstand, als sonst.
Aber mal von vorne.
Christian Wenning ist seit zwei Jahren der erste Vorsitzende der Schützengemeinschaft Sinningen und auch im zweiten Jahr ohne Schützenfest. So war das beim Amtsantritt in keinster Weise geplant. An ihm liegt es natürlich nicht.
Er ist es aber, der in dieser unwirklichen Vereinszeit, den kleinen Unterschied macht, der immer eine gute Idee hat. Ostermalwettbewerbe, coronakonforme Verteilung der Nikolaustüten – immer wieder reißt er den Vorstand mit und bringt spontan neue Aktionen, die das Vereinsleben am Laufen halten.
Auch dieses Mal.
Ein Schützenfest Care Paket sollte es sein, damit man gut über das Pfingstwochenende hinwegkommt, an dem sonst immer mindestens 4 Tage lang gefeiert wird.
Schnell wurden im Vorstand Ideen gesammelt, was in das Paket hinein gehört.
Ein 5 Liter Fässchen muss rein, dazu ein Sixpack mit einer speziellen Biersorte nach Wunsch. Eine große Tüte Chips schadet nicht und auch zwei Absacker eines Kräuterlikör Herstellers waren schnell gefunden.

Eine Pils Tulpe mit Vereinslogo. So schmeckt das Bier noch besser und einen Öffner mit Logo, um die Flaschen aufzubekommen.
Das müsste alles sein. – Aber, Moment. Da fehlt doch noch eine Institution, die immer da ist, wenn in Sinningen gefeiert wird und die man nicht missen möchte.
Pommes Heinz. Mittlerweile unter neuem Besitzer, aber immer noch mit Heinz. Der neue Besitzer, mindestens genauso freundlich und sofort offen für Ideen, die sofort umgesetzt wurden. Ein Gutschein, der bei der nächsten Bestellung angerechnet werden kann, stand sofort zu Verfügung. Jetzt war der Inhalt fertig. Einen Warenwert von über 25 Euro für nen Zehner zu kaufen. Den Kassierern stand das Entsetzen in den Augen, aber bei den Mitgliedern kommt es hoffentlich gut an.

Und wie soll es verpackt werden? Da hatte Silvia, die bessere Hälfte des ersten Vorsitzenden die glänzende Idee. Ein Karton, den man in den Vereinsfarben grün-weiß auslegt, sollte es sein. Bekanntermaßen haben gute Ideen aber oft ein Problem. Sie kosten viel Arbeit und genauso viel Zeit.
Schnell wurden Helfer gefunden, die sich dieser Arbeit angenommen haben. Und dann wurde einen Abend lang gebastelt, damit die Mitglieder ihre tollen Care Pakete standesgemäß in Empfang nehmen können. Das Wohnzimmer von Familie Wenning glich einem Bastelzimmer. Fürs Familienleben eine kurze Zeit nicht zu gebrauchen.
Und dann war es so weit. Für Samstag Nachmittag und Sonntag Vormittag war auf dem Schulhof in Sinningen alles vorbereitet.
Man merkte aber schnell, dass viele dieses kleine Stückchen Normalität vermisst haben.

Punkt 15 Uhr gab es eine lange Schlange. Alles mit Abstand, alles ganz entspannt. Um 16 Uhr waren bereits über 60 Pakete verteilt. Mit so einem Ansturm hat man nicht gerechnet. Jeder hielt sich aber an die Regeln. Ein kurzes Hallo, ein paar Worte der Wiedersehensfreude und dann ging man wieder getrennte Wege mit der Hoffnung, dass der Spuk so langsam mal vorbei sein wird und man sich wieder uneingeschränkt Treffen darf.
Um 18 Uhr wurde eingepackt, was noch da war. Und das war nicht mehr viel. Über 120 Pakete wurden am ersten Tag verteilt. Mit so einem Ansturm hatte keiner gerechnet. Viele kamen spontan vorbei, ohne eine Voranmeldung, die nicht Pflicht war.

Abends kamen dann die ersten Bilder. Es wurde getestet, ob auch alles funktioniert. Nicht das Pfingsten etwas schief geht. Aber – es kam die Entwarnung – die Gläser funktionieren.
Das Verteil Team am Sonntag hatte dann eine unschöne Aufgabe. Es musste erklären, dass die Nachzügler leider leer ausgehen. Insgesamt wurden fast 150 Pakete verteilt. Aber keine Angst, Gläser werden nachbestellt. Die kamen bei allen sehr gut an.
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, an die Organisatoren, an die Sponsoren und alle anderen, die beteiligt waren und hier vergessen wurden. Und natürlich auch an alle Mitglieder, die da waren und sich vorbildlich an alle Regeln gehalten haben.
Wir alle hoffen, dass wir uns im nächsten Jahr wieder normal zu Schützenfest sehen können und gemeinsam Spaß haben.
Auf die Antrittsrede vom „neuen“ ersten Vorsitzenden nach drei Jahren, bin ich jetzt schon gespannt.
In diesem Sinne, viel Spaß mit dem Care Paket und am kommenden Wochenende heißt es in Sinningen dennoch „Vivat Schüttenbeer!“.




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