Wer in den letzten Jahren regelmäßig bei den Jahreshauptkonzerten des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Emsdetten war, der wusste, – oder konnte zumindest vermuten, welch hohes Niveau ihn auch 2026 erwarten würde. Eine solche Erwartungshaltung kann natürlich schnell enttäuscht werden. Wurde sie beim gestrigen Konzert in der EMS-Halle vor geschätzt sehr viel Besuchern aber definitiv nicht.
Der Standard, den sich der Musikzug mittlerweile gesetzt hat, ist definitiv ganz weit oben angesiedelt. Der Perfektionismus gepaart mit der Lockerheit und der Freude am Spiel, dem sich Dirigent Julian Teltenkötter und 70 Musiker hingeben, ist schon bezeichnend. Ein Dirigat, welches jeden einzelnen Ton lebt, ein so voluminöser Klangkörper mit viel Gefühl, Leidenschaft und Harmonie, das wurde vom Publikum anerkannt und streckenweise mit tosendem Applaus bedacht.
Angefangen hat der Abend mit „Viribus Unitis“ von Johann Strauß (Sohn). Die Übersetzung des Titels – „Mit vereinten Kräften“ – gab auch gleichzeitig das wieder, was als Motto für diesen Abend hätte herausgegeben werden können: die Einheit dieser Gruppe, das gemeinsame Spiel der Holz- und Blechbläser, des Schlagwerks… Herausragende Solisten, die für Gänsehautmomente gesorgt haben. Was aber wäre ein Solist ohne den Background?
Moderiert wurde der Abend von Heike Austrup und Guido Heitmeier, die gleich zu Beginn verkünden konnten, dass am 01. und 02. Januar 2026 drei Babys aus den Reihen des Musikzuges das Licht der Welt erblickten. Für langfristigen Nachwuchs ist also gesorgt, – womit wir bei einer Herzensangelegenheit der Feuerwehr Emsdetten wären: Die Nachwuchsarbeit im Jugendorchester. Schon traditionell gestalten die Jugendlichen den Auftakt nach der Pause. – Und das taten sie unter der musikalischen Leitung von Lea Börgel (frisch verheiratet, wir hatten sie seinerzeit noch als Lea Krallmann in unserer Serie „AllesDetten zu Gast bei…“ H I E R vorgestellt) und Jana Albers. Sie begannen mit „Havanna„, brachten ein Medley „The best of Queen“ („We will rock u„, „We are the champions„…) und intonierten abschließend das Stadtelferratslied 2026.
Bei genauerem Blick durch die Reihen des Jugendorchesters fielen aber sehr schnell vier Gesichter auf, deren Jugendzeit schon länger oder auch weitaus länger zurücklagen als die übrigen Mitstreiter alt waren. Sie waren teils Mutter, Vater oder gar Großmutter einer oder eines Musizierenden des Orchesters, die jetzt selber die Zeit und Muße gefunden hatten, ein Instrument zu erlernen oder einfach nur die Chance genutzt haben, als Wiedereinsteiger einmal Erlerntes wieder zu reaktivieren. Das alles verbunden mit dem Aufruf ans Publikum, auch mal auszuprobieren und reinzuschnuppern..
Das von Julian Teltenkötter (den wir seinerzeit H I E R vorgestellt hatten) zusammengestellte Konzert war vielseitig, hier konnte sich jeder abgeholt fühlen und hat ganz bestimmt seinen eigenen musikalischen Höhepunkt gefunden. Für die Einen mag es der spanisch angehauchte Teil gewesen sein, „El Camino Real„, gleich als zweites Stück des abends mit einem ordentlichen „Bummss“ als Schlußtakt, ließ vermuten: das war der Stein, der Musikern und Dirigent vom Herzen fiel, – ein anspruchsvolles Stück, temperamentvoll und engagiert vorgetragen. „Lehnen Sie sich zurück und wippen heimlich mit den Füßen.“ lautete der Vorschlag der Moderation – eine gute Idee.
Andere bevorzugten vielleicht den traditionellen Marsch.
Ganz sicher eine musikalisch gelungene Herausforderung „The Music of Morricone“ mit der man in die Welt des Italo Western eintauchte. Bemerkenswert die Blockflöte in „Spiel mir das Lied vom Tod„. Damit wurde das Publikum und auch der Musikzug zunächst in die Pause geschickt.
Einen Ausflug in die 70-er Jahre gab es mit dem Medley „Be Cheese“ von den Be Gees. Paula Römer und Maximilian Saul, Musical-Darsteller, überzeugten hier unter anderem mit „Night Fever“ oder „Staying alive„. Zu „You’ll be in my heart“ von Phill Collins steht in den Aufzeichnungen von AllesDetten schlicht nur „Wahnsinn!!!“, dieses Zusammenspiel von Orchester und zweistimmigen Gesang – und das nach nur einmaliger gemeinsamer Probe – Chapeau!
Es gibt noch viele weitere Dinge musikalischer Art, aber auch Hintergrundinformationen, die man zwischen den Stücken erhielt, die man aus diesem Konzert eigentlich berichten sollte. – Lassen wir die weiteren Ergebnisse unseres Fotografen in einer umfangreichen Streckewirken:

































































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