Meister Lampe im Rampenlicht: Zwischen Boxkampf und Oster-Legende

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(Foto: pixabay)

Wenn die Tage länger werden und der Frühling in der Emsaue Einzug hält, rückt ein ganz besonderer Bewohner unserer Felder in den Fokus: der Feldhase. Doch während er zu Ostern als bunter Eierbote gefeiert wird, führt der echte „Meister Lampe“ ein faszinierendes Leben voller sportlicher Höchstleistungen und biologischer Wunder. Er ist ein Hochleistungssportler auf dem Acker. Der Feldhase ist perfekt an ein Leben in der offenen Landschaft angepasst. Mit seinen bis zu 12 Zentimeter langen Ohren (Löffeln) hört er Gefahren bereits aus großer Distanz. Seine seitlich sitzenden Augen ermöglichen ihm zudem einen fast lückenlosen Rundumblick. Wird es brenzlig, zeigt der Hase sein wahres Talent als Sprinter: Er erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern und ist damit schneller als so manches Auto auf unseren Landstraßen.

Anders als das Kaninchen lebt der Feldhase das ganze Jahr über draußen. Er baut keinen Bau, sondern schläft in der sogenannten Sasse, einer flachen Mulde im Gras oder auf dem Acker. Dort vertraut er auf seine Tarnung: Mit angelegten Ohren drückt er sich flach auf den Boden, um für Fressfeinde wie den Fuchs oder den Habicht unsichtbar zu bleiben.

Frühlingsgefühle: Wenn die Hasen boxen

Wer derzeit auf den Wiesen rund um Emsdetten aufmerksam beobachtet, kann Zeuge von regelrechten „Boxkämpfen“ werden. Doch nicht nur die Männchen (Rammler) kämpfen so um ihr Revier. Oft sind es die Weibchen (Häsinnen), die potenzielle Partner auf Herz und Nieren prüfen. Nur wer bei diesem Kräftemessen besteht, darf sich paaren. Das Ergebnis dieses Frühlingserwachens sind die Häschen, die im Gegensatz zu Kaninchen bereits mit Fell und offenen Augen zur Welt kommen.

Warum eigentlich der Osterhase?

Die Verbindung zwischen dem Hasen und den Eiern hat verschiedene Ursprünge:

  •  Die Legende: Eine alte Erzählung besagt, die Frühlingsgöttin Ostara habe einen kranken Vogel in einen Hasen verwandelt. Dieser behielt jedoch die Fähigkeit bei, Eier zu legen, die er zum Dank bunt verzierte und den Kindern schenkte.
  • Die Symbolik: Da Hasen genau zur Osterzeit verstärkt auf den Feldern auftauchen, galten sie früher als Boten für das Ende der kalten Jahreszeit und als Symbol für neues Leben.

Tipps für Naturfreunde

Wer in den Osterferien selbst auf Entdeckungstour gehen möchte, sollte die Dämmerungsstunden nutzen. Unser Tipp: „Gedeckte Kleidung anziehen, bewege dich langsam und sprich nur flüsternd“. Ein wichtiger Hinweis gilt für alle Spaziergänger: Findet man einen Hasen, der still in seiner Sasse liegt, darf man ihn auf keinen Fall anfassen. Das Tier versteckt sich lediglich und fühlt sich in seinem Versteck sicher. Das Muttertier ist meist ganz in der Nähe. Sie lässt ihren Nachwuchs tagsüber oft allein, um keine Fressfeinde anzulocken. Zum Säugen kehrt sie regelmäßig zurück – der kleine Hase ist also bestens versorgt. Bleiben Sie auf den Wegen und halten Sie Ihren Vierbeiner eng bei sich. So geben wir den kleinen Langohren die Chance, in Ruhe groß zu werden. Auch Langlauf- oder Flexileinen sind in dieser Zeit nicht angemessen. Der Radius ist zu groß, um zu verhindern, dass ein Hund in die angrenzenden Wiesen stöbert und die gut getarnten Jungtiere aufscheucht oder verletzt. Frohe Ostern wünscht der Hegering

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