Eine Krisensituation wirkt sich auf das Verhalten, das Miteinander und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung aus. Häufig teilen viele Menschen in einer Notlage die gleichen Ängste und Sorgen. Die richtigen Strategien können den Umgang mit herausfordernden Zeiten erleichtern. Zielführende Hinweise und die Verfügbarkeit von Anlaufstellen zu diesem Thema sind daher ein wichtiger Teil der Krisenprävention und -vorbereitung. Hilfreich für viele Menschen sind in einer Notsituation beispielsweise der Kontakt und Austausch mit dem Umfeld. Wenn es die Lage zulässt, können auch der Erhalt täglicher Routinen, Bewegung und Sport das individuelle Sicherheitsgefühl und Wohlbefinden stärken. Ebenso kann es Betroffenen in einer Krisensituation guttun, sich bewusst Zeit für Rückzug und Pausen zu nehmen. „Der Umgang mit einer Ausnahmesituation ist so individuell, wie die persönliche Resilienz unterschiedlich ist. Tipps für den Umgang mit Krisen sind daher nicht allgemeingültig. Jeder Mensch muss für sich selbst entscheiden, welche Strategie für ihn geeignet ist, was ihm guttut und sich positiv auf die eigene Gedanken- und Gefühlswelt auswirkt – und noch besser ist, wenn man sich bereits vor Eintritt der Krise dazu Gedanken gemacht hat“, betont Dr. Karlheinz Fuchs, Dezernent für Gesundheit und Bevölkerungsschutz des Kreises Steinfurt.
Ob in einer akuten Krise oder im Alltag: In Deutschland gilt es zahlreiche regionale und überregionale Hilfsangebote für Beratungen und Gespräche in belastenden Situationen. Der Kreis Steinfurt hat eine Übersicht der psychosozialen Unterstützungsangebote für Betroffene, Angehörige und Fachleute im Kreis Steinfurt in seinem Psychosozialen Adressbuch gebündelt. Es dient als wertvolle Orientierungshilfe und informiert online über Angebote für erwachsene Menschen in allen 24 Städten und Gemeinden des Kreises. Das Adressbuch ist unter www.psychosoziales-adressbuch.de einsehbar.
Eine bundesweite Anlaufstelle in schwierigen Lebenslagen ist die TelefonSeelsorge. Sie bietet rund um die Uhr Rat und Hilfe – kostenlos und anonym. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht erreichbar, zum Beispiel telefonisch unter der 0800/1110111, der 0800/1110222 oder der 116 123. Auch per Chat oder E-Mail stehen die ehrenamtlichen Ansprechpersonen der TelefonSeelsorge beratend zur Seite. Alle Informationen und Kontaktdaten zum Angebot gibt es online unter www.telefonseelsorge.de.
Neben anonymen Gesprächen kann auch der Austausch innerhalb der Familie oder des Freundeskreises beim Umgang mit einer belastenden Situation helfen. Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn, die ähnliche Sorgen teilen oder als Außenstehende neutral auf die Umstände schauen, tragen oftmals zu einer realistischen Einschätzung der Situation bei. Unterstützung und Verständnis von außen stärken häufig auch das soziale Miteinander, das dem Gefühl von Einsamkeit entgegenwirkt.
Insbesondere Kinder und Jugendliche stellt der Umgang mit einer Krisensituation vor große Herausforderungen. Über Medien, die Schule oder Gespräche mit Erwachsenen werden junge Menschen mit Nachrichten über Kriege oder Katastrophen konfrontiert, die sie selber oft noch nicht einschätzen können. Das sorgt häufig für Verunsicherung. Um Kindern in einer solchen Lage Halt zu geben, ist es wichtig, ihre Ängste und Sorgen ernst zu nehmen. Möglich ist das zum Beispiel durch Gesprächsangebote und die offene, ehrliche Beantwortung von Fragen. Auch die Vermittlung positiver Botschaften, wie etwa „Wir kriegen das gemeinsam hin“, können das Sicherheitsgefühl junger Menschen stärken.
Für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern gibt es spezielle Beratungsangebote. Kinderärzte, Beratungsstellen oder Jugendpsychotherapeuten gehen gezielt auf die Ängste von Kindern ein. Auch die Jugendämter im Kreis Steinfurt sind eine zentrale Anlaufstelle bei Ängsten und Sorgen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen im Gespräch nach passenden Lösungen und kennen regionale Unterstützungsangebote, die in Krisensituationen hinzugezogen werden können. Allgemeine Informationen und die Kontakte der Stadtjugendämter (Emsdetten, Greven, Ibbenbüren, Rheine) sind auf der Homepage unter www.kreis-steinfurt.de/jugendamt zusammengestellt. Für den Bezirk des Kreisjugendamtes sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für persönliche Gespräche montags bis donnerstags zwischen 8 Uhr und 16.30 Uhr sowie freitags zwischen 8 Uhr und 13 Uhr unter der Telefonnummer 02551/692305 erreichbar. Außerhalb dieser Dienstzeiten steht der Kinderschutzdienst der Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH in Akutsituationen beratend zur Seite. Der Kinderschutzdienst ist telefonisch unter der Nummer 05459/98360 zu erreichen. Als ein bundesweites Angebot bietet die „Nummer gegen Kummer“ kostenlose und anonyme Unterstützung. Die Telefonnummern und weitere Infos gibt es online unter www.nummergegenkummer.de.
Mit der Kampagne „#krisenfeST – Hier lebt’s sich gut & sicher.“ informiert der Kreis Steinfurt über verschiedene Schwerpunkte des Bevölkerungsschutzes und wichtige Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge. In regelmäßigen Pressemitteilungen und Instagram-Beiträgen werden verschiedene Themen aufgegriffen – von Hinweisen zu Notfallgepäck und Warnsystemen bis hin zu wichtigen Telefonnummern und Anlaufstellen im Kreis Steinfurt.




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