Ich bin Jacky aus Emsdetten und ich nehme Dich mit in meinen Garten, so wie er wirklich ist: nicht perfekt, aber voller Leben.
Wenn der Frühling vor der Tür steht, kribbelt es uns allen in den Fingern. Endlich wieder raus, endlich wieder loslegen. Und ganz ehrlich? Früher dachte ich auch immer, ich müsste erst einen perfekten Plan haben, bevor ich überhaupt anfangen kann.
Heute weiß ich: Genau das hält uns oft am meisten auf.

Ein Garten ist kein fertiges Projekt, das man einmal durchplant und dann nur noch umsetzt. Er verändert sich ständig mit den Jahreszeiten, mit dem Wetter, mit dem, was wächst (und manchmal auch nicht wächst). Deshalb ist es viel sinnvoller, erstmal zu beobachten, statt direkt alles umzukrempeln.

Gerade im Frühling zeigt Dir Dein Garten nämlich ganz von selbst, wo seine Stärken liegen. Wo kommt zuerst Leben zurück? Welche Pflanzen treiben kräftig aus? Wo bleibt es länger kahl oder wirkt irgendwie „leer“? Genau das sind die Hinweise, die Dir kein noch so ausgeklügelter Plan geben kann. Ich gehe in dieser Zeit ganz bewusst langsam durch meinen Garten. Ich schaue, wo Struktur ist zum Beispiel durch Stauden, Sträucher oder Wege und wo noch Lücken entstehen. Oft sind es genau diese kleinen Beobachtungen, aus denen später die schönsten Ideen entstehen.
Und dann kommt ein Punkt, der vielen schwerfällt: nicht sofort alles aufräumen.
Ja, es juckt in den Fingern, alte Stängel abzuschneiden, Beete komplett „sauber“ zu machen und alles ordentlich aussehen zu lassen. Aber genau das nimmt dem Garten oft seine Natürlichkeit und auch vielen Tieren ihren Lebensraum.

Alte Pflanzenreste bieten Schutz für Insekten, Vögel finden dort Nahrung, und ganz nebenbei entsteht eine Struktur, die den Garten lebendig wirken lässt. Ich lasse deshalb bewusst einiges stehen und entscheide Schritt für Schritt, was wirklich schon geschnitten werden muss und was bleiben darf. Stauden, die schon früh im Jahr austreiben wie z.B. die Fetthenne, schneide ich mit als Erstes.
Du musst nicht an einem Wochenende alles schaffen. Du darfst deinen Garten entdecken, statt ihn sofort „fertig“ machen zu wollen. Und genau dadurch entsteht etwas, das viel persönlicher ist als jeder durchgeplante Garten aus dem Katalog. Auch bei uns gibt es noch viele wilde Bereiche oder „unordentliche“ Ecken. Aber alles passiert nach und nach und ohne Stress oder Druck.
Mein Tipp für Dich: Geh raus, nimm Dir bewusst Zeit und stell Dir eine einfache Frage
„Was zeigt mir mein Garten gerade?“
Und glaub mir, wenn Du einmal anfängst, Deinen Garten wirklich zu beobachten, statt ihn nur zu bearbeiten, wirst Du ihn mit ganz anderen Augen sehen.

Beim nächsten Mal erzähle ich Dir mehr zum Thema Stauden, wie Du sie zurückschneiden kannst, wie Du Pflanzlücken erkennst und diese füllen kannst.






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