„Ich bin ein Austumer!“

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…mit diesem abgewandelten Kennedy-Zitat hat 1997 Schirmherr Thomas Fehlings beim Jubelfest zum 175-jährigen Bestehen der Austumer Schützengesellschaft seine Festrede beendet. Mit eben diesen Worten hat gestern Peter Fehlings seine Ansprache aus Anlaß des jetzt 200-jährigen Bestehens begonnen. Peter Fehlings ist Schirmherr in der dritten Generation. Großvater Gerd Fehlings hatte dieses Amt bei der 150-Jahr-Feier 1972 übernommen, Vater Thomas 25 Jahre später und jetzt halt der jüngste Spross, der sich nochmal herzlich bedankte, dass ihm mit seinen gerade einmal 29 Jahren das Vertrauen entgegenbracht wurde, dieses ehrenvolle Amt zu übernehmen.

(Bildergalerie am Ende des Textes)

Und wie gerne er Austumer ist, führte er dann weiter aus: Von dem Moment an, wo er dem Vorstand die Zusage gab, die Schirmherrschaft zu übernehmen, war er auch in die Arbeit des Festausschusses eingebunden. Fehlings lernte hier eine tolle Gemeinschaft kennen, bestätigte voller Stolz das Engagement jedes einzelnen Festausschussmitgliedes. Berichtete von Ritualen, die ihm bislang nicht bekannt waren: So wird bei jedem Jubelfest eine Flasche vergraben, die dann beim nächsten Jubiläum wieder ausgegraben und gemeinsam getrunken wird. Jetzt hat sich der Geschmack des Schaumweines, der vor 25 Jahren vergraben wurde, nicht gerade verbessert, so dass ihm die Idee kam, eine Flasche Whiskey mitzubringen, der bekanntlich mit zunehmenden Alter immer besser wird. Zur Verköstigung dieses Tropfens beim nächsten Jubiläum hat er sich dann gleich selber eingeladen – ob das schon eine versteckte Zusage auf eine weitere Schirmherrschaft ist?

Mit dem eigentlichen Geschenk, welches er dann den Austumern überreichte, sorgte er für viele große Augen: ein neues Prinzenkostüm in blau-gelb. – Und noch etwas brachte Peter Fehlings mit, aber dazu später.

Jürgen Kemper, 1. Vorsitzender der Austumer Schützengesellschaft und Jochen Plugge, Vorsitzender des Festausschusses, der sich seit fünf Jahren mit der Vorbereitung dieses Festes beschäftigt hatte, begrüßten zunächst einige Ehrengäste: Bürgermeister Oliver Kellner, Schirmherrn Peter Fehlings, Pastor Norbert Weßel, Stadtkaiser Mike Westkemper, Vereinigten-Vorsitzender Rainer Müllmann, Vertreter des Heimatbundes, der VerbundSparkasse Emsdetten-Ochtrup, der Volksbank Münsterland Nord, KGE…

Wie auch schon zuvor bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal erwähnt, waren sie froh, nach den vergangenen zwei pandemiegeprägten Jahren endlich wieder feiern zu können, bis dann im Februar der unfassbare Überfall Rußlands auf die Ukraine und der dadurch mitten in Europa entfachte Krieg die Vorbereitungen ins Stocken geraten ließ. Doch letztlich hat man sich dazu durchgerungen, die Veranstaltungen zu planen und duchzuführen. Der Zuspruch des Publikums gab ihnen Recht. Das Festzelt musste erweitert werden, beim Kommers waren allein 750 geladene Gäste anwesend. Die 40 Gastvereine werden heute ca. 2.000 Schützenbrüder und -schwestern in den Festzügen marschieren lassen und bei dem Wetter wird mit mindestens nochmal der gleichen Zahl weiterer Festbesucher gerechnet.

Rike und Julius

Die eigentliche Moderation des Abends haben dann Rike und Julius übernommen, sie begrüßten erfrischend locker die anwesenden Gastvereine indem sie sie einzeln vorstellten. „Hämmerten“ dem Publikum das Programm der beiden folgenden Tage ein und erwähnten gefühlt 400 Mal, dass die Mesumer Feuerwehr, die jetzt seit 88 Jahren beim Austumer Schützenfest spielt, doch eigentlich der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Rheine Löschzug Mesum ist.

Bürgermeister Oliver Kellner überbrachte neben seinen persönlichen Glückwünschen auch die von Rat und Verwaltung der Stadt Emsdetten. Ihn persönlich verbindet mit Austum, dass er vor vielen Jahren auf deren Schützenfesten gekellnert hat. Darüber hinaus in Diensten eines Getränkeunternehmens gleich mehrfach in einer Nacht für Nachschub sorgen musste.

Weitere Grußworte kamen vom Heimatbund (in Plattdeutsch), von der Kirche, den Vereinigten Schützengesellschaften, der KGE, den beiden Nachbargesellschaften Berge und Bürgerverein Hembergen.

Dank des Ehrenvorsitzenden

Abschließend ergriff Hubert Güntmann, Ehrenvorsitzender der Austumer Schützengesellschaft, das Wort um sich bei Jürgen Kemper und Jochen Plugge sowie deren beiden Gattinnnen für den unermüdlichen Einsatz zu bedanken. Die Mitglieder schlossen sich mit lang anhaltendem Beifall an.

Großzügige Spende für Ukraine-Hilfe

Als besonderes Bonbon – denn bei all dem Feiern wollte man auch etwas Gutes tun, gingen die Damen des Festausschusses mit Spendendosen durch die Tischreihen, sammelten insgesamt 3.497,55 € die dann vom Verein, wie auch einer großzügigen Spende des Schirmherrn auf 6.500,– € aufgestockt wurden. Dieses Geld geht nun auf das Konto der Stadt Emsdetten für die Ukraine-Hilfe in der polnischen Partnerstadt Chojnice.

 

 

 

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