Wie gelingt eine harmonische Zusammenarbeit, wenn verschiedene Persönlichkeiten in einer Großtagespflegestelle aufeinandertreffen? Und wie viel Struktur braucht das kreative Chaos im Alltag mit Kindern? Diese und weitere zentrale Fragen standen im Mittelpunkt des Fachtags „Hand in Hand für Kinder – Teamkultur in der Großtagespflege“, zu dem das Kreisjugendamt Steinfurt, die Stadtjugendämter Emsdetten, Greven und Ibbenbüren sowie der Jugendfamiliendienst Rheine e. V. und die Familienbildungsstätte Rheine eingeladen hatten. 30 engagierte Kindertagespflegepersonen und Fachberatungen aus dem gesamten Kreis kamen im Emsdettener Rathaus zum Austausch zusammen.
Nach der Begrüßung setzte Anne Mader, Diplom-Sozialarbeiterin und Aufsichtsratsmitglied des Bundesverbandes für Kindertagespflege (BVKTP), mit ihrem Impulsvortrag den thematischen Grundstein. Unter dem Titel „Gemeinsam stark – Teamarbeit und Struktur in der Großtagespflege“ beleuchtete sie das Spannungsfeld zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen, Belegungsplänen und der täglichen pädagogischen Arbeit. Mader lieferte konkrete Beispiele für strukturierte Abläufe, die nicht einengen, sondern als Basis für ein harmonisches Miteinander dienen.
In der anschließenden Arbeitsphase konnten die Teilnehmenden ihr Wissen in zwei spezialisierten Workshops vertiefen: Unter dem Titel „Power für Profis – Teamwork und Kooperation in der Großtagespflege“ stand die Herausforderung im Fokus, individuelle pädagogische Haltungen in einen gemeinsamen „Teamgeist“ zu integrieren. Die Teilnehmenden erarbeiteten Strategien, wie vermeintliche Reibungspunkte konstruktiv genutzt und individuelle Lösungen für den Arbeitsalltag gefunden werden können. Der Workshop „Kids, Chaos und Kreativität – so macht Betreuung in der Großtagespflege Spaß“ widmete sich der sogenannten K-I-D-S-Formel. Im Zentrum stand die Erkenntnis, dass Kinder sich dann gesehen und zugehörig fühlen, wenn ihre Grundbedürfnisse in Alltagssituationen erkannt und gespiegelt werden. Das Fazit der Gruppe: Eine klare Tagesstruktur fungiert wie ein „Geländer“ – sie bietet den nötigen Halt, innerhalb dessen sich kreative Prozesse und eine freie Förderung der Kinder erst entfalten können.
Die positive Resonanz der Teilnehmenden verdeutlichte, wie groß der Bedarf an fachlicher Vernetzung ist. „Die praxisnahen Inhalte und der offene Dialog haben einmal mehr gezeigt, dass die Qualität in der Großtagespflege maßgeblich von einer reflektierten Teamkultur profitiert“, resümierten die Organisatoren.




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