Gegenbesuch der Martinum-Schüler in Chojnice

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(Foto: privat)

Vom 19. bis 26. März 2026 fand in der polnischen Partnerstadt Chojnice der zweite Teil des Schüleraustauschs zwischen dem Gymnasium Martinum aus Emsdetten und dem II Liceum Ogólnokształcące im. Gen. W. Andersa statt. Zwölf Schülerinnen und Schüler aus Emsdetten verbrachten eine ereignisreiche Woche in Polen, die unter dem Motto „Polnische Kultur und polnisch-deutsche Geschichte kennenlernen“ stand und ihnen intensive Einblicke in Alltag, Kultur und historische Zusammenhänge des Nachbarlandes ermöglichte. Untergebracht in Gastfamilien, tauchten sie unmittelbar in das Leben ihrer Gastgeber ein und lernten so nicht nur die Sprache besser kennen, sondern auch die polnische Gastfreundschaft und Lebensweise.

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Nach der Ankunft am späten Donnerstagabend bezogen die deutschen Jugendlichen ihre Unterkünfte und erlebten bereits die ersten Stunden des familiären Alltags. Der folgende Freitag begann mit gemeinsamen Unterrichtsbesuchen sowie einer offiziellen Begrüßung durch Schulleitung und Schulbehörde. Ein Rundgang durch die Partnerschule zeigte Unterschiede und Gemeinsamkeiten im schulischen Alltag beider Länder. Am Nachmittag lernten die Gäste die Stadt Chojnice im Rahmen einer ausführlichen Führung kennen, die durch ein von der polnischen Klasse vorbereitetes City Game ergänzt wurde. Die Teams erkundeten spielerisch historische Orte, lösten Aufgaben und erhielten so einen lebendigen Eindruck von Geschichte und Gegenwart der Partnerstadt. Der Abend klang mit Aktivitäten in den Gastfamilien aus.

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Am Wochenende fand Familienprogramm statt. Die Gastfamilien nutzten den Samstag und Sonntag, um den Besuch aus Emsdetten an ihren Freizeitaktivitäten teilhaben zu lassen. Ob kleine Ausflüge, gemeinsames Kochen, Spaziergänge oder sportliche Unternehmungen – die beiden Tage boten viel Raum für persönliche Begegnungen, Gespräche und das Entstehen neuer Freundschaften. Viele Teilnehmende berichteten später, wie eng der Kontakt schon nach wenigen Tagen geworden war und wie sehr ihnen die familiäre Atmosphäre half, sprachliche Hemmungen abzubauen.

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Der Montag begann erneut mit Unterricht in verschiedenen Kursen, gefolgt von einem Besuch der Stadtbibliothek, wo die deutschen Schüler den Europäischen Wettbewerb und ihre Wettbewerbsbeiträge vorstellten. So kamen sie mit den polnischen Jugendlichen über Themen europäischer Identität und gesellschaftlicher Verantwortung ins Gespräch. Anschließend arbeiteten gemischte deutsch-polnische Gruppen zu bedeutenden Persönlichkeiten der Stadtgeschichte und setzten ihre Erkenntnisse in einem kreativen Projekt um. Eine Präsentation mit anschließendem Quiz zu den zwei Chojnicer Wissenschaftlern Titus und Wolf, die in Deutschland studierten und forschten, bot erneut die Gelegenheit, Verbindungen zwischen Polen und Deutschland kennenzulernen. Das gemeinsame Programm wurde durch ein kleines Buffet abgerundet, das Raum für Austausch und informelle Gespräche bot.

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Am Dienstag reiste die Gruppe mit dem Zug nach Gdańsk. Der Überfall der Nationalsozialisten auf Danzig verknüpft Deutschlands Geschichte mit der Polens auf tragische Weise. Daher besuchten die Schüler dort das Museum des Zweiten Weltkriegs, was bei den Teilnehmern einen tiefen Eindruck hinterließ. Die multimedial gestaltete Ausstellung vermittelte eindrucksvoll die komplexen historischen Zusammenhänge des Aufstiegs des Faschismus in mehreren Ländern Europas und den deutschen Nationalsozialismus im Besonderen und bot Gelegenheit zu intensiven Gesprächen über Verantwortung, Frieden und die besondere Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen. Im Anschluss erkundeten die Schüler die Altstadt, besichtigten den Turm der Marienkirche und nutzten freie Zeit, bevor es am späten Nachmittag zurück nach Chojnice ging

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Der Mittwoch bot erneut Einblicke in den polnischen Schulalltag, bevor ein gemeinsamer Kochworkshop auf dem Programm stand. In gemischten Gruppen bereiteten die Jugendlichen gemeinsam Waffeln und Schokoladenmuffins zu und nutzten diese Gelegenheit, um sich über Esskulturen auszutauschen. Später wurde die Gruppe im Rathaus von Chojnice empfangen, wo der Bürgermeister Herr Finster über die Geschichte und die Besonderheiten der Stadt berichtete. Die Jugendlichen wurden über kommunale Strukturen und die Bedeutung der Städtepartnerschaft informiert.

Am Abschlusstag nahmen die deutschen Gäste noch einmal an individuell gewählten Unterrichtsstunden teil, bevor die Schüler im „Eksperymentarium“, einem kleinen, lokalen interaktiven naturwissenschaftlichen Museum, aktiv werden konnten. Bei einer großen gemeinsamen Reflexionsrunde präsentierten die Jugendlichen anschließend die während der Woche entstandenen fotografische Eindrücke. Im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung erhielten alle Teilnehmenden ihre Zertifikate, und die Ergebnisse des City Games wurden mit kleinen Preisen gewürdigt. Ein gemeinsames Essen bildete den Abschluss der intensiven Begegnungswoche, bevor die deutschen Schüler am Nachmittag verabschiedet wurden und die Heimreise antraten.

Der Austausch bot den Jugendlichen eine wertvolle Gelegenheit, ihre Englischkenntnisse praktisch anzuwenden, interkulturelle Kompetenzen auszubauen und Verständnis für die gemeinsame europäische Geschichte zu entwickeln. Viele der entstandenen Kontakte werden über die Begegnungswoche hinaus bestehen bleiben. Die gemeinsamen Projekte und Erfahrungen stärkten die noch junge Partnerschaft zwischen den Schulen und den beiden Städten nachhaltig.

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