„Den Hund lassen wir vorerst weg“- Start der Thrillogie in der Stadtbibliothek

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(Foto: Schülpke)

Eines vorweg: Es war ein guter Start, die Lesung von Mike Chick alias Antonio Robinia in der Stadtbibliothek. Obwohl er hat über „Angst“ gelesen, aus einem Psychothriller. Und doch hat er manchmal ein Lächeln, ja ein Lachen in die Gesichter der vielen Zuhörer gezaubert. Das liegt am Autor und seinem Können als Vorleser. Man merkt, er hat Spaß an seinem Text, er kennt ihn und seine Wirkung und dann lächelt er, wenn er die Reaktion der Zuhörer erwartet. Er schaut dann kurz hoch, sieht die Reaktion im Publikum und wenn man dann sein Gesicht sieht, wird der vermeintliche Horror gar nicht mehr so schrecklich.

Vermeintlicher Horror? Man weiß es nicht. Mike Chick verrät natürlich nicht zu viel aus seinem Buch „Vier Mal Angst“. Ein Buch – so vermutet man nach der Lesung – über eine Familie. Vater, Mutter, zwei Kinder, halb erwachsen. („Den Hund lassen wir vorerst weg“). Alle haben ein schreckliches Erlebnis, offensichtlich in einem engen Zeitabschnitt: Eine unerwartete, ungewollte Schwangerschaft; Schuld an einem heftigen Arbeitsunfall, der bis ins Krankenhaus führt; Mobbing auf hohem Niveau unter Jugendlichen; und Grausamkeiten beim ersten Kontakt mit der Arbeitswelt. Der Grundstein für den Psychothriller ist gelegt.

Mehr wird bei der Lesung auch nicht verraten. Aber auch schon diese Anfangskonstellation, die ja „noch alltäglich“ scheint – alle kennen wir ja solche Situationen, auch wenn sie unschön sind – ist vielversprechend. Und wie gesagt das liegt am Autor und seinem neugierig machenden Vortrag. Auch natürlich an der Auswahl des Gelesenen. Kleine pointierte Abschnitte, die sofort Bilder entstehen lassen. Dazwischen kurze Erzählungen, die Verbindungen zur Biographie von Antonio Robinia aufzeigen und zu seiner schwäbisch-ländlichen Herkunft. Auch wenn der Name eine eher südländische Herkunft, eine italienische, verspricht. Das stimmt ja auch zur Hälfte, wie er sagt, begründet seine Vorliebe für Spaghetti und roten Wein.

Und er schätzt die kleinen Städtchen aus dem Schwäbischen und behauptet, deshalb mag er auch zum Beispiel Emsdetten. Das kommt natürlich gut an bei den Zuhörern. Am Anfang kurz vor der Begrüßung durch Christoph Höwekamp, den Bibliotheksleiter, ist der Geräuschpegel im Auditorium noch beachtlich. Wie man das kennt, wenn man sich kennt, so wie in Emsdetten (und schwäbischen Städtchen), man ist geschwätzig man plaudert. Aber während der Lesung herrscht natürlich Stille. Obwohl, Mike Chick schafft es, den Draht zu den Zuhörern zum Glühen zu bringen. Und manchmal hört man die eine oder andere laute Bemerkung mitten im Vortrag. Und das wird mit Lächeln goutiert, vom Vortragenden und den anderen Zuhörern. Der Autor ist angekommen in Emsdetten. Auch an der Zahl der Nachfragen, nach der Lesung, an den Signierwünschen war das zu merken.

Das Buch von Mike Chick startet mit einem Prolog, der eigentlich ein Dialog mit einem stummen Zuhörer ist, eine atmosphärische Einleitung in die Familienwelt des Psychothrillers.

Der Start des zweiten Buches der Emsdettener Thrillogie ist ein ganz anderer. „Das Buch“ von Patricia Walter, einer Autorin, die schon einige Thriller produziert hat, beginnt Mittendrin. Ohne Einstimmung, ohne Prolog: „Geduckt lauerte er hinter dem knorrigen Stamm eines Kirschbaums, dessen ausladende kahle Äste mit der Dunkelheit verschmolzen.“, so der erste Satz des Werks.

Es wird also spannend am zweiten Lesungstag.

Patricia Walter ist Statistikerin, arbeitet in der Versicherungsbranche und betreibt Kampfsport, Judo auch als Trainerin. Soviel verrät ihre Kurzbiographie. Mehr – vor allem über „Das Buch“ verrät sie heute Abend in der Stadtbibliothek.

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