Das „Goldene Weberschiffchen“ goes to…

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(Foto: Schwegmann)

… so war die Überschrift eigentlich geplant für den gestrigen Dichthof im Lichthof – Poetry Slam mit Moderator Jens Kotalla. Es hätte das mittlerweile 18. „Goldene Weberschiffchen“ sein können, welches verliehen wird, warum es das nicht wurde, dazu später im Text. Eigentlich eine Veranstaltung von Stroetmanns Fabrik, „die läuft“ (wir berichteten bereits mehrfach H I E R). Ein besonderes Markenzeichen: immer wieder wechselnde Künstler, neue Texte, neue Genres die bedient werden.
Gerade die Vielseitigkeit zeichnet das Programm aus, stellt sicher, dass für jeden Besucher etwas dabei ist: mal poetisch, mal komisch, unterhaltsam sowieso, aber auch kritisch, melancholisch, zum Nachdenken anregend.

Nachdem die zumeist vier oder fünf Poetry Slamer ihre Texte vorgetragen haben, entscheidet das Publikum, wer von denen ins Finale kommt und da mit einem neuen Text um den begehrten Preis kämpft, das Emsdettener „Goldene Weberschiffchen“ darf schließlich in keinem Trophäenschrank fehlen.

Der Lichthof war auch gestern wieder bis auf einige wenige Einzelplätze ausverkauft.

In Erinnerung an den „Dichthof 2025“, einige Anwesende waren seinerzeit dabei, sprach Kotalla von einem „Fluch der über Emsdetten lag“. Damals hatte ein im Vorfeld angekündigter Künstler seinen Auftrirtt schlichtweg vergesssen. Dumm gelaufen, kann passieren. Im nächsten Atemzug musste der Moderator aber dann gestehen: „Der Fluch, der über Emsdetten lag, liegt noch immer über Emsdetten.“ Soll heißen, auch ein für heute vorgesehener Künstler hat vergessen, dass er eigentlich jetzt in Emsdetten auf der Bühne stehen sollte.

Und wie das so ist, wenn man die Salami-Taktik, Nachrichten scheibchenweise zu vermitteln, anwendet: für gestern hat auch ein zweiter Künstler vergessen, dass im Lichthof von Stroetmanns Fabrik ein Publikum auf ihn wartet (siehe „Dettie“ von heute H I E R). Stau, Unfall, „Magen-Darm“, kann alles passieren, wäre akzeptiert worden – aber vergessen, da kann man durch rechtzeitiges Erinnern vorbeugen. Wenn dann improvisiert wird um den Abend in die Länge zu ziehen, unter anderem mit einem Text, der schon 2025 als Lückenbüßer herhalten musste…

Jetzt aber zu den Künstlern, die aus Oerlinghausen und Düsseldorf angereist sind um zu liefern! Sonja Weidhase und Jan Schmidt einigten sich im Vorfeld darauf „Wir machen keinen Wettbewerb!“ Das „Goldene Weberschiffchen“ bleibt also bis zur nächsten Ausgabe in der Obhut von Joschy Wolters. Die Texte, die Weidhase und Schmidt vorgetragen haben, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Eine Mail an das Internationale Olympische Komitee (IOC), warum PoleDance olympische Disziplin werden solle, hat es doch in der Geschichte schon weitaus fragwürdigere Wettbewerbe gegeben. Ein Bericht über Deutschlands Bahnhöfe, die oftmals den ersten Eindruck der jeweilige Stadt vermitteln und man hier einfach nur maximal umsteigen möchte. Der Alltag einer Lehrerin mit durchaus systemkritischen Aspekten oder auch wie die digitalen Medien mittlerweile den Tagesablauf bestimmen.

Diese beiden waren echt klasse, waren ein schmackhafter Hauptgang, bei dem leider Suppe und Dessert fehlten.

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