Bereits zum 27. Mal hat der Kreis Steinfurt den Brauchtumspreis verliehen. Am vergangenen Mittwoch erhielt Bernd Tombült aus Ochtrup die renommierte Auszeichnung. Landrat Dr. Martin Sommer überreichte jetzt den Brauchtumspreis 2025 an den 81 Jahre alten Töpferstädter während einer kleinen Feierstunde in der Villa Winkel mitten im Ochtruper Stadtpark.
Christa Lenderich, Bürgermeisterin der Stadt Ochtrup, hielt die Laudatio. Anschließend lobte Kreisheimatpflegerin Reinhild Finke das ehrenamtliche Engagement Tombülts. Auch der Vorsitzende des Ochtruper Heimatvereins, Manfred Schründer, freute sich mit dem Träger des Brauchtumspreises 2025. Dem Rahmen angemessen sorgte der Folk-Treff Emsdetten, einer der drei Preisträger des aktuellen Kreisheimatpreises, für die musikalische Begleitung der Veranstaltung.
Bernd Tombült war zunächst Lehrer an der Marienschule und später Leiter der Von-Galen-Schule in den Ochtruper Ortsteilen Langenhorst und Welbergen. Dort engagierte er sich intensiv für die Erhaltung der plattdeutschen Sprache und ermunterte Jahr für Jahr Schülerinnen und Schüler, sich am plattdeutschen Lesewettbewerb in Ochtrup zu beteiligen. Bei dem Sprach-Turnier auf Kreisebene schnitten seine Schülerinnen und Schüler immer gut ab und belegten die vorderen Plätze. Für viele Jahre war Bernd Tombült auch Mitglied der Redaktion des Kreisjahrbuches. Darüber hinaus ist der Ochtruper seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich in der Heimatpflege tätig und seit mehr als 40 Jahren Mitglied im Heimatverein der Leineweberstadt – zeitweise im Vorstand und aktuell im Beirat.
„Mit Ihrem enormen ehrenamtlichen Einsatz haben Sie die plattdeutsche Sprache auch über die Grenzen unserer Region hinaus lebendig gehalten. Ihr lobenswerter und besonders beispielhafter Einsatz macht Sie zu einem verdienten Preisträger des Brauchtumspreises 2025“, lobte Landrat Dr. Martin Sommer das ehrenamtliche Engagement des Preisträgers.
„In Ochtrup wissen wir, Brauchtum lebt von Menschen, die mit viel Herzblut für das einstehen, was uns zusammenhält. Einer von ihnen sind Sie, Herr Tombült, der wie kaum ein anderer für das steht, was wir unter Heimat, Sprache und Gemeinschaft verstehen“, sagte Bürgermeisterin Christa Lenderich in ihrer Laudatio und ergänzte: „Die plattdeutsche Sprache wurde Ihnen zur Herzensangelegenheit und zur kulturellen Heimat im besten Sinne des Wortes.“
Kreisheimatpflegerin Reinhild Finke unterstrich in ihrem Grußwort das ehrenamtliche Engagement von Bernd Tombült: „Diese Auszeichnung ist mehr als berechtigt. Du hast ehrenamtlich und uneigennützig unsere Bräuche und Sitten insbesondere unsere plattdeutsche Sprache – also Heimatpflege – über die Grenzen hinaus bekannt gemacht und weitergetragen zum Nutzen vieler. Hab‘ Dank dafür, bleib so wie Du bist!“
Der Heimatverein Ochtrup sei unheimlich stolz auf seinen Preisträger, so Manfred Schründer. „Lieber Bernd, zu Deiner heutigen wohlverdienten Ehrung und Auszeichnung unseren ganz herzlichen Glückwunsch“, gratulierte der Vorsitzende seinem Beiratsmitglied im Vorstand.
Seine Dankesrede am Ende der Verleihungsfeier hielt der Träger des Brauchtumspreises 2025 des Kreises Steinfurt selbstverständlich auf Plattdeutsch: „Unvergiäten bliwt mi all de Redaktionssitzungen vön usse Kreisjaohrböker unner diene Regie Kristiane. Stets wüör in eene fröndlicke un kollegiale Atmosphäre diskuteert un beschluorten. Met Freide un Stolt niehm ick düssen Bruuktumspries entgiegen.“
Der Preis für Heimat- und Brauchtumspflege wurde vom damaligen Landrat des Kreises Steinfurt, Martin Stroot (Landrat von 1984 bis 1994), gestiftet. Seit 1989 wird die Auszeichnung vom Kreis Steinfurt auf Vorschlag des/der Kreisheimatpflegers/in an engagierte Bürgerinnen und Bürger verliehen. Mit dem Preis werden Einzelpersonen, aber auch Gruppen ausgezeichnet, die sich ehrenamtlich für die Brauchtumspflege einsetzen und die regionale Kulturgeschichte des Kreises auch für die nachfolgenden Genrationen erhalten.
Der Preis besteht aus einer fünf Kilogramm schweren Bronzeplastik, die vom Bildhauer Joseph Krautwald (1914 bis 2003) gestaltet wurde. Die Skulptur zeigt vier miteinander verbundene Menschen, die symbolhaft Bücher und Musikinstrumente in ihren Händen halten. Die abgebildeten Personen veranschaulichen die Einheit von Literatur, Sprache und Musik und stehen für Geborgenheit, Freundschaft und Rückhalt in einer Gemeinschaft.
Von 1989 bis 2014 wurde der Brauchtumspreis als Wanderpreis von einem Preistragenden zum nächsten weitergereicht. Auf einer Plakette auf der Rückseite sind alle Preisträgerinnen und Preisträger bis 2014 verzeichnet. Als Ersatz des weitergereichten Preises erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger einen Abguss der Skulptur. Seit 2015 wird ein neu gestalteter Preis vergeben. Auf der neuen Plastik ist ebenfalls das Motiv des Künstlers abgebildet. Die Originalskulptur wird im Kreisarchiv aufbewahrt.
Quelle: Kreis Steinfurt.




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