Bienenweidelehrpfad eröffnet – sich hier zu informieren sollte sich jeder mal gönnen

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Ralf Strecker begrüßte und führte die Gäste dann fachkundig durchs Gelände

Bereits seit zwölf Jahren summen Bienenvölker auf dem Gelände des Regenrückhaltebeckens an der Westumer Landstraße, am Sonntag hat der Imkerverein Emsdetten einen Bienenweidenlehrpfad an dieser Stelle eröffnet, bei dem – streng nach den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung – morgens zunächst Vertreter der Stadt Emsdetten und der Politik eingeladen waren und am Nachmittag gleich mehrere Geldgeber, die auch im Eingangsbereich auf einer Sponsorentafel verewigt sind.

Zusammen mit dem Bürgermeister wurde das obligatorische Band durchschnitten. Die Zusammenarbeit mit der Stadt wurde von Stecker ausdrücklich gelobt

Der 1. Vorsitzende, Ralf Stecker, begrüßte die Gäste und nach dem symbolischen Durchtrennen eines roten Bandes zusammen mit Bürgermeister Georg Moenikes, ging es zunächst in den sogenannten „Gartenbereich“ entlang der Straße, in dem anschaulich gezeigt wurde, wie die häuslichen Vorgärten ökologisch sinnvoll bepflanzt werden können. Der sich leider vielfach durchsetzende Irrglaube, dass ein Steinbeet pflegeleichter sei, wird sich, so Stecker, der sehr ausführlich und interessant berichtete, nach drei bis fünf Jahren rächen.

Auch so können Vorgärten pflegeleicht aussehen – allemal ökologischer als Steinbeete

Die Eröffnung dieses Lehrpfades, der zur Zeit wöchentlich samstags ab 14 Uhr besucht werden kann (später dann alle 14 Tage bzw. bei Gruppen nach Absprache), sollte eigentlich bereits im April zu Beginn der Blütezeit sein. Dann hätte sich hier natürlich ein noch prächtigeres Bild geboten, aber auch so ist die Anlage ein empfehlenswertes Vorzeigeobjekt für Naturfreunde.

Zwischen den einzelnen Beeten sind immer auch Schilder angebracht, die über Informationen verfügen, was man gerade vor sich sieht – und dem digitalen Zeitalter angemessen – auch mit QR-Code und damit direkt im Internet abrufbar. Die Fläche wird mit einem unterirdischen Schlauchsystem bewässert, die Pumpe von einer Solaranlage angetrieben.

80 % der Bienen nisten im Erdreich. In einem solchen Sandarium soll demnächst ein Volk heimisch werden

Was viele vielleicht nicht wissen, 80 % der Bienen nisten tatsächlich im Boden, ein hierfür extra angelegtes Sandarium muss jetzt auf Dauer noch zeigen, wie es von den Völkern angenommen wird.

In den 70er, 80er Jahren war es noch so, dass nach einer Autofahrt von Emsdetten nach Rheine anschließend erstmal die Windschutzscheibe von Insekten gereinigt werden musste, – davon ist man heute weit entfernt und diesem Warnsignal des Insektensterbens müsse man streng entgegenwirken, bevor es zu spät ist.

Ein weiterer Teilbereich wurde mit Saatgut des Kreises Steinfurt zu einer Blühwiese (deren „Blühkraft“ natürlich jetzt für 2020 schon verwirkt ist) hergerichtet. Die sogenannten Stadtwiesen sind ähnlich angelegt. Insektenhotels sind in verschiedener Form aufgestellt, auch als einfacher Alt-(oder Tot-)Holzhaufen. Beispiele für pflegeleichte Dachbegrünung werden aufgezeigt.

Der Vorstand des Imkervereins: Josef Berkemeyer, Ralf Stecker, Thomas Thalmann, Winfried Plagge und Norbert Hubeny

Das große Areal des Regenrückhaltebeckens wird nur zweimal jährlich gemäht, das Mähgut bleibt dann für eine Woche zunächst liegen, damit der Samen herausfällt und sich neu setzen kann und wird dann abgetragen um eine Überdüngung zu vermeiden.

Insgesamt eine lohnende Einrichtung, auf der Gruppen, Schulklassen etc. gern gesehen sind und fachkundig geführt werden. www.imkerverein-emsdetten.de

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