Die Wanderfotoausstellung „RückBlende“ dokumentiert Geschehenes und ermöglicht einen Blick in die Gesichter der Menschen, die die Flutkatastrophe im Ahrtal überlebt haben. Von Dienstag, 7. Juni bis Freitag, 24. Juni 2022 ist sie in der Hauptstelle der VerbundSparkasse Emsdetten-Ochtrup, Kirchstraße 30-34 zu sehen.
Gezeigt werden 20 Fotografien von Betroffenen an einem Ort, den sie in besonderer Weise mit der Flutkatastrophe verbinden. Ergänzend erzählen sie in einem Text, was sie in diesen alptraumhaften Stunden erlebt haben und warum gerade dieser Ort eine so große Bedeutung für sie hat. Da ist zum Beispiel die zwölfjährige Ina, die von ihren Eltern gemeinsam zur Flucht per Auto mit ihrem volljährigen Bruder weggeschickt wurde und nur noch über eine überschwemmte Brücke entkommen konnte. Oder der Mann, der seine Partnerin im Rollstuhl nicht vor den Wassermassen retten konnte und sie jetzt im Friedwald besucht. Oder …
Uta Bartels, selbst nicht betroffen, engagiert sich seit der Flutkatastrophe in dem Verein Adventsmenschen mit Sitz in Bodenbach in der Eifel. Sie hat die Projektleitung für die Wanderausstellung mit Aufnahmen des Fotografen Jörg Hauenstein und Texten von Andy Neumann inne, die im Februar im Ahrtal eröffnet wurde. Sie will mehr als auf die derzeitige Situation der Betroffenen aufmerksam machen und für Helfer und Spenden werben, sondern auch dafür sorgen, dass die Menschen im Ahrtal nicht vergessen werden und weiterhin Hilfe benötigen. Auf der Suche nach möglichen Ausstellungsflächen, die gut frequentiert sind und Menschen anziehen oder wo sich Menschen aufhalten, hat sie unter anderem die VerbundSparkasse Emsdetten-Ochtrup kontaktiert.
44.000 Häuser betroffen
„Wir möchten nicht nur dokumentieren, sondern auch die Aufmerksamkeit für dieses Thema hochhalten mit dem Ziel, auch weiterhin für Hilfe zu werben“, erzählt sie. Denn viele der betroffenen 44.000 Häuser seien mittlerweile entkernt oder abgerissen, doch nun fehle es an Handwerkern. Vor allem Fachleute aus den Bereichen Elektro, Sanitär und Heizung seien dringend gesucht, um den Wiederaufbau voranzubringen. „Wir benötigen dringend Handwerker, die ihre Leistungen zur Verfügung stellen. Das muss auch nicht unentgeltlich sein“, betont sie. Wer sich dazu bereiterklärt, könne sich beim Verein melden, der mit Organisationen vor Ort kooperiere. „Wir wissen, wo was nötig ist und vermitteln auch“, hält sie fest.
Finanzielle Hilfe ist weiterhin notwendig
Darüber hinausgehend ist weiterhin finanzielle Hilfe nötig. „Viele Betroffene sind in großen existenziellen Nöten“, berichtet sie. Da kann das Geld für die Miete oder den Kauf einer Waschmaschine oder von Kleidung fehlen. Auch hier unterstützt der Verein. „Wir geben kein Geld, wir leisten Direkthilfe“, betont sie.
Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der VerbundSparkasse Emsdetten-Ochtrup besichtigt werden. An der Tafel jeden Porträts wird ein QR-Code angezeigt, der zur Homepage des Vereins führt. Über sie oder über einen Paypal-Link kann Geld gespendet werden




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