Er war der letzte DM-Prinz und gleichzeitig der erste Euro-Prinz: Paul I. Müllmann. Bei seiner Prinzenkür im Januar 2001 und als er später aus den Händen seines Vorgängers Dieter I. Rengers das Zepter des Stadtprinzen übernahm, wurde an der Theke noch mit DM bezahlt. Als er dann im Februar 2002 das Zepter an seinen Nachfolger, wieder ein Rengers, diesmal aber Ändy I., überreichte, galt nur noch der € als offizielles Zahlungsmittel.
AllesDetten ist heute zu Gast beim Stadtprinzenpaar von 2001 Paul und Petra Müllmann. Paul ist seit 1973 Mitglied der Kolpingfamilie, hat seine ersten karnevalistischen Gehversuche mit dem Kolping-Musikzug gemacht, bei der Prunk- und Galasitzung der KGE, damals noch im großen Saal des Kolpinghauses. Und schon da war ihm klar: „Da möchte ich auch mal stehen!“ Sein Vater, Josef Müllmann (mittlerweile verstorben) war 1971 Regent über das Narrenvolk von Dottland, daran hat Paul aber wenig Erinnerung. Mutter Maria Müllmann feiert in diesem Jahr 55-jähriges Stadtprinzessinnen-Jubiläum.
Irgendwann war es dann soweit, durch „Zufall“ kam es zum Gespräch mit dem seinerzeitigen KGE-Präsidenten Karl Herting. Paul hat sich als Stadtprinz für das Jahr 1996 ins Gespräch gebracht, dann nämlich sollte zeitgleich sein Vater 25-jähriger Jubelprinz sein. Doch 1996 war schon für Ferdi Recker reserviert. Für 2001 erhielt Paul Müllmann dann die Zusage.
Die beiden, Paul und Petra, erinnern sich noch genau, Petra kam gebürtig aus Münster und konnte mit dem Dettener Karneval noch so recht gar nichts anfangen. Die Karnevalshymne „Detten auf der Ki“ war ihr völlig fremd, die musste natürlich gelernt werden. Passiert ist das in Österreich im Sommerurlaub auf einer Almhütte. Während andere von des Müller’s Lust sangen, wanderten die Müllmanns mit inbrünstig gesungenem „Detten auf der Ki“ durchs Gebirge.
Als die künftige Prinzessin dann „Die Ki“ vorwärts und rückwärts trällern konnte, da viel Paul, der bis dahin nie der große Redner war, ein, dass er ja auch überall, in den Salen, bei den Wagenbauern….“ immer etwas sagen müsse. Schnell kam der Hund an die Leine und beim Gassi gehen… hat vielleicht mancheiner, der ihm entgegen kam, einen fragenden Blick zum Herrchen des Vierbeines geworfen…

„In den 25 Jahren hat sich einiges geändert!“, stellen die beiden beim Gespräch mit AllesDetten in Ihrer Wohnung hoch über den Dächern Emsdettens im Rückblick fest, „Wir hatten damals 70 – 80 Termine in der Session, der Kalender des heutigen Stadtprinzen hat den doppelten Umfang.“
Für beide ist aber wichtig: die Grundwerte des Karnevals, die Traditionen, bleiben bestehen. Das Drumherum ändert sich, wird moderner, passt sich an. „Gemeint ist damit beispielsweise, dass der einstige Straßen-/Kneipenkarneval sich zu einer großen Party in der EMS-Halle verschoben hat; dass die klassischen Karnevalssitzungen ebenfalls mehr und mehr Party-Charakter bekommen.“
Bei der Frage nach den schönsten Momenten der Regentschaft droht eine Lawine loszubrechen: „Da waren viele, eigentlich ist das Ganze ein unvergleichlicher Moment. – Wer einmal die Möglichkeit hat, Stadtprinz zu werden oder im Stadtelferrat mitwirken zu können, der sollte unbedingt zugreifen!“ Dann wird doch noch der Rosenmontagszug als Highlight genannt oder „Der Moment als ich auf der Proklamationssitzung von Dieter Rengers das Zepter überreicht bekam, – war schon sehr emotional.“
Der seinerzeitige Stadtelferrat mit Präsident Michael Spielmann trifft sich noch immer zweimal im Jahr zu festen Terminen, ein Frühstück im Januar und eine Radtour im Juli.
Wir haben noch soviel mehr besprochen, aber wollen das Internet ja nicht voll machen…
Apropos Internet, Prinz Paul I. Müllmann war der erste Emsdettener Stadtprinz der damals eine eigene Homepage im noch jungfräulichen Internet hatte, – heute undenkbar, dass es so etwas nicht gibt.
Alles über die Session 2026, Prinz Tobias I, Prinzessin Jessica I und dem Stadtelferrat kann man H I E R nachlesen.




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