Meine Beziehung zum Sport ist – gelinde gesagt – angespannt, und der innere Schweinehund gewinnt meistens; umso überraschender ist es, wie fest der Sport in Reckenfeld verankert ist, maßgeblich geprägt durch den SC Reckenfeld mit seinem beeindruckenden Angebot von elf Abteilungen und vielfältigen Untergruppen, dessen eigene Sportanlage am Wittlerdamm im Jahr 2019 offiziell eröffnet wurde. Das Jahr, in dem ich nach Reckenfeld zog.
Um ein tieferes Verständnis für die sportliche Landschaft Reckenfelds zu gewinnen, führte ich ein Gespräch mit Carsten Spielmann, dem 1. Vorsitzenden des SC Reckenfeld. Seit drei Jahren in dieser Position, ist er seit zehn Jahren im Vorstand aktiv und dem Verein bereits seit seinem sechsten Lebensjahr verbunden. Das Gespräch gestaltete sich äußerst persönlich und angenehm – in Reckenfeld kennt man sich. Herr Spielmann würdigte wiederholt das engagierte Team des SC Reckenfeld, dessen Arbeit im Hintergrund unverzichtbar sei. „Ohne die vielen helfenden Hände im Hintergrund wäre unser Erfolg undenkbar“, betonte Spielmann.
Ein signifikanter Erfolg für den Verein war die Begrüßung des 1.000. Mitglieds im Jahr 2024. Dies war ein lang gehegtes Ziel des ehemaligen Vorsitzenden Andrew Termöllen, das nun Realität geworden ist. „Wir waren überglücklich, diesen Meilenstein zu erreichen“, erklärte Spielmann. „Es war ein großer Wunsch von Andrew Termöllen, und es erfüllt uns mit Stolz, dass wir das umsetzen konnten.“ Die größte Abteilung innerhalb des Vereins ist das Turnen, gefolgt von der Fußballabteilung.

Carsten Spielmann erläuterte ausführlich die Ziele des Vereins: Einem möglichst breiten Personenkreis die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung zu eröffnen und insbesondere Kindern Anreize zu schaffen, aktiver zu werden und Alternativen zur Bildschirmzeit zu finden. „Wir möchten Kindern und Jugendlichen die Freude an der Bewegung vermitteln und sie weg von der digitalen Welt hin zum aktiven Spiel bringen“, führte Spielmann aus. Um diese Ziele zu erreichen, führt der Verein kontinuierlich neue Sportarten ein. Vor zwei Jahren wurde beispielsweise Geh-Fußball implementiert. Diese Initiative erwies sich als äußerst erfolgreich: Die Abteilung zählt mittlerweile über 25 Teilnehmer. Besonders erfreulich ist, dass durch Geh-Fußball auch Menschen über 50, die dem Sport aufgrund von Knieproblemen oder anderen körperlichen Einschränkungen ferngeblieben waren, wieder aktiv werden konnten. ‚Der Geh-Fußball hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie wir Menschen, die sich vielleicht nicht mehr sportfähig sahen, wieder zurück auf den Platz holen können‘, betont Spielmann. Das älteste Mitglied dieser Abteilung ist über 80 Jahre alt. Ein weiteres, sehr aktuelles Angebot ist MaWiBa (Mama With Baby), ein Sportkurs für Schwangere und Mütter nach der Entbindung, bei dem das Baby stets dabei sein kann.
Besonders hervorzuheben sind die Erfolge einiger Abteilungen. Die Indiaca-Abteilung des SC Reckenfeld hat eine beeindruckende Geschichte: 2008 holten Mareike Schur und Laura Agricola (heute Nünning) mit der Nationalmannschaft Damen 19+ in Luxemburg WM-Gold. Aber auch nach 2008 konnten weitere Erfolge erzielt werden, was die anhaltende Stärke und das Engagement in dieser Abteilung unterstreicht.
Die Kegelabteilung ist mit insgesamt sieben Mannschaften im Verein vertreten. Die erste Mannschaft spielt sogar in der 2. Bundesliga, was das hohe Niveau und die sportliche Ambition dieser Abteilung verdeutlicht.

Die größte Herausforderung, der sich der SC Reckenfeld derzeit gegenübersieht, ist die Gewinnung von Übungsleitern. Hierbei ist initial kein Trainerschein zwingend erforderlich. Der Verein appelliert an alle Sportbegeisterten: Interessierte sind herzlich willkommen! Der SC Reckenfeld würde die Kosten für den Trainerschein sogar übernehmen, dessen Erwerb lediglich etwa zwei Wochenenden in Anspruch nimmt. „Wir sind dringend auf der Suche nach neuen Übungsleitern, um unser vielfältiges Angebot aufrechterhalten und erweitern zu können“, hob Spielmann hervor. „Es ist keine Vorerfahrung mit Trainerschein notwendig; wir unterstützen jeden, der sich engagieren möchte, auch bei der Ausbildung.“ Dies stellt einen klaren Aufruf an potenzielle Trainerinnen und Trainer dar.
Das nächste Ziel des Vereins ist es, die Marke von 1.250 Mitgliedern zu erreichen. Angesichts der Innovationskraft und des Engagements des SC Reckenfeld erscheint dieses Ziel durchaus realisierbar.
Abschließend stellte ich Carsten Spielmann die Frage nach seiner persönlichen Motivation für das Engagement im Verein. Seine Antwort war prägnant und überzeugend: „Es ist die Kombination aus dem sozialen Miteinander, der eigenen Aktivität und der Möglichkeit, den Verein maßgeblich mitzugestalten“, fasste Spielmann seine Beweggründe zusammen.
Trotz meiner persönlichen Distanz zum Sport ist offensichtlich: Der SC Reckenfeld hat bewiesen, dass Sport in Reckenfeld nicht nur eine Aktivität, sondern ein lebendiger Bestandteil des Gemeinschaftslebens ist. Er wirkt dynamisch, inklusiv und stärkt nachhaltig den Zusammenhalt. Und so viel kann ich sagen: Der SC Reckenfeld wird mich definitiv wieder bei sich sehen. Reckenfeld100
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