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Donnerstag, Juli 2, 2026
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Für den möglichen „Blackout“ gerüstet

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Oliver Kellner, Willi Kemper und Manfred Wietkamp informierten Politik und Öffentlichkeit über Maßnahmen bei einem flächendeckenden Stromausfall. (Foto: Schwegmann)

Ein Pressetermin gestern in der Feuerwache, bei dem man sich wünscht, dass das hier Gezeigte und Erklärte nie gebraucht wird. Bürgermeister Oliver Kellner, Ordnungsamtsleiter Manfred Wietkamp und Leiter der Feuerwache Willi Kemper informierten Politik und Öffentlickeit.

In Folge der Energiemangellage hat sich die Stadt Emsdetten in den vergangenen Monaten intensiv mit den Vorkehrungen für einen möglichen flächendeckenden Stromausfall auseinandergesetzt. In enger Abstimmung mit der Freiwilligen Feuerwehr Emsdetten wurden vorbereitende Maßnahmen getroffen, um bestmöglich für ein Stromausfall-Szenario aufgestellt zu sein.

Insbesondere bei Krisen- und Katastrophenlagen sind die Stadtverwaltungen der Kommunen vor Ort für die Bevölkerung meist die erste unmittelbare Anlaufstation. Die von Bürgermeister Oliver Kellner eingerichtete Arbeitsgemeinschaft „Stromausfall“ hat für den Fall eines möglichen flächendeckenden Stromausfalls Maßnahmen ergriffen, um den Bereich der kritischen öffentlichen Infrastruktur möglichst stabil und funktionsfähig zu halten. In den Bereich der kritischen öffentlichen Infrastruktur fallen per Definition der Feuer- und Rettungsdienst, die Wasserver- und Abwasserentsorgung, die medizinische Notversorgung, die öffentliche Sicherheit und Ordnung, die Unterstützung der Versorgungs- und Pflegedienste sowie die Abfallentsorgung im Falle eines längeren Stromausfalls. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht aus Sicht der Gefahrenabwehr die möglichst effiziente Umsetzung von Maßnahmen.

„Alle denkbaren Schreckensszenarien wurden durchgespielt.“, so Ordnungsamtsleiter Manfred Wietkamp im Gespräch mit AllesDetten. (Foto: Schwegmann)

Höchste Priorität hat dabei die Warnung und Information der Bevölkerung. Denn im Falle eines Stromausfall-Szenarios sind die üblichen Informationsquellen für die Bevölkerung nicht zugänglich (Selbst wenn die Akkus der Handies geladen sind, das Netz würde innerhalb von fünf bis sieben Minuten zusammenbrechen, weil die Sendemasten in den allermeisten Fällen keine Notstromversorgung habe. Das Internet wäre vermutlich schon innerhalb von zwei Minuten abgeschaltet.). Hierfür sollen sogenannte Katastrophen-Leuchttürme und Informationsstellen im Rathaus, im Gymnasium Martinum sowie im Feuerwehrgerätehaus in Hembergen eingerichtet werden, um im Krisenfall effektive Hilfe für die Bevölkerung zu gewährleisten. Die mit einer Notstromversorgung ausgestatteten Gebäude werden dann so ausgerüstet, dass die nötigsten Hilfeleistungen vor Ort oder von dort aus organisiert werden können. Der Betrieb ist täglich auf 24 Stunden ausgerichtet. Die Wärmeversorgung ist in den Leuchttürmen sichergestellt. Darüber hinaus werden mobile Fahrzeuge, die mit einem Lautsprechersystem ausgestattet sind, stundenweise an wechselnden Standorten im Stadtgebiet als Informations- und Anlaufstellen zur Verfügung stehen. Die Erstellung von entsprechenden Informationsflyern befindet sich derzeit in Vorbereitung.

Die Freiwillige Feuerwehr Emsdetten verfügt über insgesamt 19 Notstromaggregate. Über den für diese Geräte sowie für die einzusetzenden Fahrzeuge benötigten Kraftstoff, sind Vereinbarungen getroffen worden. Gleiches gilt für die notwendige Lebensmittelversorgung der Einsatzkräfte. Maßnahmen für die medizinische und ärztliche Versorgung wurden ebenfalls ergriffen.

Auch die Aufrechterhaltung und Funktionsfähigkeit der Verwaltung ist durch die Schulung und Einsatzplanung der Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Stab der Feuerwehr sichergestellt. Eine Übung hat bereits stattgefunden.

Manfred Wietkamp, Leiter des Fachdienstes Bürgerservice, Ordnung und Soziale Leistungen der Stadt Emsdetten, betonte abschließend, dass es aktuell keinen Anlass gibt, mit dem Eintritt eines länger anhaltenden, flächendeckenden Stromausfallszenarios zu rechnen. „Gleichwohl glauben wir nach Rückkoppelung mit dem Kreis Steinfurt, gut auf ein solches Szenario vorbereitet zu sein. Ängste oder gar Panik sollen mit diesen Informationen nicht geschürt werden“, bekräftigt Bürgermeister Oliver Kellner: „Wir sind sehr sehr gut vorbereitet!“

Für den notwendigen Bereich der häuslichen und familiären Eigenversorgung haben das Land Nordrhein-Westfalen wie auch der Bund selber in den vergangenen Monaten auf verschiedenste Tipps und Hinweise aufmerksam gemacht. „Mit einer guten Vorbereitung kann die Selbstversorgung gut funktionieren, notwendige Vorkehrungen sollten regelmäßig überprüft werden“, appelliert Willi Kemper, Sachgebietsleiter Brandschutz der Stadt Emsdetten.

Viele der aufgeführten Maßnahmen sind nicht nur im Falle eines Stromausfalls dienlich, sondern auch auf andere Großschadens- oder Katastrophenereignisse, wie zum Beispiel Sturm- und Überschwemmungsszenarien, übertragbar.

Die Stadt Emsdetten konnte Dank der politischen Beschlüsse mit den zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln notwendiges technisches Gerät anschaffen. Damit ist die Stromversorgungg für die besonders sensiblen Stellen gesichert.

Hintergrund

Städte und Kreise wurden durch den sogenannten Sensibilisierungserlass des Innenministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen im Spätsommer 2022 aufgefordert, sich auf eine sogenannte Energiemangellange vorzubereiten. Bürgermeister Oliver Kellner richtete daraufhin die Arbeitsgruppe „Stromausfall“, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung, des Baubetriebshofs und der Leitung der Freiwilligen Feuerwehr ein. Die Arbeitsgruppe prüfte, welche Maßnahmen präventiv ergriffen werden müssen, um im Falle eines flächendeckenden anhaltenden Stromausfalls die kritische öffentliche Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

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