Gleich drei Fachausschüsse haben sich gestern zur gemeinsamen Sitzung getroffen: der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Wohnen (ASWW), Schule und Bildung sowie das Gremium für Kultur, Sport und Freizeit. Thema war die „Machbarkeitsstudie Entwicklung Sportstandorte – Bericht aus der laufenden Arbeit“, vorgestellt vom Planungsbüro Albert Speer und Partner aus Frankfurt. Untersucht wurden die Standorte an der Spiel- und Sporthalle/Hallenbad sowie das Salvus-Stadion.
Dabei wurden gleich mehrere Szenarien vorgestellt. Es soll eine Großsporthalle entstehen, die 3.000 Zuschauern Platz bietet, gleichzeitig muss hier zusätzlicher Vereins- und vor allem Schulsport stattfinden. Vorbild ist dabei die Schwalbe-Arena in Gummersbach, hier können die Tribünen rund um das Spielfeld zurückgebaut werden, so dass weitere Sportfläche entsteht. Die Halle sollte auch einen Außensportbereich aufweisen können. Angedacht ist ein TVE-Campus der weitere Vereinsräume und einen Verwaltungsbereich enthält. Dazu muss die Infrastruktur hergestellt werden, 3.000 Zuschauer bedeutet mindestens 440 Stellplätze für PKW plus weiterer Stellplätze für Fahrräder.
Eine Aufgabe die sich an beiden Standorten als harte Nuss herausstellt. Am Standort Stauffenbergstraße könnte ein Parkhaus errichtet werden, welches von der Straße In der Lauge aus angefahren wird. Am Salvus-Stadion ist daran gedacht, das Gelände der Tennisgemeinschaft (TGE) einzubeziehen, im hinteren Bereich könnten Parkplätze entstehen, für die TGE müsste ein neuer Standort gefunden werden.
Gespräche sind mit den potenziellen Nutzern geführt worden, dem TVE-Gesamtverein, der TVE-Marketing GmbH, der Laufgemeinschaft (LGE), SV Emsdetten 05, TGE und Gymnasium Martinum.
Enttäuscht zeigte sich Dr. Thomas Kock, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Ich habe mir deutlich mehr von diesem Prozeß erwartet, was hier dargestellt wurde, geht nicht darüber hinaus, was wir vorher schon wussten. Wir haben ein Jahr verloren und wenn wir so weiter machen, werden wir noch ein Jahr verlieren.“ Klar war eigentlich schon immer, das Hallenbad wird abgerissen. Das Martinum bekommt eine neue Halle. „An diese Halle werden wir für den TVE etwas dransetzen.“, so Kock weiter, nur das mache Sinn. Er hat Aussagen zum Campus für den TVE vermisst, „wenn wir hier kein Signal setzen, dann ist es in Emsdetten vorbei mit dem Profisport. Mir ist das alles zu wenig und zu langsam!“ Seiner Ansicht nach hätte das Projekt Stauffenbergstraße schon durchgerechnet sein können.
Daniel Hellwig (CDU) konterte: „Der Grund, warum das so lange dauert, sind Sie Herr Dr. Kock.“ und zählte dann auf, warum es so ist.
Die CDU hätte gerne mehrere Alternativstandorte gehabt, hatte bereits im März 2021 Anträge gestellt (Standort im Industriegebiet Gustav-Wayss-Straße). „Auch wir sind mit der Gesamtplanung unzufrieden.“
Christian Sorge (Die Grünen) war vom fachlichen Vortrag überzeugt: „Hier wurden Lösungen im gemeinsamen Gespräch mit den beteiligten Vereinen gesucht.“ Er wieß insbesondere darauf hin, dass an beiden Stellen nur begrenzt Platz vorhanden sei. Eine Kombination Großsporthalle und Campus sei wohl nicht umzusetzen. „Das Martinum braucht eine Halle für den Schulsport, wir brauchen keine zwei Hallen, können wir uns auch nicht leisten.“
Sebastian Wagner (UWE) zeigte sich überzeugt „Diese Studie hätten wir selber machen können, hier ist kein Standort dabei, der wünschenswert ist.“
Gegen diese Vorwürfe verwahrte sich Technischer Beigeordneter Martin Dörtelmann. Bereits zu Sitzungsbeginn wurde erläutert, dass es sich hierbei um einen Einblick in den laufenden Prozeß handelt. Der weitere Zeitplan mit dann entscheidungsreifen Beschlussvorlagen wurde aufgezeigt. (Anm. d. Red.: Politik und auch Bevölkerung -siehe Tiny-House-Information- müssen sich wohl erst daran gewöhnen, dass sie frühzeitig in den Arbeitsprozeß einbezogen werden und nicht erst bei beschlussreifer Vorlage)
Christiane Homann (CDU) gab zu bedenken, dass bereits im Sportstättenentwicklungsplan von 2018 aufgezeigt wurde, dass Emsdetten mehr Hallen und Flächen benötigt. Mit einer Halle an der Stauffenbergstraße wird lediglich Ersatz für die abgängige Spiel- und Sporthalle an der Stelle geschaffen, damit sei noch kein weiterer Raum erstellt.
Beate Dawid (CDU) stellte in Frage: „Ist es wirklich klar, dass wir nur eine Halle bauen? Wir planen gerade für die nächsten Jahrzehnte.“




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