11.1 C
Emsdetten
Samstag, Oktober 31, 2026
Start Kultur / Freizeit Wo der Nachwuchs die Bühne erobert

Wo der Nachwuchs die Bühne erobert

0
63
(Foto: Schwegmann)

Es ist Ende Oktober, Herbst. Im Kern von Ahlintel, zwischen St. Konrad und Budde Heimann bereits finster wie die Nacht, – dabei ist es erst 19 Uhr. Noch bevor man die Lampen der Fahrräder sieht, sind die Nachwuchsschauspieler in der Ferne bereits deutlich hörbar. Am letzten Ferientag werden noch Pläne für das bevorstehende Wochenende besprochen, jetzt aber geht es erst zu den Proben der Ahlinteler Laienspielschar.

(Foto: Schwegmann)

Bei der internen Jubelfeier zum 50-jährigen Bestehen der Theatergruppe hatten 21 Ahlinteler Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren ein von Tanja Walters selbst verfasstes Theaterstück aufgeführt. Dieser Zweiakter ist bei den Aktiven und Ehemaligen so gut angekommen, dass man sich entschieden hat: „Das zeigen wir bei zwei Vorstellungen der ‚Großen‘ in der Adventszeit!“, so Tanja Walters im Gespräch mit AllesDetten.

(Foto: Schwegmann)

Die große Saaltür öffnet sich, die Kids nutzen den Platz um sich auszutoben. Aber: „Vorsicht!“, mahnt Walters, überall stehen Kartons mit Weihnachtsdeko für das Restaurant – Christbaumkugeln sind mitunter sehr empfindlich. Vor der Bühne ein Tisch mit für Kinder geradezu paradiesischen Verhältnissen: Nervennahrung, Chips, Flips, Salzstangen, Gummibärchen, Schoki, Limo… die Flaschen mit den Kronkorken bleiben später den Erwachsenen vorbehalten. Der Tisch mit den Süßigkeiten darf auch bei den Großen bei keiner Probe und Aufführung fehlen.

(Foto: Schwegmann)

Und dann ging es auf die Bühne. Allein die Frage „Wo sind wir?“, „Auf der Bühne!“, sorgt für Stille, denn das war bei den Proben bereits im Sommer immer wieder eingetrichtert worden: solange der Vorhang geschlossen ist, soll das Publikum noch nicht wissen, was dahinter passiert. Trotz der Konzentration der Kinder kommen zwischendurch einige Fragen und Unstimmigkeiten auf.  Egal ob jemand vergessen hatte, einen Stuhl an den richtigen Platz zu stellen oder der Text an einer kleinen Stelle stolperte, es gab immer etwas zu lachen. Für die plattdeutschen Passagen haben die Rollen sicherheitshalber noch einen Zettel, aber auch die sind mittlerweile so oft gesprochen worden, dass die einfach „sitzen“.

Für mehr Infos auf Banner klicken!

Harte Arbeit lohnt sich und das zeigt auch dieses Stück, denn schon bei den Proben schaffen es die Kinder dem ein oder anderen Zuschauer ein Schmunzeln zu entlocken. Die Zuschauer an diesem Abend – die Aktiven des Erwachsenenstückes für dieses Jahr, die im Anschluss proben – das sind tatsächlich Profis mit jahrelanger Erfahrung. Am Ende der Probe ein verdientes großes Lob: “Ihr konntet doch alles! Wie gut seid Ihr denn?!”, eine begeisterte Regisseurin Tanja Walters blickt in strahlende Kindergesichter – sichtliche Zufriedenheit bei allen Beteiligten.

(Foto: Schwegmann)

Doch für die Kinder ist der Abend noch längst nicht zu Ende, denn jetzt sind die Großen dran auf die Bühne zu gehen und selbst zu proben und die Kinder schauen selbstverständlich gebannt zu, vielleicht auch um sich noch etwas abzugucken und sich zu verbessern.

(Foto: Schwegmann)

Der scheinbar routinierte Ablauf bei den Erwachsenen auf der Bühne geriet zwischendurch allerdings dann auch etwas durcheinander. Urlaubs- und krankheitsbedingt war das Ensemble nicht komplett, einige Rollen mussten improvisiert werden. Wer wann wo stehen muss und wie genau die Aussprache einiger plattdeutscher Begriffe ist, war auch hier nicht immer klar und von unten kamen  Verbesserungsvorschläge, wie “Du kannst ruhig für dich selber spielen.”, Heinz Laumann ist von Beginn an, seit 50 Jahren, dabei, hat viele Jahre die Hauptrollen verkörpert und mittlerweile die Regie übernommen.

(Foto: Schwegmann)

Die Magie der „Lernkastanie“

Nach der Probe sitzt die Theatergruppe noch bei einigen Kaltgetränken (mit Kronkorken) zusammen. Es werden noch Details besprochen, Bühnenbild, Requisiten… Natürlich wurden in der gemütlichen Runde auch noch die “Lernkastanien” verteilt, die in der Hand gehalten werden, wenn man den Text lernt, um sich diesen besser merken zu können. Außerdem senkt so ein Handschmeichler in der Hand die Nervosität und wirkt beruhigend, man muss halt daran glauben und in dieser Gruppe sind sie zu einem Ritual geworden.

(Foto: Schwegmann)

Die Besucher der Premiere am 22. November 2026 sowie der Aufführung am 29. November 2026 dürfen sich auf doppelten Genuß freuen, zunächst das Kinderstück (bei dem nicht nur der Tisch mit Nervennahrung thematisiert wird, sondern auch die Rollenverteilung oder wie sich ein Stück entwickelt und mehrfach verändert bis es zur Aufführung kommt) und dann „Schüttenbeer in Dinkelhusen“ (hier geht’s um Frauen unter der Vogelstange).

Kommentieren Sie den Artikel

Die Kommentare werden erst nach Prüfung freigeschaltet. Kommentare ohne Hinweis auf den Verfasser (vollständiger Klarname) oder gar mit vorsätzlich falscher E-Mail-Adresse werden nicht veröffentlicht! Wir bitten Sie, bei Ihren Kommentaren sachlich zu bleiben und sich einer angemessenen Formulierung zu bedienen.

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Danke für Ihre Nachricht. Wir werden diese schnellst möglich bearbeiten.