Hey, ich bin Jacky und im September begegnet mir jedes Jahr wieder ein Begriff: Der Garten muss winterfest gemacht werden. Verblühte Stauden werden abgeschnitten, Laub wird entfernt und die Beete werden ordentlich aufgeräumt. Aber muss das wirklich alles schon sein? Ich finde: Nein! Gerade im Herbst dürfen wir im Garten ruhig ein bisschen weniger machen.
Den Garten jetzt winterfest machen? Bitte noch nicht!

Viele Stauden haben ihre Hauptblüte inzwischen hinter sich. Trotzdem sind sie noch lange nicht wertlos. Verblühte Blüten und Samenstände können im Herbst und Winter richtig schön aussehen. Besonders mit Tau oder später mit etwas Raureif bekommen sie noch einmal eine ganz andere Wirkung. Deshalb lasse ich viele Stauden einfach stehen und schneide sie erst später oder sogar erst im Frühjahr zurück.

Davon profitiert nicht nur die Optik des Gartens. Samenstände können Vögeln Nahrung bieten und zwischen Stängeln, Blättern und anderen Pflanzenteilen finden kleine Gartenbewohner geschützte Plätze. Auch Insekten nutzen abgestorbene Pflanzenstängel und andere Strukturen als Rückzugs- oder Überwinterungsmöglichkeit. Wer im Herbst alles radikal abschneidet und entsorgt, nimmt ihnen einen Teil dieser natürlichen Verstecke.
Ähnlich sieht es beim Laub aus. Natürlich muss es nicht überall liegen bleiben. Auf Wegen oder anderen Flächen, auf denen es rutschig werden kann, sollte es entfernt werden. Auch auf dem Rasen sind dicke Laubschichten auf Dauer nicht ideal. Unter Sträuchern, Hecken oder auf geeigneten Beetflächen darf Laub dagegen durchaus liegen bleiben. Dort schützt es den Boden, wird nach und nach zersetzt und bietet vielen kleinen Tieren einen geschützten Platz.
Und was ist mit dem Winterschutz? Auch hier muss im September noch keine Hektik ausbrechen. Viele winterharte Gartenpflanzen benötigen überhaupt keinen besonderen Schutz. Bei empfindlicheren Pflanzen und Kübelpflanzen lohnt es sich jetzt zwar, sich Gedanken über das spätere Winterquartier oder den Frostschutz zu machen. Eingepackt werden sollten sie aber erst dann, wenn es tatsächlich notwendig wird. Zu früher und zu dichter Winterschutz kann bei mildem Wetter sogar ungünstig sein, weil sich darunter Feuchtigkeit stauen kann.
Natürlich bedeutet das nicht, dass im Herbst gar nichts mehr gemacht werden darf. Kranke Pflanzenteile sollten entfernt werden und auch Pflanzen, die sich sehr stark selbst aussäen, kann man gezielt zurückschneiden. Es geht vielmehr darum, nicht automatisch alles abzuschneiden, nur weil die Gartensaison langsam zu Ende geht.
Mein Tipp: Schaut euren Garten im Herbst einmal mit anderen Augen an. Ein verblühter Samenstand, etwas Laub unter einer Hecke oder trockene Stängel im Beet müssen nicht unordentlich sein. Sie gehören zum natürlichen Kreislauf eines Gartens dazu.
Vielleicht bedeutet „winterfest machen“ also gar nicht, den Garten möglichst ordentlich aufzuräumen. Manchmal ist die beste Vorbereitung auf den Winter, der Natur einfach ein bisschen mehr Raum zu lassen.










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