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Samstag, August 29, 2026
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Westumer weihen zwei neue Fahnen

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(Foto: Schwegmann)

Konvektiver Niederschlag – wer den Begriff bislang noch nicht kannte, der durfte ihn gestern hautnah erleben. Wenn Regen nicht regional, nicht lokal sondern ganz punktuell fällt – zum Beispiel auf Westum. Der Major hatte sein Gelaog gerade antreten lassen, das Kommando „Im Gleichschritt, Marsch!“ ausgesprochen, der Zug setzte sich in Bewegung und nach nur wenigen Momenten folgte der ganze Tross einem unausgesprochenem Kommando zurück ins Vereinsheim. Der plötzlich einsetzende Starkregen, der hier auf die Schlösserbrüder nieder prasselte, wurde nicht einmal vom Deutschen Wetterdienst registriert, diese Regenwand erstickte jeden Gedanken, den Marsch fortzusetzen, im Keim. Als dieses unvorstellbare Schauer sich dann ausgelassen hatte, ging es in die St. Joseph-Kirche zur offiziellen Weihe der beiden neuen Fahnen, vorgenommen durch Pfarrer Norbert Weßel von der katholischen Kirche sowie Pfarrer Rainer Schröder, sein evangelisches Pendant. – Die Weihe fand eingerahmt in einem festlichen Gottesdienst statt, bei dem der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Rheine-Mesum die musikalische Untermalung vornahm – und das nicht ganz ohne Überraschungen, die Bläser intonierten während der Kommunionausteilung mit Musik aus „Tabaluga“ von Peter Maffay. Beim Auszug aus der Kirche spielten dann Musikzug und die beiden Spielmannszüge das Westumer Vereinslied, den „Niedersachsen-Marsch“.

Der Musikzug sollte im weiteren Verlauf des Abends noch mehrmals glänzen.

Zur Punktlandung wurde dann der Marsch zum Festplatz. An der Westumer Kapelle wurde zunächst durch die beiden ehemaligen Stadtkaiser aus der Westumer Schützengesellschaft, Mike Westkemper und Daniel Kortmann ein Kranz niedergelegt. Am Festzelt an der Jan-van-Detten-Straße angekommen, setzte erneut der Regen ein.

Den beiden Festausschussmitgliedern Stefan Lüke und Markus Frieling war es vorbehalten, den Festkommers zu moderieren, – hierbei gab es eine große Zahl an Ehrengäste zu begrüßen. Nicht nur zwei neue Fahnen wurden an diesem Abend vorgestellt: der Junioren-Spielmannszug zeigte sich in nagelneuen Uniformen. Tambourmajorin Laura Aupke bedankte sich an dieser Stelle bei den vielen Paten, die jeweils für die Finanzierung gesorgt haben.
Der weitere Abend war geprägt von Reden, Grußworten, Glückwünschen. Vereinsvorsitzender Oliver Aupke, Festausschussvorsitzender Klaus Albers, Schirmherr Lui Westers,  Bürgermeister Oliver Kellner, stellvertretende Landrätin Sarah Lahrkamp, Heimatbundvorsitzender Bruno Jendraszyk, Vereinigtenvorsitzender Rainer Müllmann und KGE-Vize-Präsident Thomas Weischer wechselten sich am Rednerpult ab. Leider fühlten sich zu häufig auch viele Gäste im vollbesetzten Zelt aufgefordert, zeitgleich zu reden, was dann doch als sehr störend empfunden wurde. An der Akustik hat es nicht gelegen, das Zelt war technisch hervorragend ausgestattet und ausgesteuert.

Jendraszyk konnte in seinen Ausführungen mit einer Neuigkeit aufwarten: Die sich bislang aufgrund eines vorhandenen Königsschildes aus dem Jahre 1713 als älteste Schützengesellschaft Emsdetten geglaubten Westumer haben möglicherweise schon im Jahre 1666 Schützenfest gefeiert. Es existiert ein Schriftstück, wonach eine Gruppe Schützen in Westum sich Munition besorgt hat. Ob damit dann tatsächlich auch ein Schützenfest gefeiert werden sollte, ist nicht belegt.

Zweifellos die Höhepunkte des Abends waren musikalisch. Zunächst das Young Ensemble der Green Beats, eine faszinierend rhythmische Percussion-Show von dessen Akteuren der jüngste gerade einmal zwölf Lenze zählte. Keine Chance, dass die ohne Zugabe wieder zurück nach Wallenhorst hätten fahren dürfen.

Die in Emsdetten bestens bekannten EMS-Highlander kamen zum Finale. Insbesondere das mit dem Musikzug der FFW Rheine-Mesum zusammen gespielte „Higland Cathedral“ sorgte für Gänsehautmomente.

Als dann die vorderen Tische und Stühle weggeräumt waren, begann das, was in Emsdetten (neben der Flucht vor dem Regen) auch ohne Kommando funktioniert: Es wurde gefeiert!

Heute ist der große Tag mit 22 Gastvereinen, Festumzug und allerlei Programm auf dem Festplatz sowie großer Party abends im Zelt an der Jan-van-Detten-Straße. Hierzu hat der Himmel übrigens blau-weißen Schmuck versprochen – ohne Regen!

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